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Editorial

Jo, wir schaffen das!


Wenig erfüllt das Herz des Menschen mit mehr Stolz als das Erschaffen von Neuem. Das ist sozusagen Wasser auf die Mühlen unseres menschlichen Gottkomplexes. Schaut man sich einmal um in der Welt, sei es in der visuellen Kunst, der Schriftstellerei oder eben in der Architektur, dann kommt bei diesem Schaffensdrang durchaus das ein oder andere Meisterwerk heraus. Schon Goethe wusste, dass die echte Sehnsucht des Menschen stets produktiv sein muss, ein Neues, Besseres zu schaffen.

Doch natürlich ist das Schaffen ein Prozess. Wir sind, egal wie sehr manche sich das auch einreden mögen, eben keine Götter. Kein noch so vehementes Fingerschnippen wird etwas Bleibendes und Wunderbares ins Leben rufen – von einem schönen Ton, der allzu bald verhallt, einmal großzügig abgesehen. Nachhallend vielleicht, aber nicht nachhaltig. Das muss auch gar nicht sein, Rom wurde ja schließlich auch nicht an einem Tag erbaut. Und der Aufwand hat sich offenbar gelohnt.

Java – weder die Sprache noch die Insel – ist nicht an einem Tag erschaffen worden, auch wenn man bei der Insel einen theologischen Diskurs beginnen könnte. Bleiben wir daher lieber bei der Sprache Java. Vor Kurzem noch haben wir das 25-jährige Jubiläum gefeiert: 25 Jahre, in denen die Entwicklung der Sprache nie stillstand. Mittlerweile sind wir bei Version 15 angelangt, doch ist diese, obgleich sie natürlich ganz wunderbar für sich allein stehen kann, nur ein Grundgerüst für das nächste Long-Term-Support-Release Java 17: Ja, die Erker, Säulengänge und Zierbögen sind wunderbar, doch manche Features des neuen Releases befinden sich noch im Bau und in der Prüfphase, etwa Sealed Classes, Pattern Matching und Records. Fertig sind hingegen die beiden Garbage Collectors ZGC und Shenandoah sowie Hidden Classes.

Wer sich mit dem Baugewerbe auskennt, wird vermutlich auch schon von dessen eher düsteren Seiten gehört haben. Zwielichtige Gestalten sind oft in Bauvorhaben involviert, und es soll sogar schon vorgekommen sein, dass ungeliebte Aktionäre ... verschwanden. Aufmerksame Häuslebauer können vielleicht aus dem Fundament ein gebogenes Rhinozeros-Horn herausragen sehen. Wir werden dich vermissen, Nashorn. Außerdem leuchten einige Pfeiler verdächtig, doch keine Sorge: Das ist keine Radioaktivität, sondern nur die veralteten Ports für SPARC und Solaris.

Sie sehen, liebe Bauherrinnen und Bauherren, die ewige Baustelle Java wurde erneut sicherer, besser und schöner, der Grundstein für die nächste LTS-Version gelegt. Ach ja: ...

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