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Sag mal ...

Sag mal ...


Als Niko das Thema NIH Syndrome für’s Sag mal … vorgeschlagen hat (Anmerkung von Niko: Der Vorschlag kam von Jörn Hameister, einem regelmäßigen Leser unserer Reihe), musste ich an Mark Twain denken: „Wie lange es dauert, bis ein Teil der Welt die nützlichen Ideen eines anderen Teils übernimmt, nimmt einen wunder und ist unerklärlich. Diese Form der Dummheit ist auf keine Gemeinschaft, keine Nation beschränkt; sie ist universell. Tatsache ist, dass die Menschen nicht nur sehr lange brauchen, bis sie nützliche Ideen übernehmen – manchmal beharren sie auch hartnäckig darauf, sie ganz zu verschmähen“ [1].

Niko und ich haben also das gemacht, was wir am besten können: Kaffee getrunken und uns dabei diesmal über das Thema NIH Syndrome unterhalten.

Carina: Hochmut braucht nicht zwingend den Fall. So ist es auch mit NIH. Beispiel Apple: Macintosh, iPhone oder iPod. Nehmen wir den Macintosh. Steve Jobs und Steve Wozniak haben den PC nicht erfunden. Allerdings wollten die beiden ein Gerät konstruieren, das die bis dato existente Konkurrenz in den Schatten stellt. Sie haben etwas Vorhandenes weiterentwickelt. Ich nenne das mal gesunden Wettbewerb durch NIH.

Niko: So war es auch bei iPod und iPhone. Ich hatte bereits deutlich vor dem iPhone ein Smartphone mit Touchdisplay, Internet und E-Mail. Lediglich die Apps gab’s damals noch nicht. Und es war Windows (CE – für die, die sich noch daran erinnern). Apropos Windows und Microsoft: Auch Bill Gates meinte, das Smartphone inklusive Betriebssystem nochmal neu erfinden zu müssen. Mittlerweile musste Microsoft einsehen, dass sie hier keinen Fuß auf den Boden bekommen, und hat diesen Zweig komplett eingestellt. Herr Gates benutzt jetzt ein Android-basiertes Smartphone [2]. Ein iPhone zu nutzen spräche wohl auch gegen die Wettbewerbssituation.

Carina: Aber schauen wir erst einmal, wo das NIH Syndrome eigentlich herkommt. Oder eher, wann es zum ersten Mal unter diesem Namen auftauchte. 1982 veröffentlichten Ralph Katz und Thomas J. Allen eine Studie unter dem Titel „Investigating the Not Invented Here (NIH) Syndrome: A look at the performance, tenure, and communication patterns of 50 R & D Project Groups“ [3]. Die beiden forschten an der Sloan School of Management M.I.T. Cambridge, USA, und beschreiben das NIH Syndrome so:

„The Not-Invented-Here (NIH) syndrome is defined as the tendency of a project group of stable composition to believe it possesses a monopoly of knowledge of its field, which leads it to reject new ideas fro...

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