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Modellgetriebene Softwareentwicklung mit textuellen DSLs

Problem und Lösung beschreiben


Das Kernsystem der Bundesagentur für Arbeit versorgt 80 000 aktive Benutzer parallel und arbeitet 50 000 SQL-Abfragen pro Sekunde ab. Die Entwickler setzen auf agile, ­modellgetriebene Softwareentwicklung und Domain Specific Languages. Beides sorgt dafür, dass Entwickler und Facharbeiter auf einer gemeinsamen Basis zusammenarbeiten und Änderungen einfach umsetzen können.

Video: The Changing Role of the Software Developer

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) betreibt eines der größten Arbeitsvermittlungs- und Berufsberatungssysteme in Europa. Für die Weiterentwicklung und Wartung des zentralen Anwendungssystems sind sechzehn agile Teams verantwortlich. Das Entwicklungsvorgehen ist modellgetrieben und basiert auf selbst konzipierten, domänenspezifischen Sprachen (Domain Specific Languages/DSLs). Alle Vermittlungs- und Beratungsprozesse der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter unterstützt ein gemeinsames System. Zentrales Kernstück ist das Verfahren VERBIS (Vermittlungs-, Beratungs,- und Informationssystem). Zu den Funktionalitäten von VERBIS zählen Prozesse zur Aufnahme vermittlungsrelevanter Daten, zur Suche nach Stellenangeboten, zum Erstellen von Vermittlungsvorschlägen und zum Festlegen von Handlungsstrategien zwischen BA und Bewerber. Das Verfahren wird aufgrund sich verändernder Rahmenbedingungen und Systemumgebungen laufend weiterentwickelt. Im Wesentlichen resultiert der Anpassungsbedarf aus geänderten Gesetzesvorgaben, modifizierten Geschäftsprozessen der BA, Anpassungen der angebundenen Verfahren und aus technischen Anforderungen entsprechend der IT-Strategie der BA. Das Entwicklungsvorgehen richtet sich dabei nach strategischer Vorgabe konsequent an einem modellgetriebenen Ansatz aus.

VERBIS-Kennzahlen

Nutzerzahl: ca. 130 000 Mitarbeiter

Aktive Benutzer: ca. 80 000 parallel

SQL-Abfragen. ca. 50 000 pro Sekunde

Applikationsserverinstanzen: ca. 250

Transaktionen: bis zu 600 pro Sekunde

Datenbankgröße: 13 Terabyte

Von modellgetriebener Softwareentwicklung (Model-driven Software Development/MDSD) spricht man, wenn Software teilweise oder vollständig aus Modellen generiert wird [1]. Essenziell ist dabei, die generischen und schematischen Anteile aus den Modellen abzuleiten. Das gelingt wertschöpfend aus unserer Sicht nur, wenn weite Teile der Anwendung standardisiert werden können. So legt ein Design Guide die möglichen Benutzeraktionen und deren zugrunde liegenden Gestaltungsmuster (z. B. Ausgabe, Eingabe, Suche) in großen Teilen vorab fest. Auch...

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