Java Magazin - 01.2020 - GraalVM


Preis: 9,80 €

Erhältlich ab:  Dezember 2019

Umfang:  100

Autoren / Autorinnen: Dominik Mohilo, Tam Hanna, Golo Roden, Christian Schulz , Wolfgang Weigend, Lars Hupel, Chris Thalinger, Stephan Kaps, Veikko Krypczyk, Elena Bochkor, Konstantin Diener, Michael Simons, Dennis Kieselhorst, Sascha Möllering, Manuel Mauky, Albrecht Weinert, Markus Winand

Abenteuer, oder Âventiure, wie es im Mittelhochdeutschen noch hieß, sind die Grundlage für viele Geschichten und Sagen: Von höfischen Dichtungen, die von Artus und den Rittern der Tafelrunde erzählen, über die Helden aus Jules Vernes Romanen bis hin zu modernen Abenteurern auf der Leinwand und in Videospielen wie Lara Croft oder Indiana Jones. Ikonisch dabei sind Gefahren und Schätze, die es zu überstehen bzw. zu bergen gilt. Der Grundtenor ist also die Spannung.

Betrachtet man das Java-Ökosystem, so sind Begriffe wie „Abenteuer“ und „Spannung“ vermutlich nicht das Erste, das einem in den Sinn kommt, und wirken fast etwas deplatziert. Oracle hatte nach der Übernahme von Sun gerade das „Unspannende“, das Beständige von Java auf den Fahnen stehen. Schließlich ging es – und geht es – auch ums Geschäft. Und auch der Wahlspruch „Write once, run everywhere“ zeugt nicht gerade von Abenteuerlust, wenn man ehrlich ist.

Das bedeutet allerdings nicht, dass es keine spannenden Entwicklungen im Java-Universum geben kann, auch der Duke bzw. seine Jünger können von Zeit zu Zeit ein wenig Durst nach Aufregung verspüren. Der Ort, solche Anwandlungen auszuleben, sind heutzutage die Oracle Labs, deren Ziel die Erforschung und Förderung neuer Technologien ist. Dort ist auch vor einigen Jahren die Idee gereift, die etwas staubige – wenn auch höchst zuverlässige und exzessiv optimierte – Java Virtual Machine (JVM) neu zu erfinden. Mit dem ersten produktionsreifen Release der GraalVM könnte dieser große Schritt nun gelungen sein.

Die neue Virtual Machine wurde selbstverständlich mit der Performance im Kopf entwickelt und soll in erster Linie schneller starten, sich besser integrieren lassen sowie insgesamt performanter sein. Aktuelle Tests zeigen, dass sie diesem Anspruch durchaus standhält. Grund genug, uns diese technologische Weiterentwicklung einmal genauer anzusehen. Eine theoretische Einführung zum Thema gibt Wolfgang Weigend in seinem Artikel „GraalVM startet durch“, der sich insbesondere mit den grundlegenden Eigenschaften der GraalVM und deren Performance sowie möglichen Einsatzbereichen beschäftigt. Eine gute Grundlage für die wagnisreiche Jagd nach der Performance.

Dass auf der JVM nicht nur Java-Anwendungen ihr Zuhause haben, sondern auch Sprachen wie Scala, Kotlin, Clojure oder Groovy laufen, machte die virtuelle Maschine bereits recht polyglott. Doch auch ganz fremde Vertreter wie etwa JavaScript wurden durch Projekte wie Nashorn auf der JVM heimisch. Die GraalVM hingegen wird mit dem Truffle API ausgeliefert, das theoretisch jede Programmiersprache zur „JVM-Sprache“ werden lässt. Lars Hupel nimmt Java-Entwickler in seinem Artikel „Das eierlegende Truffle-Schwein“ mit auf eine Abenteuerreise über die Grenzen des Java-Ökosystems hinaus.

Nun heißt es also: Raus aus dem miefigen Alltagstrott und hinaus in die Wildnis. Ich verspreche Ihnen, es lohnt sich.

mohilo_dominik_sw.tif_fmt1.jpgDominik Mohilo | Redakteur

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