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Java am Microcontroller mit MicroEJ - Teil 2

Embedded-Benutzerschnittstellen mit Java


Die Möglichkeit, Java-Code auf einem Mikrocontroller auszuführen, hilft bei der Reduktion der Softwarekopplung. MicroEJ bringt allerdings auch einen reichhaltigen GUI-Stack mit.

Die Frage, ob sich Java zur Realisierung eines mit 400 kHz rödelnden Schaltreglers eignet, braucht man nicht wirklich zu diskutieren. Der Garbage Collector reicht aus, um die Echtzeiteigenschaften des Ausführungssystems irreparabel zu beschädigen.

Analog zur Frage, ob eine Tupolew 144 das einzig wahre Flugzeug ist (Antwort: nein, denken Sie an Frachtflüge), gibt es auch in der Welt der Mikrocontrollerprogrammierung eine Vielzahl von Aufgaben, die ohne Echtzeiteigenschaften auskommen. Ein Klassiker wäre die Anzeige reichhaltiger grafischer Oberflächen – gewöhnliche LCD-Displays sind mittlerweile nicht einmal mehr im Humidorbereich akzeptabel (Abb. 1).

hanna_microej_2_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Produkte wie der Hygrosage vertreiben numerische bzw. alphanumerische LCDs aus ihren letzten Einsatzbereichen

GUI im Chaos

Die Entwicklung von Benutzerschnittstellen für Java-Programme ist seit jeher ein Marsch durch den Urwald – Dutzende von Standards konkurrieren um die Gunst des PT-Entwicklers. Bei der Arbeit in der MicroEJ-Welt ist die Situation insofern etwas einfacher, als es – eigentlich – nur zwei GUI-Systeme gibt. Erstens gibt es die MicroUI-Bibliothek. Hinter dem Akronym verbirgt sich der Begriff Micro User Interface. Es handelt sich dabei um einen „Zeichen-Primitiv-Stack“, der nebenbei auch für das Entgegennehmen von Button- und Touchscreen-Ereignissen und die Internationalisierung von Strings verantwortlich zeichnet. In der Theorie könnte ein Entwickler mit MicroUI Steuerelemente zusammenbauen.

Um uns diese (wenig befriedigende) Arbeit zu ersparen, gibt es zusätzlich die auf MicroUI basierenden Widget-Libraries. Sie stellen Dutzende vorgefertigte Steuerelemente zur Verfügung, mit denen der PT-Entwickler unbürokratisch Applikationen realisieren kann.

Erzeugung eines eigenen Projekts

Als erste Aufgabe wollen wir unseren STM32 zur Realisierung kleiner grafischer Spielereien einspannen. Hierzu wollen wir ein neues Projekt erzeugen, weshalb wir im MicroEJ SDK auf die Option File | New klicken. Das MicroEJ SDK bietet dort zwei Projektvorlagen an: einerseits ein MicroEJ Sandbox Application Project, andererseits ein MicroEJ Standalone Application Project.

Laut dem unter [1] bereitstehenden MicroEJ-Glossar kennt die Ausführungsumgebung vier Applikationstypen: Die Standalone Application ist eine Applikation, die direkt mit ...

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