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Kolumne: EnterpriseTales

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Eines muss man der Java EE Expert Group lassen: Kaum hat man das geplante Releasedatum ein paarmal verschoben, schon liefert man pünktlich. Aber mal im Ernst. Wie mittlerweile wahrscheinlich jedem bekannt sein dürfte, haben verschiedene politische Irrungen und Wirrungen im Hause Oracle und der Java EE Community dafür gesorgt, dass die inhaltliche Ausrichtung der Version 8 des Java-Enterprise-Standards mehrfach geändert wurde, was zunächst zu einer Stagnation in der Entwicklung und am Ende zu einer deutlichen Verzögerung des Release geführt hat [1].

Am 31. Juli, also dem letztmöglichen Tag des selbstgesteckten Ziels „Releases im Juli“, war es dann endlich soweit. Linda DeMichiel, ihres Zeichens Java EE 8 Specification Lead, verkündet die Verfügbarkeit des Final Release der Spezifikation. Genau genommen handelte es sich zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich um das Final Release, sondern um den Final Draft. Und ganz genau genommen steht die Spezifikation im Juli auch noch nicht auf der offiziellen Webseite des Java Community Process [2] zur Verfügung, sondern lediglich im Java EE Git Repository [3]. Aber das ist nun wirklich Haarspalterei.

Modern Web statt Cloud

Initial angetreten, um zukunftsorientierte Themen wie Microservices und Cloud im Standard zu verankern, wurde die Expert Group im Laufe der letzten vier Jahre aus den genannten Gründen mehrfach von der Realität eingeholt. Entsprechend hat sich die Ausrichtung des Java-Enterprise-Standards zwischen den Jahren 2013 und 2017 einige Male um etliche Grad gedreht. Aus einem ursprünglich revolutionären Release wurde am Ende ein eher evolutionäres Release, das in seiner letztendlichen Version nur die bereits in Java EE 7 angefangenen Themen wie Modern Web Application und Ease of Development konsequent weiterverfolgt. Wirklich neue Themen dagegen finden sich in Java EE 8 kaum.

Selbst die noch im Oktober 2016 im Rahmen der JavaOne angekündigten wenigen Lichtblicke in Hinsicht auf Cloud und Co., wie Health Checking und External Configuration, zu deren Gunsten bereits geplante APIs wie MVC 1.0 oder Management 2.0 gestrichen wurden, wurden am Ende in das Folgerelease verschoben. Ein Grund zur Enttäuschung? Ja und nein.

Weniger ist mehr

Betrachtet man einmal nüchtern die politischen Differenzen zwischen Oracle und Teilen der Java EE Community – allen voran die Java EE Guardians [4] mit ihrem provokanten Slogan „Safeguarding the Future of the Java EE Community“ – können wir wahrscheinlich froh sein, dass es heute ü...

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