Retrospektive: Java Magazin 6.2005

Retrospektive: Java Magazin 6.2005

Bernhard Löwenstein


In weiteren interessanten Beiträgen ging es darum, wie man Contract First für Web Services umsetzen kann, Oliver Ihns stellte in seiner Kolumne die Inversion of Control und die Dependency Injection im Kontext von EJB 3.0 vor und die Neuerungen von JAXP 1.3 kamen ebenfalls nicht zu kurz.

Der ESB als Basis für eine serviceorientierte Architektur wurde ebenfalls den Lesern nähergebracht. Dieses System baut auf den vier Grundkonzepten Messaging, Web Services, Datentransformation und intelligentem Routing auf und verdient ohne Zweifel den Titel Integrationsweltmeister. Heinz Buschkowsky würde sich jedenfalls glücklich schätzen, wenn er über ein menschliches Pendant dazu für seinen Berliner Bezirk Neukölln verfügen würde. Im Grunde steckt hinter dem ESB ein geniales Konzept, doch so richtig Einzug hat es bis heute nicht in der Softwareindustrie gehalten. Warum? Auch wenn der ESB verspricht, dass er die Integration unterschiedlicher Systeme, Technologien und Formate vereinfacht, so erhöht sich durch seine Nutzung die architektonische Systemkomplexität. Das schreckt viele ab. Dazu kommt, dass der ESB zwar auf Standards setzt, es für die ESB-Implementierung selbst aber keinen Standard gibt, wodurch man schnell an ein bestimmtes System gebunden ist. Auch fehlten gerade in der Anfangsphase wesentliche Programmierwerkzeuge. So dauerte es z. B. beim Mule ESB, immerhin dem populärsten Open-Source-Vertreter seiner Zunft, fast ein halbes Jahrzehnt bis ein brauchbares Entwicklungsstudio mit graphischer Oberfläche bereitstand. Mittlerweile unterstützt jenes aber sogar beim Transformieren der Daten von einem Format in ein anderes. Es hat sich also auf diesem Gebiet einiges zum Guten gewendet. Sollten Sie vor größeren Integrationsaufgaben stehen, so probieren Sie doch einige ESB-Implementierungen in der technischen Evaluierungsphase aus. Sie müssen ja nicht unbedingt auf die Lösung aus dem Esel-Imperium setzen, wenngleich mich das als Mule-Champion natürlich freuen würde. Bernhard Löwenstein (bernhard.loewenstein@java.at) ist als IT-Trainer und Consultant für javatraining.at und weitere Organisationen tätig. Als Gründer und ehrenamtlicher Obmann des Instituts zur Förderung des IT-Nachwuchses führt er außerdem Roboter-Workshops für Kinder und Jugendliche durch.

In weiteren interessanten Beiträgen ging es darum, wie man Contract First für Web Services umsetzen kann, Oliver Ihns stellte in seiner Kolumne die Inversion of Control und die Dependency Injection im Kontext vo...

Retrospektive: Java Magazin 6.2005

Retrospektive: Java Magazin 6.2005

Bernhard Löwenstein


In weiteren interessanten Beiträgen ging es darum, wie man Contract First für Web Services umsetzen kann, Oliver Ihns stellte in seiner Kolumne die Inversion of Control und die Dependency Injection im Kontext von EJB 3.0 vor und die Neuerungen von JAXP 1.3 kamen ebenfalls nicht zu kurz.

Der ESB als Basis für eine serviceorientierte Architektur wurde ebenfalls den Lesern nähergebracht. Dieses System baut auf den vier Grundkonzepten Messaging, Web Services, Datentransformation und intelligentem Routing auf und verdient ohne Zweifel den Titel Integrationsweltmeister. Heinz Buschkowsky würde sich jedenfalls glücklich schätzen, wenn er über ein menschliches Pendant dazu für seinen Berliner Bezirk Neukölln verfügen würde. Im Grunde steckt hinter dem ESB ein geniales Konzept, doch so richtig Einzug hat es bis heute nicht in der Softwareindustrie gehalten. Warum? Auch wenn der ESB verspricht, dass er die Integration unterschiedlicher Systeme, Technologien und Formate vereinfacht, so erhöht sich durch seine Nutzung die architektonische Systemkomplexität. Das schreckt viele ab. Dazu kommt, dass der ESB zwar auf Standards setzt, es für die ESB-Implementierung selbst aber keinen Standard gibt, wodurch man schnell an ein bestimmtes System gebunden ist. Auch fehlten gerade in der Anfangsphase wesentliche Programmierwerkzeuge. So dauerte es z. B. beim Mule ESB, immerhin dem populärsten Open-Source-Vertreter seiner Zunft, fast ein halbes Jahrzehnt bis ein brauchbares Entwicklungsstudio mit graphischer Oberfläche bereitstand. Mittlerweile unterstützt jenes aber sogar beim Transformieren der Daten von einem Format in ein anderes. Es hat sich also auf diesem Gebiet einiges zum Guten gewendet. Sollten Sie vor größeren Integrationsaufgaben stehen, so probieren Sie doch einige ESB-Implementierungen in der technischen Evaluierungsphase aus. Sie müssen ja nicht unbedingt auf die Lösung aus dem Esel-Imperium setzen, wenngleich mich das als Mule-Champion natürlich freuen würde. Bernhard Löwenstein (bernhard.loewenstein@java.at) ist als IT-Trainer und Consultant für javatraining.at und weitere Organisationen tätig. Als Gründer und ehrenamtlicher Obmann des Instituts zur Förderung des IT-Nachwuchses führt er außerdem Roboter-Workshops für Kinder und Jugendliche durch.

In weiteren interessanten Beiträgen ging es darum, wie man Contract First für Web Services umsetzen kann, Oliver Ihns stellte in seiner Kolumne die Inversion of Control und die Dependency Injection im Kontext vo...

Neugierig geworden?


    
Loading...

Angebote für Teams

Für Firmen haben wir individuelle Teamlizenzen. Wir erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang