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Sprachbefehle für LEGO-MINDSTORMS-Roboter

Alexa trifft LEGO


Vor 75 Jahren hat der Science-Fiction-Schriftsteller Isaac Asimov nicht nur den Begriff Robotik erfunden, sondern auch drei Robotergesetze formuliert [1]. Dem zweiten Asimovschen Gesetz gemäß muss ein Roboter den menschlichen Befehlen gehorchen. In unserem Artikel befassen wir uns mit der technischen Fragestellung: Wie gut kann ein Roboter im Jahr 2017 auf Befehle von Menschen hören? Zwei intelligente Maschinenwesen, Alexa und LEGO, treffen aufeinander, um uns bei der Beantwortung dieser Frage zu helfen.

Nachdem endlich die Schulferien begonnen hatten, habe ich mir überlegt, einen eigenen Amazon-Echo-Ersatz auf meinem Raspberry Pi mit einem USB-Mikrofon und einem Lautsprecher zu bauen. Mit einer Anleitung auf GitHub [2] ging das schnell und problemlos. Bis auf die Anmeldung beim Amazon Alexa Voice Service konnte ich alles alleine erledigen. Dann bat ich meinen Vater um seine Unterstützung. Nachdem plötzlich der Geist im Raspberry Pi auf das Wort Alexa reagierte, stellten wir ihm sofort alle möglichen Fragen und waren mit unserer neuen allwissenden Sprachassistentin erst einmal zufrieden. Als ich schließlich voller Begeisterung „Alexa, was ist LEGO?“ ausrief, sagte Alexa, sie habe keine Antwort auf diese Frage. Immer wieder stellte ich diese und ähnliche Fragen über LEGO MINDSTORMS EV3. Jedes Mal antwortete Alexa hilflos: „Da bin ich mir leider nicht sicher!“ oder „Das weiß ich leider nicht!“ bis sie endlich kapitulierte und zugab „Entschuldigung, das weiß ich nicht. Aber lass uns Freunde bleiben.“ „Papa, das kann nicht sein, dass Alexa LEGO nicht kennt. Jedes Kind weißt, was LEGO ist!“, meinte ich enttäuscht. Papa versuchte Alexa zu verteidigen und erklärte mir, woran das Problem vermutlich liegen könnte. Er meinte, Alexa Voice Service setze die Suchmaschine Bing ein und Alexa könne nur das beantworten, was durch Bing in aufbereiteter Form zur Verfügung gestellt wird.

Das Lexikonwissen ist nicht das einzige Kriterium der Intelligenz einer Sprachassistentin. Nicht weniger wichtig ist, dass die gestellten Fragen oder Aufgabestellungen korrekt im Sinne der Spracherfassung verstanden werden, und bei Unklarheiten und Mehrdeutigkeiten durch einen möglichst natürlichen Dialog mit dem Benutzer präzisiert werden können. In der letzten Zeit gab es viele Berichte über verschiedene Vergleichstests der persönlichen Sprachassistenten von Google, Amazon, Apple und Microsoft. So behauptet beispielsweise die amerikanische Consultingfirma Stone Temple [3] aufgrund ihres T...

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