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Java Magazin
Kolumne: EnterpriseTales

Micro Frontend Frameworks

Spotify, Zalando, DAZN: Alle tun es. Micro Frontends sind in der Industrie etabliert. Mittlerweile gibt es verschiedene Frameworks, die bei der Umsetzung dieses architektonischen Ansatzes für Web-Frontends verwendet werden können.

Sven Kölpin


Was sind Micro Frontends nochmal?Möglichkeiten der UmsetzungDas Konzept von Micro Frontends wird aber vor allem dann interessant, wenn die verschiedenen Anwendungen zeitgleich in einer Benutzungsoberfläche angezeigt oder als Single-Page-Applikation (SPA) realisiert werden sollen. Dafür müssen die verschiedenen Micro Frontends logischerweise in irgendeiner Art zusammengefügt werden. Eine solche Integration kann sowohl zur Build-Zeit als auch zur Laufzeit erfolgen.Bei der Build-Zeit-Integration werden die eigentlich voneinander unabhängigen Micro Frontends in einem extra Build Step zu einem monolithischen Artefakt vereint und so schlussendlich als eine einzige Anwendung ausgeliefert. Vor allem bei rein clientseitigen Weboberflächen ist dieses Vorgehen eine Option, weil sie technisch gesehen relativ einfach umsetzbar ist. Der große Nachteil ist aber, dass dabei die Unabhängigkeit zwischen den Micro Frontends verloren geht. Schließlich muss die gesamte Anwendung auch bei der kleinsten Änderung eines einzelnen Frontends neu gebaut und ausgeliefert werden. Eine zweite mögliche Umsetzungsart ist die Integration zur Laufzeit, bei der die Micro Frontends dynamisch während des Betriebs mithilfe einer Integrationsschicht zu einer Benutzungsoberfläche zusammengeführt werden. Die Integrationsschicht kann entweder als dedizierte Serveranwendung, als Teil eines Micro Frontends oder direkt im Browser realisiert sein. Der Vorteil der Laufzeitintegration ist, dass die vollständige Unabhängigkeit der einzelnen Frontends auch zur Deployment-Zeit gewahrt ist. Der Nachteil liegt in der zusätzlichen technischen Komplexität. Die meisten Micro Frontend Frameworks sind darauf spezialisiert, eine Integration zur Laufzeit zu ermöglichen. Grundsätzlich ist das über zwei verschiedene Wege möglich: serverseitige Integration und clientseitige Integration. Serverseitige Integration Wichtig ist bei einem serverseitigen Integrationslayer vor allem die Widerstandsfähigkeit (Resilience). Beispielsweise muss auf potenzielle Ausfälle oder langsame Antwortzeiten der zu integrierenden Micro Frontends reagiert werden können.Eine serverseitige Integration kann ganz ohne Framework, zum Beispiel mit Hilfe von Server-side Includes (SSI), erreicht werden [1]. Über die letzten Jahre haben sich am Markt aber auch spezialisierte Frameworks hierfür etabliert. Eines der bekanntesten ist das von Zalando entwickelte Projekt Tailor.Abb. 1: Serverseitige Integration [2]Es ist möglich, Tailor mit unterschiedl...

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Micro Frontend Frameworks

Spotify, Zalando, DAZN: Alle tun es. Micro Frontends sind in der Industrie etabliert. Mittlerweile gibt es verschiedene Frameworks, die bei der Umsetzung dieses architektonischen Ansatzes für Web-Frontends verwendet werden können.

Sven Kölpin


Was sind Micro Frontends nochmal?Möglichkeiten der UmsetzungDas Konzept von Micro Frontends wird aber vor allem dann interessant, wenn die verschiedenen Anwendungen zeitgleich in einer Benutzungsoberfläche angezeigt oder als Single-Page-Applikation (SPA) realisiert werden sollen. Dafür müssen die verschiedenen Micro Frontends logischerweise in irgendeiner Art zusammengefügt werden. Eine solche Integration kann sowohl zur Build-Zeit als auch zur Laufzeit erfolgen.Bei der Build-Zeit-Integration werden die eigentlich voneinander unabhängigen Micro Frontends in einem extra Build Step zu einem monolithischen Artefakt vereint und so schlussendlich als eine einzige Anwendung ausgeliefert. Vor allem bei rein clientseitigen Weboberflächen ist dieses Vorgehen eine Option, weil sie technisch gesehen relativ einfach umsetzbar ist. Der große Nachteil ist aber, dass dabei die Unabhängigkeit zwischen den Micro Frontends verloren geht. Schließlich muss die gesamte Anwendung auch bei der kleinsten Änderung eines einzelnen Frontends neu gebaut und ausgeliefert werden. Eine zweite mögliche Umsetzungsart ist die Integration zur Laufzeit, bei der die Micro Frontends dynamisch während des Betriebs mithilfe einer Integrationsschicht zu einer Benutzungsoberfläche zusammengeführt werden. Die Integrationsschicht kann entweder als dedizierte Serveranwendung, als Teil eines Micro Frontends oder direkt im Browser realisiert sein. Der Vorteil der Laufzeitintegration ist, dass die vollständige Unabhängigkeit der einzelnen Frontends auch zur Deployment-Zeit gewahrt ist. Der Nachteil liegt in der zusätzlichen technischen Komplexität. Die meisten Micro Frontend Frameworks sind darauf spezialisiert, eine Integration zur Laufzeit zu ermöglichen. Grundsätzlich ist das über zwei verschiedene Wege möglich: serverseitige Integration und clientseitige Integration. Serverseitige Integration Wichtig ist bei einem serverseitigen Integrationslayer vor allem die Widerstandsfähigkeit (Resilience). Beispielsweise muss auf potenzielle Ausfälle oder langsame Antwortzeiten der zu integrierenden Micro Frontends reagiert werden können.Eine serverseitige Integration kann ganz ohne Framework, zum Beispiel mit Hilfe von Server-side Includes (SSI), erreicht werden [1]. Über die letzten Jahre haben sich am Markt aber auch spezialisierte Frameworks hierfür etabliert. Eines der bekanntesten ist das von Zalando entwickelte Projekt Tailor.Abb. 1: Serverseitige Integration [2]Es ist möglich, Tailor mit unterschiedl...

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