© Excellent backgrounds/Shutterstock.com
Kolumne: EnterpriseTales

Kolumne: EnterpriseTales


„Und ewig grüßt das Murmeltier“, besser lässt sich die aktuelle Diskussion rund um die Zukunft von Java EE wohl kaum beschreiben. Denn nicht zum ersten Mal steht die schleppende (R)Evolution des Java-Enterprise-Standards in der Kritik. Und das leider zu Recht.

„Da haben wir ja wohl noch einmal Glück gehabt, oder? Oracle lässt Java EE nicht fallen, sondern gibt jetzt richtig Vollgas!“ So oder zumindest so ähnlich kam ein Kunde von mir in einem aktuellen Projekt während der diesjährigen JavaOne erleichtert auf mich zu. Kurz zuvor hatte Oracle im Rahmen der Java Keynote die ambitionierte Roadmap für Java EE 8 und 9 vorgestellt. Ambitioniert deshalb, da Java EE mittelfristig ein völlig neues Programmiermodell mit sich bringen soll und darüber hinaus für die kommenden vierundzwanzig Monate gleich zwei neue Release eingeplant sind.

Positiv fällt auf, dass Oracle die Zeichen der Zeit erkannt zu haben scheint und einen Großteil der zukünftigen Planungen für Java EE in Richtung Microservices und Container ausrichtet. Dies manifestiert sich unter anderem in dem Theme der zukünftigen Version(en): „A new App Style for Cloud and Microservices“. Negativ zu bemerken ist dagegen, dass die Planung scheinbar still und heimlich an der Community vorbei stattgefunden hat. Oracle ist bereit, schon sicher geglaubte APIs wie MVC 1.0 oder JMS 2.1 einfach fallen zu lassen.

Back to the Future?

Ein wenig fühlt man sich in das Jahr 2002 zurückversetzt. Der Java-Enterprise-Standard scheint in seiner aktuellen Version nicht mehr wirklich zeitgemäß zu sein. Zumindest dann nicht, wenn es um die Unterstützung der derzeit angesagten Themen wie Microservices und Container geht. Als Konsequenz tauchen daher an allen Fronten Alternativen auf. Allen voran mal wieder Spring mit Spring Boot und Spring Cloud – und das meine ich als bekennender Java-EE-Jünger durchaus positiv. Und selbst die standhaftesten Vertreter aus dem Java-EE-Lager warten mittlerweile mit minimalistischen Lösungen auf, die zwar in großen Teilen auf dem Standard basieren, am Ende dann aber doch nicht mehr ganz so standardkonform sind, wie es die Spezifikation vorsieht. Prominenteste Beispiele sind hier WildFly Swarm, TomEE Shades, Payara Micro oder KumuluzEE. Zusätzlichen Gegenwind erhält Oracle bei seinen Spezifikationsbemühungen in jüngster Vergangenheit von den beiden Initiativen Java EE Guardians und MicroProfile, denen die Entwicklung im Java-EE-Umfeld deutlich zu langsam voranschreitet und die daher Bereitschaft sign...

Neugierig geworden?

Angebote für Teams

Für Firmen haben wir individuelle Teamlizenzen. Wir erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang