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Das User Interface im Wandel – Teil 3

UIs for Enterprise


Einen immer größeren Anteil der Arbeitszeit verbringen die Mitarbeiter vieler Branchen vor den Bildschirmen eines Computers. Oft sind es zwei oder mehr Monitore, die sämtliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Designer und Entwickler sind in der Pflicht, bestmögliche Qualität für eine optimale User Experience zu liefern.

Enterprise-Anwendungen sind durch sehr hohe Anforderungen in allen Belangen gekennzeichnet. Der Grund sind nicht nur die geschäftskritischen Prozesse, die durch die Anwendungen bearbeitet werden, sondern auch eine große Anzahl an Mitarbeitern mit den unterschiedlichsten Erwartungen an die Software. Sie alle müssen mit den Benutzeroberflächen der Software zurechtkommen, denn es ist für sie das Handwerkszeug, um ihre Arbeit zu erledigen. Vergessen wir dabei nie: Nutzer wollen keine Software bedienen – sie haben vielmehr ein reales Problem, das Sie mit Hilfe von Software möglichst einfach und schnell lösen wollen.

In diesem Artikels widmen wir uns dem Thema User Interface und Enterprise-Applikationen. Welche besonderen Anforderungen werden im unternehmerischen Umfeld gestellt? Wie können wir den Spagat aus Funktionalität und Design lösen? Welche Elemente tragen zu einer Steigerung der Produktivität und Effizienz bei? Wie können ggf. Einarbeitungs- und Schulungskosten durch eine gelungene User Experience (UX) (Kasten: „UI vs. UX“) minimiert werden?

Anwender kommen heute an den unterschiedlichsten Orten und im Zusammenhang mit den unterschiedlichsten Aufgaben im privaten und beruflichen Umfeld mit Software in Berührung. Apps auf dem Smartphone, Textverarbeitung auf dem PC, Messenger-Tool im privaten Umfeld, Tabellenkalkulation im Unternehmen, Webshop für Onlineeinkäufe, das komplexe CRM- bzw. ERP-System am Arbeitsplatz. Es sind nur einige Beispiele des allumfassenden und stetigen Einsatzes von Software in unserem Alltag. Diese Vielfalt an genutzter Software prägt in einem erheblichen Maß unsere Erwartungshaltung. Häufig genutzte Programme sind uns in der Bedienung vertraut, wir nutzen sie, ohne nachdenken zu müssen. Diese Erwartungshaltung überträgt sich zwangsläufig auf die Software, die in Unternehmen eingesetzt wird. Bei Enterprise-Applikationen gibt es jedoch eine Vielzahl von Besonderheiten zu berücksichtigen.

UI vs. UX

User Interface (UI) und User Experience (UX) sind eng miteinander verbunden [4], aber man darf sie nicht verwechseln. Beim UI geht es um die Oberfläche, die für den Austausch zwischen Mensch und Maschine zuständig ist. Das UX betrifft mehrere Aspekte, d. h. Aktionen, Emotionen und Erfahrungen einer Person in Bezug auf ein bestimmtes Produkt bzw. eine Dienstleistung.

Enterprise-Applikationen unter der Lupe

Schauen wir uns zunächst die Begriffe Enterprise-Applikation oder Business-App an. Der Begriff der Enterprise-Applikation oder Enterprise-Software ist sehr unscharf definiert und wird oft auch für Marketingzwecke verwendet, um deutlich zu machen, dass es sich um Software für Unternehmen handelt, die besonders hohe Anforderungen erfüllt. Man möchte diese Art von Software von den Anwendungssystemen abgrenzen, die im privaten oder nicht kommerziellen Umfeld eingesetzt werden. Viele Applikationen werden allerdings gleichermaßen im Unternehmen und privaten Umfeld verwendet, zum Beispiel Textverarbeitung, E-Mail-Client, Tabellenkalkulation usw. Eine Trennung ist also nicht immer möglich. Viele Hersteller verwenden den Begriff Enterprise in diesem Zusammenhang, um einen höheren Preis (Lizenzkosten) zu rechtfertigen. Meist gibt es gegenüber der Standardapplikation einen „Zuschlag“ an Funktionalität, der jedoch oft nicht im Verhältnis zum höheren Preis steht.

Enterprise-Software wird in unterschiedlichen Bereichen von Unternehmen eingesetzt. Dabei können wir zum Beispiel betriebswirtschaftliche und technische Anwendungen differenzieren [1]. Zu den betriebswirtschaftlichen Anwendungen gehört Software für folgende Geschäftsfelder:

  • Materialwirtschaft

  • Personalwirtschaft

  • Finanz- und Betriebswirtschaft

  • Absatzwirtschaft

  • Produktionsplanung und -steuerung

  • Logistik und Supply-Chain-Management

  • Enterprise-Resource-Planning

Aus dem Anwendungsfeld der technischen Software sind im betrieblichen Umfeld insbesondere die so genannten „C“-Techniken zu nennen, also zum Beispiel:

  • CAD (Computer Aided Design): Rechnergestützte Konstruktion

  • CAFM (Computer Aided Facility Management): Rechnergestützte Infrastrukturverwaltung

  • CAP (Computer Aided Planning): Rechnergestützte Arbeitsplanung

  • CAM (Computer Aided Manufacturing): Rechnergestützte Fertigung

Sehen wir uns noch drei typische Vertreter von Enterprise-Software an [2]. In vielen Bereichen der Industrie (Herstellung) werden Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Systeme eingesetzt. Ein solches ERP ist oft das Herz und das Hirn eines modernen Unternehmens. Es basiert auf einer einheitlichen Datenbank. Die notwendigen Daten werden einmal eingegeben und können von allen Abteilungen verwendet werden. Das System besteht in der Regel aus mehreren Modulen, die jeweils für die Digitalisierung bestimmter Bereiche eines Unternehmens verantwortlich sind. Dazu gehören Buchhaltung, Bestandsverwaltung, Kundendienst, Geschäftsprozessmanagement, Auftragsmanagement, Human-Resource-Management, E-Commerce-Versand etc.

Gemeinsam können diese Module einen 360°-Überblick über die Kunden bieten, Geschäftsprozesse automatisieren und transparenter machen. Ein ERP-System kann in andere Unternehmenssoftwarelösungen integriert werden, einschließlich Customer Relationship Management...

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