Agilität ist nur ein Anfang

Überleben im Wirtschaftsdarwinismus


Die IT befindet sich im Wandel. Manche spüren es schon, manche ignorieren es noch. Neue, hochinnovative Unternehmen mit einer extrem schnellen und flexiblen IT drängen in den Markt und sind den alteingesessenen Platzhirschen immer mehrere Schritte voraus. Agilität wird dann gerne als Wunderwaffe ins Feld geführt, um zumindest die Unternehmens-IT schneller und flexibler zu machen. Aber reicht das? Und warum produzieren viele Unternehmen mit Agilität nur noch mehr Mist in noch kürzerer Zeit? Es wird Zeit, sich den Wandel einmal genauer anzusehen und zu überlegen, wie wir uns in der IT aufstellen müssen, um zu den Gewinnern im ­Wirtschaftsdarwinismus zu gehören.

Bevor wir aber richtig einsteigen, erst eine Frage: Was hat ein Beitrag mit den Begriffen Wirtschaftsdarwinismus und Agilität in der Überschrift im Java Magazin zu suchen? Hier erwarten wir doch eher Artikel von Architektur bis hart am Code im Java-Ökosystem und weniger „weiche“ Themen wie z. B. Agilität. Darauf gibt es zwei Antworten:

  • Dieser Wandel hat auch viel mit konkreter Technologie zu tun. Es gibt viele Auslöser und viele Auswirkungen – von eher „weichen“ Faktoren bis hin zu ganz konkreter Technologie. So „weich“ ist das Thema letztlich gar nicht, auch wenn ich in diesem Artikel wahrscheinlich auf einer etwas größeren Flughöhe bin, als man es von der Mehrzahl der Artikel dieses Magazins gewohnt ist. Eberhard Wolff wird im Anschluss ab Seite 48 den technischen Aspekt näher beleuchten.

  • Indem man den hier beschriebenen Wandel versteht, lernt man auch besser einzuschätzen, welche konkreten Technologien und Techniken man auf seine To-do-Liste setzen sollte und welche vielleicht nicht ganz so wichtig sind.

Sollte Ihnen das für Ihre heutige Tagesform dennoch zu „weich“ sein, dann ist das natürlich auch okay. In dem Fall wünsche ich Ihnen viel Spaß bei der Lektüre der anderen Artikel.

Der Wirtschaftsdarwinismus

Für die, die jetzt noch dabei sind: Es gibt viele Wege, sich dem Wandel zu nähern – ich versuche es über eine kurze Begriffsklärung:

Der Darwinismus ist eine Quelle vielfältiger Missverständnisse. Gerade das im Englischen lautende Selektionskriterium „Survival of the Fittest“ wird im Deutschen häufig fälschlicherweise mit „Überleben der Stärksten“ übersetzt. Doch „Fittest“ hat in dem Zusammenhang nichts mit Stärke zu tun, sondern leitet sich von dem englischen Wort „to fit“, zu Deutsch „passen“ ab: Mit „Fittest“ sind die Spezies gemeint, die sich am besten den äußeren Bedingungen anpassen kö...

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