Java Magazin - 11.2014 - Logging


Preis: 9,80 €

Erhältlich ab:  Oktober 2014

Umfang:  100

Autoren / Autorinnen: Tobias Flohre, Arno Haase, Volker Gruhn, Dominik Schadow, Till Schulte-Coerne, Stefan Tilkov, Diana Kupfer, Sven Ruppert, Heinz Kabutz, Johannes Dienst, Mark Struberg, Gerhard Petracek, Jonathan Buch, Joachim Arrasz, Christian Grobmeier, Tammo van Lessen, Kai Tödter, Arne Limburg, Lars Röwekamp, Michael Müller, Sascha Möllering, Dominik Obermaier, Peter Friese, Eva Fulierova

Vom Open-Source-Modell sind sie schon lange überzeugt. Doch erst kürzlich legten sie ein gemeinsames Bekenntnis zu offenen Technologien ab, dessen Symbolkraft kaum zu übertreffen ist: Zehn große Tech-Firmen aus dem Silicon Valley schmiedeten Mitte September die neue Allianz „TODO“, die sich der Entwicklung und Pflege von Open-Source-Technologien widmen möchte. Auf der Entwicklerkonferenz @Scale präsentierte Jay Parikh, Global Head of Engineering bei Facebook, der Öffentlichkeit die gemeinsame Vision. Das auf der Website veröffentlichte Selbstverständnis der Kooperation beginnt wie folgt: „Open source is part of the fabric of each of our companies. Between us, our open source programs enable us to use, contribute to, and maintain, thousands of projects – both large and small.“

Talk openly, develop openly

TODO ist ein Akronym für „Talk openly, develop openly.“ So lautet die zentrale Forderung der zehn Gründungsmitglieder des Bündnisses: Box, Dropbox, Facebook, GitHub, Google, Khan Academy, Stripe Square, Twitter und Walmart Labs.

Die Liste an Open-Source-Technologien aus dem Hause Facebook wird immer länger: HHVM, Hack, Presto oder Cassandra sind einige Beispiele. Auch die quelloffenen Technologien von Google – von A wie Android bis Z wie ZXing – sind bekannt und bewährt. In puncto Android musste sich der Suchmaschinenriese allerdings schon mehrmals den Vorwurf gefallen lassen, sein mobiles Betriebssystem sei zu strengen Auflagen unterworfen und daher nicht wirklich Open Source.

Mehr als eine Taskforce

In Reaktion auf die kritische OpenSSL-Schwachstelle „Heartbleed“, die im Frühjahr publik wurde, gründeteten Google und Facebook sowie weitere Unternehmen die Core Infrastructure Initiative, die sich um die Finanzierung wichtiger Open-Source-Projekte kümmert. Auch die Gründung von TODO dürfte viele Kratzer im Image des Open-Source-Modells, die Fälle wie Heartbleed hinterlassen haben, ausmerzen. Im Selbstverständnis ist von „Herausforderungen“ die Rede, die man gemeinsam bewältigen wolle: „These [open source] programs face many challenges, including ensuring high-quality and frequent releases, engaging with developer communities, and using and contributing back to other projects effectively. The members of this group are committed to working together in order to overcome these challenges.“

TODO ist jedoch mehr als eine Taskforce für Open-Source-Problemfälle. Das oben zitierte Statement „Open source is part of the fabric of each of our companies“ zeigt: Offene Technologien sind zu einer unverzichtbaren Geschäftsgrundlage für die erfolgreichsten IT-Unternehmen der Erde avanciert – und haben einen Ritterschlag wie diesen verdient. Man könnte auch sagen: Das goldene Open-Source-Zeitalter ist angebrochen.

Java Logging und Lava Jogging

Eine neue Ära könnte auch die im Juli erschienene zweite Major-Version des Java-Logging-Frameworks ­Apache Log4j einläuten, die Teil des Heftschwerpunkts der vorliegenden Ausgabe ist. Noch vor zwei Jahren scherzte Viktor Klang, Chief Architect bei Typesafe: „Java Logging and Lava Jogging – both are things to avoid.“ Auf Twitter kam dieser bissige Schüttelreim gut an. Zur selben Zeit war Log4j-Bashing noch gang und gäbe. Schließlich kam die zweite Hauptversion gefühlte zehn Jahre zu spät. Schon vor fast zwei Jahren prophezeite unser Autor Christian Grobmeier optimistisch, Version 2.0 werde Log4j das „Comeback des Jahres“ bescheren. „Welchen Jahres?“ wäre rückblickend eine durchaus berechtigte Frage gewesen. Nun aber ist ­Log4j 2.0 nach vier Jahren harter Entwicklungsarbeit da – und „bietet (...) alles, was man heutzutage zum Loggen braucht“, wie Grobmeier in seinem Artikel ab S. 45 berichtet. Mit seiner Audit-Fähigkeit, Java-5-Concurrency-Features, einer schöneren Konfiguration, einem modernen API und dem neuen asynchronen Logger auf Basis der LMAX-Disruptor-Technologie hat der Java-Logging-Veteran tatsächlich einige Trümpfe im Ärmel.

Zunächst aber beantworten Joachim Arrasz und Jonathan Buch in ihrem Leitartikel ab S. 32 viel grundsätzlichere Fragen zum Thema Logging – etwa die, warum klassisches Logging eigentlich so schwer ist und den Betrieb oftmals mehr behindert als unterstützt. Auch werfen wir u. a. einen Blick auf Logging in verteilten Umgebungen: Das Projekt Apache Flume macht’s möglich (S. 40). Wie auch immer Sie es mit Java Logging halten: Möge der Heftschwerpunkt dazu beitragen, alte Vorurteile abzubauen und neue Wege zu entdecken. Keep loggin’!

kupfer_diana_sw.tif_fmt1.jpgDiana Kupfer, Redakteurin

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