Java Magazin - 11.2015 - Dreamteam - AngularJS mit TypeScript


Preis: 9,80 €

Erhältlich ab:  Oktober 2015

Umfang:  100

Autoren / Autorinnen: Gabriele Heimann, Sebastian Rothbucher, Holger Endres, Kai Tödter, Michael Müller, Arno Haase, Dominik Helleberg, Martin Dilger, Thorsten Maier, Andreas Monschau, Oliver Wronka, Mark Cieliebak, Daniel Schutzbach, Fatih Uzdilli, Michael Schnell, Daniel Takai, Olaf Otto, Waldemar Cichon, Michael Gruczel, Sebastian Meyen, Anton Kosyakov, Stefan Oehme, Lars Röwekamp, Peter Roßbach, Matthias Wittum, Peter Hruschka, Dierk König, Peter Friese

Die Nachricht, dass Oracle das Java-Evangelisten-Team auflösen werde, hat im September für Verunsicherung gesorgt. Jetzt aber wieder einmal den Untergang des Java-Abendlands zu beschwören, zeugt mehr von Hysterie denn von Kenntnis der Sachlage. Gewiss, wir alle fühlen uns mit einer Halbnachricht, die über private Social-Media-Accounts in kryptischen Andeutungen lanciert worden ist, nicht gerade gut informiert, und Oracles Schweigen fühlt sich schon ein bisschen arrogant an. Aber Oracle wäre nicht Oracle, wenn es sich durch ein so kleines Shitstörmchen aus der Ruhe bringen lassen würde.

Tatsache ist, dass das bisherige Team der Java-Evangelisten aufgelöst wird und es gerade einmal drei Personen gibt, die deshalb offenbar das Unternehmen verlassen. Jetzt gibt es da aber unter http://bit.ly/1Qvmhy9 doch noch eine offizielle Liste aller Java-Evangelisten bei Oracle, die weit mehr Namen umfasst. Was hat diese zu bedeuten?

Leute wie Brian Goetz, Dalibor Topic, Henrik Ståhl und Terrence Barr, deren Namen u. a. auch auf der Liste stehen, sind jedenfalls keine Vollzeit-Java-Evangelisten, sondern Engineers, technische Produktmanager oder bei Oracles Technology-Marketing beschäftigt. Gewiss aber sind es Leute, die in der Öffentlichkeit auftreten und Technologien präsentieren und diskutieren … und es gibt kein Anzeichen dafür, dass sich daran etwas ändern wird.

Da Oracle sich derzeit massiv aufs Cloud-Geschäft konzentriert, wurde offenbar intern bereits seit einem halben Jahr über die Verlagerung vieler Aktivitäten und Kräfte in Richtung Cloud gesprochen. Dementsprechend scheint das Schicksal der Java-Evangelisten-Truppe intern niemanden überrascht zu haben.

Wenn wir einen Moment über die Aufgabe eines Evangelisten nachdenken, müssen wir uns auch fragen, ob die Rolle überhaupt noch zeitgemäß ist. Wenn ein Evangelist ein Verkünder einer frohen Botschaft ist, dann müssen wir uns doch die Frage stellen, ob Java das im Jahr 2015 wirklich noch braucht. Anstatt einseitiger Verkündigung ist in Zeiten von Open Source vielmehr ein vertiefter Dialog zwischen Core Engineering und Java-Anwendern und -Entwicklern wichtig. Das Feedback aus der Entwicklergemeinde zurück ins Engineering sollte heute ebenso wichtig sein wie das Verbreiten der frohen Java-Botschaft.

So werde ich zumindest die Java-Evangelisten nicht vermissen, zumal die meisten fähigen Leute ohnehin mit anderen Aufgaben betraut sind. Mit ihnen wollen wir – Anwender, Entwickler, Journalisten – weiterhin in einem offenen und konstruktiven Dialog stehen. Und da bin ich zuversichtlich.

In diesem Sinne – viel Spaß bei der Lektüre der aktuellen Ausgabe des Java Magazins!

meyen_sebastian_sw.tif_fmt1.jpgSebastian Meyen, Chefredakteur

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