© Excellent backgrounds/Shutterstock.com
Editorial

Editorial


Die Ankündigung Microsofts, wesentliche Teile ihrer .NET-Plattform zukünftig Open Source zu entwickeln und unter einer MIT-Lizenz zur Verfügung zu stellen, hat viele in der Softwareindustrie überrascht. Weniger überraschend kam die Ankündigung indes für alle Microsoft-Insider, die gerne auf zuvor schon erfolgte Schritte der Redmonder in Richtung Open Source verweisen.

Seit Mitte November steht also der neue .NET Core, sozusagen die JVM der Microsoft-Welt, auf GitHub für alle im Quellcode zur Verfügung. Weitere zentrale Libraries gehören ebenfalls dazu, sodass ein vollwertiges .NET-Server-Framework für die Betriebssysteme Windows, Linux und Mac OS X vorliegt.

Es gibt dabei übrigens auch Teile, die bei der jüngsten Open-Source-Initiative Microsofts ausgenommen wurden – das sind die Windows-spezifischen UI-Libraries WPF und Windows Forms, die ja ohnehin für eine serverseitige Programmierplattform nicht benötigt werden.

Der Schritt ist konsequent und löste in der Microsoft-Entwicklercommunity nicht weniger als ein mittelschweres Beben aus – war man dort praktisch zwei Jahrzehnte in einer Art Komfortzone der eng verzahnten Microsoft-Technologien gut aufgehoben. Aber die Zeichen standen schon seit Längerem auf Änderung: Spätestens der Abgang von Steve Ballmer, dem zweiten CEO der Firma nach Gründer Bill Gates, machte deutlich, dass Redmond das Steuer herumreißen musste, um wieder Bedeutung in der Welt des modernen Softwareengineerings zu erlangen.

Warten auf die Module

Eine spannende Pointe für die Java-Community stellt dabei ein häufig nicht beachteter Aspekt der Meldung dar: Die neue Version von .NET soll komplett modularisiert, d. h. für jeden Entwickler nach Gusto in Teilen mit der eigenen Software auslieferbar sein (mittels der Paketmanager NuGet, Bower und npm). Und was macht indes die Java-Welt? Sie träumt noch immer von Jigsaw (das mit Java 9 vermutlich erst im Jahr 2016 kommen wird).

Vom Stack zum Zoo

Wer Microsofts Bekenntnisse zu offener Software und offenen Märkten jetzt nicht ernst nimmt, dem ist nicht mehr zu helfen. Mit einem beeindruckenden Cloud-Angebot, das schon seit Langem viele Technologien (wie etwa Tomcat, Docker, Node.js, WordPress) jenseits des Microsoft-Gemüsegartens unterstützt, sowie einer Fülle an Open-Source-Ankündigungen allein im Verlauf der vergangenen zwölf Monate beobachten wir derzeit einen Konzern im Wandel.

Dieser Wandel ist dringend notwendig und betrifft im Übrigen nicht nur die Microsoft-Welt! Kunden und Anwender frag...

Neugierig geworden?

Angebote für Teams

Für Firmen haben wir individuelle Teamlizenzen. Wir erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang