Anwendungen für die Google App Engine entwickeln

In Google we trust?

Michael Seemann


Angefangen hat die App Engine einmal mit Python, da diese Sprache offensichtlich von Google intern verwendet wurde, um etwa die Applikationen für das Werbesystem (AdWords und AdSense) zu erstellen. Etwa ein Jahr nach der Veröffentlichung kam dann im April 2009 Java als unterstützte Sprache hinzu. Die Unterstützung von Java dürfte der Unternehmensstrategie von Google geschuldet gewesen sein, auf eine weit verbreitete, typisierte Sprache zu setzen. Das schlug sich dann auch im Google Web Toolkit nieder und wird nicht zuletzt beim Einsatz von Java für die Android-Entwicklung sichtbar. Zu jener Zeit war noch nicht absehbar, dass Oracle Sun übernimmt und sich damit ein neues Feld von Patentstreitigkeiten ergibt.

Als letzte unterstützte Sprache kam Googles Go [1] hinzu. Diese Sprache ist besonders für Cluster und Cloud-Computing-Systeme optimiert – also ein idealer Kandidat für eine Plattform wie die Google App Engine. In diesem Artikel werden wir jedoch ausschließlich Java betrachten. Ein leichtgewichtiges Groovy Toolkit für die Google App Engine gibt es ebenfalls: Gaelyk [2].

Die Google App Engine ist momentan als Public-Cloud-System positioniert. Alle Applikationen werden in der Infrastruktur von Google betrieben. Dazu wird entweder eine App unter der Domain appspot.com eingerichtet oder man verknüpft die neu zu erstellende App mit einer Google Apps Domain [3]. Besonders in den USA wird dieser Google-Dienst häufig eingesetzt, da er eine sehr günstige Alternative zu einer eigenen Groupware-Lösung bietet. In Deutschland herrscht in dieser Hinsicht deutlich mehr Zurückhaltung, die nicht zuletzt auf Datenschutz- und Datensicherheitsaspekte zurückzuführen ist. Nicht zuletzt deshalb würde man sich wünschen, dass die GAE auch als Private Cloud verfügbar ist. Eine direkte Unterstützung von Google gibt es in dieser Hinsicht derzeit jedoch nicht. Allerdings versucht beispielsweise das Open-Source-Projekt appscale [4] eine Laufzeitumgebung für GAE-Applikationen zur Verfügung zu stellen, in die man seine Apps deployen kann. Das Projekt wird aktiv weiterentwickelt, stößt aber natürlich auch an seine Grenzen: Zum einen hängt es den Google APIs prinzipbedingt immer etwas hinterher, und zum anderen sind nicht alle Services verfügbar, die die GAE zur Verfügung stellt, da es sich häufig um Dienste handelt, die ausschließlich von Google betrieben und zur Verfügung gestellt werden (z. B. Google Cloud Storage). Für diese müssen dann jeweils vergleichbare Dienste in der appscale-...

Anwendungen für die Google App Engine entwickeln

In Google we trust?

Michael Seemann


Angefangen hat die App Engine einmal mit Python, da diese Sprache offensichtlich von Google intern verwendet wurde, um etwa die Applikationen für das Werbesystem (AdWords und AdSense) zu erstellen. Etwa ein Jahr nach der Veröffentlichung kam dann im April 2009 Java als unterstützte Sprache hinzu. Die Unterstützung von Java dürfte der Unternehmensstrategie von Google geschuldet gewesen sein, auf eine weit verbreitete, typisierte Sprache zu setzen. Das schlug sich dann auch im Google Web Toolkit nieder und wird nicht zuletzt beim Einsatz von Java für die Android-Entwicklung sichtbar. Zu jener Zeit war noch nicht absehbar, dass Oracle Sun übernimmt und sich damit ein neues Feld von Patentstreitigkeiten ergibt.

Als letzte unterstützte Sprache kam Googles Go [1] hinzu. Diese Sprache ist besonders für Cluster und Cloud-Computing-Systeme optimiert – also ein idealer Kandidat für eine Plattform wie die Google App Engine. In diesem Artikel werden wir jedoch ausschließlich Java betrachten. Ein leichtgewichtiges Groovy Toolkit für die Google App Engine gibt es ebenfalls: Gaelyk [2].

Die Google App Engine ist momentan als Public-Cloud-System positioniert. Alle Applikationen werden in der Infrastruktur von Google betrieben. Dazu wird entweder eine App unter der Domain appspot.com eingerichtet oder man verknüpft die neu zu erstellende App mit einer Google Apps Domain [3]. Besonders in den USA wird dieser Google-Dienst häufig eingesetzt, da er eine sehr günstige Alternative zu einer eigenen Groupware-Lösung bietet. In Deutschland herrscht in dieser Hinsicht deutlich mehr Zurückhaltung, die nicht zuletzt auf Datenschutz- und Datensicherheitsaspekte zurückzuführen ist. Nicht zuletzt deshalb würde man sich wünschen, dass die GAE auch als Private Cloud verfügbar ist. Eine direkte Unterstützung von Google gibt es in dieser Hinsicht derzeit jedoch nicht. Allerdings versucht beispielsweise das Open-Source-Projekt appscale [4] eine Laufzeitumgebung für GAE-Applikationen zur Verfügung zu stellen, in die man seine Apps deployen kann. Das Projekt wird aktiv weiterentwickelt, stößt aber natürlich auch an seine Grenzen: Zum einen hängt es den Google APIs prinzipbedingt immer etwas hinterher, und zum anderen sind nicht alle Services verfügbar, die die GAE zur Verfügung stellt, da es sich häufig um Dienste handelt, die ausschließlich von Google betrieben und zur Verfügung gestellt werden (z. B. Google Cloud Storage). Für diese müssen dann jeweils vergleichbare Dienste in der appscale-...

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