Retrospektive: Java Magazin 6.2005

Retrospektive: Java Magazin 6.2005


In einem weiteren Artikel wurde Javadoc vorgestellt. Ohne Zweifel stellt es heute zumeist die Wahl Nummer 1 für die Dokumentation von Java-Quellcode dar. Entwicklern haftet ja das Image an, nicht unbedingt die fleißigsten Kommentarschreiber zu sein. Die Vorzüge guter Dokumentation lernt man aber spätestens dann schätzen, wenn man Klassen nutzen möchte, die nicht aus der eigenen Feder stammen. Ich persönlich halte nichts davon, alle trivialen Getter- und Setter-Methoden mit Kommentaren à la „Diese Methode liefert das Attribut … zurück“ zu versehen. Viel wichtiger ist, dass Methoden, innerhalb derer wirklich etwas passiert, entsprechend dokumentiert werden. Hier erwarte ich mir dann auch gar keine große Weltliteratur zum Lesen zu bekommen – dazu packe ich lieber die alten Mickey-Mouse-Hefte aus – aber ein bisschen hilfreicher Text sollte es schon sein.

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Der ESB als Basis für eine serviceorientierte Architektur wurde ebenfalls den Lesern nähergebracht. Dieses System baut auf den vier Grundkonzepten Messaging, Web Services, Datentransformation und intelligentem Routing auf und verdient ohne Zweifel den Titel Integrationsweltmeister. Heinz Buschkowsky würde sich jedenfalls glücklich schätzen, wenn er über ein menschliches Pendant dazu für seinen Berliner Bezirk Neukölln verfügen würde. Im Grunde steckt hinter dem ESB ein geniales Konzept, doch so richtig Einzug hat es bis heute nicht in der Softwareindustrie gehalten. Warum? Auch wenn der ESB verspricht, dass er die Integration unterschiedlicher Systeme, Technologien und Formate vereinfacht, so erhöht sich durch seine Nutzung die architektonische Systemkomplexität. Das schreckt viele ab. Dazu kommt, dass der ESB zwar auf Standards setzt, es für die ESB-Implementierung selbst aber keinen Standard gibt, wodurch man schnell an ein bestimmtes System gebunden ist. Auch fehlten gerade in der Anfangsphase wesentliche Programmierwerkzeuge. So dauerte es z. B. beim Mule ESB, immerhin dem populärsten Open-Source-Vertreter seiner Zunft, fast ein halbes Jahrzehnt bis ein brauchbares Entwicklungsstudio mit graphischer Oberfläche bereitstand. Mittlerweile unterstützt jenes aber sogar beim Transformieren der Daten von einem Format in ein anderes. Es hat sich also auf diesem Gebiet einiges zum Guten gewendet. Sollten Sie vor größeren Integrationsaufgaben stehen, so probieren Sie doch einige ESB-Implementierungen in der technischen Evaluierungsphase aus. Sie müssen ja nicht unbedingt auf die Lösung aus dem Esel-Imperium setzen...

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