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Elasticsearch-Gründer Shay Banon: Am Anfang war das Suchfeld

Ein Jahrzehnt mit Lucene


Java Magazin: 2004, vor zehn Jahren, hast du mit Compass angefangen, deiner ersten Lucene-basierten Technologie. Kannst du dich noch erinnern, woher überhaupt dein Interesse für Lucene kam?

Shay Banon: Wenn ich an Compass zurückdenke, muss ich immer lächeln. Compass und mein Interesse an Lu­cene entstanden per Zufall. Damals war ich frisch verheiratet und gerade nach London gezogen. Ich wollte meiner Frau dabei helfen, ihren Lebenstraum zu verwirklichen und Köchin zu werden. Ich war arbeitslos und brauchte dringend einen Job. Also fing ich an, mit modernen Technologien herumzuspielen, um meine Kenntnisse in dem Bereich auf den neuesten Stand zu bringen. Neue Technologien zu erkunden ist aber nur dann sinnvoll, wenn es auch produktiv ist. Also habe ich eine Anwendung gebaut, mit der meine Frau alles Wissen erfassen konnte, was an ihrer Kochschule vermittelt wurde.

Ich hatte dazu viele verschiedene Technologien im Auge. Aber im Kern, so stellte ich mir vor, sollte die Anwendung aus einem einzigen Suchfeld bestehen. Würde man in dieses Suchfeld ein Konzept, eine Idee oder eine Zutat eingeben, so würde sich vor einem ein Pfad an Möglichkeiten auftun, den man erkunden konnte.

Das führte mich schnell zu Lucene, zu jener Zeit die De-facto-Standard-Suchbibliothek für Java. Ich vertiefte mich in die Technologie, und Compass entsprang aus dem Bestreben, Lucene für den Gebrauch in gängigen Java-Anwendungen zu vereinfachen. Konzeptuell fing es als eine Art Hibernate für Lucene an.

Bald war ich total begeistert von dem Projekt und fing an, es auch für andere Dinge als die Kochanwendung zu nutzen – bis ich mich fast nur noch damit beschäftigte. Nach ein paar Monaten beschloss ich, es als Open ­Source freizugeben. Es wurde sofort ein voller Erfolg.

Im Wesentlichen ermöglichte es Compass den Nutzern, ihr Domänenmodell ganz leicht auf Lucene abzubilden, zu indizieren und zu suchen. Diese Freiheit inspirierte viele dazu, Compass und Lucene für völlig neue Zwecke zu nutzen. Hatte man z. B. schon ein Modell für ein Gewerbe in seiner Finanzanwendung, war es ein Leichtes, dieses Gewerbe mit Compass für Lucene zu indizieren. Die Freiheit, nach buchstäblich jedem Aspekt eines Gewerbes suchen zu können, konnten Anwender an ihre eigenen Kunden weitergeben, was sich als sehr mächtige Eigenschaft herausstellen sollte. So war ich ganz vorne mit dabei, als es darum ging, mit Anwendern zusammenzuarbeiten, die – wie ich – die erstaunliche Wirkung der Suchtechnologie auf die unternehmerische Wertschöpfung entdeckten.

Meine Frau wartet im Übrigen noch immer auf diese Kochanwendung ...

JM: Jetzt, zehn Jahre später, bildet Lucene das Fundament von Elasticsearch. Was ist es, das dich an dem Projekt und der Technologie begeistert?

Banon: Zunächst sind es die Leute, die am Apache-Lucene-Projekt beteiligt sind. Obwohl ich wahrscheinlich etwas früher involviert war als die meisten aktuellen Lucene-Entwickler, habe ich Leute erlebt, die Lucene auf ein Niveau heben, von dem ich mir nie hätte träumen lassen, dass man es erreichen könnte. Während der Compass- und frühen Elasticsearch-Zeit habe ich viele Stunden lang Gespräche mit Leuten wie Mike McCand­less und Simon Willnauer geführt, in denen wir über viele verschiedene Aspekte Lucenes redeten.

Als das mit Elasticsearch losging, galt es eine Firma aufzubauen, die mit diesem hohen Entwicklungstempo und Qualitätsniveau, das Apache Lucene auszeichnet, Schri...

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