Technische Herausforderungen in der mobilen Spieleentwicklung am Beispiel der App Hungry Archie

A Fish gets physical

Frank Bruns


The Day After

Hungry Archie ist ein Spiel für Android-Smartphones und -Tablets, das sowohl Erwachsene als auch Kinder ansprechen soll. Man spielt Archie, den kleinen Schützenfisch [1], der eines Tages in die Natur entlassen wird, um sich sein Futter zu besorgen. Schützenfische verfügen über die erstaunliche Fähigkeit, Insekten, die auf Sträuchern, Grashalmen oder Ästen sitzen, über Distanzen von bis zu zwei Metern mit einem gezielten Wasserstrahl herunterzustoßen und so zu erbeuten. Daran angelehnt, ist es die Aufgabe des Spielers, Ameisen, Bienen und Glühwürmchen per Wasserschuss in den See zu befördern.

Das Spieldesign ist auf das kreative Lösen kniffeliger Rätsel, aber auch auf Geschick und Timing ausgelegt. Die Spielwelt wird physikalisch korrekt simuliert und bietet so die Möglichkeit, Gegenstände abprallen zu lassen oder Kettenreaktionen in Gang zu setzen.

In den folgenden Abschnitten gehen wir zunächst auf die technologische Basis des Spiels ein, indem wir das verwendete Game-Framework vorstellen sowie die Spielphysik näher betrachten. Im Anschluss daran befassen wir uns mit Performanceproblemen und -Lösungen und berichten von unseren Erfahrungen mit der Android-Fragmentierung.

Insgesamt hoffen wir, den Lesern dieses Artikels die besonderen Aspekte der Entwicklung mobiler Spiele näherbringen zu können.

Eine Frage der Technik – Libgdx

Als Basisframework zur Entwicklung von Hungry Archie kam Libgdx [2] zum Einsatz. Libgdx ist ein nicht kommerzielles, quelloffenes Game-Framework. Zahlreiche Features wie die Physik-Engine Box2D [3] sind bereits integriert und konnten im Kontext des Spiels kreativ eingesetzt werden. Eine aktive Community rundet den guten Eindruck des Frameworks ab. Der Clou an Libgdx ist jedoch die Möglichkeit, mobile Spiele nicht nur auf dem Desktop-PC zu entwickeln, sondern sie auch direkt dort auszuführen. Der Umweg über das Smartphone oder den trägen Emulator muss während der Entwicklung nur selten gegangen werden, wovon vor allem das Rapid Prototyping profitiert.

Libgdx-basierte Projekte können auf Wunsch sowohl für Android und iOS als auch für Windows, OS X, Linux und WebGL-fähige HTML5-Browser ausgeliefert werden. Die diversen Zielplattformen werden durch Wrapper-Schichten gekapselt, die die jeweiligen Implementierungsdetails abstrahieren. Dadurch wird es möglich, sich für die Entwicklung eines Spiels auf eine einzige Codebasis zu konzentrieren. Zwar unterstützt zurzeit nicht jede Wrapper-Schicht alle Features des Frameworks z...

Technische Herausforderungen in der mobilen Spieleentwicklung am Beispiel der App Hungry Archie

A Fish gets physical

Frank Bruns


The Day After

Hungry Archie ist ein Spiel für Android-Smartphones und -Tablets, das sowohl Erwachsene als auch Kinder ansprechen soll. Man spielt Archie, den kleinen Schützenfisch [1], der eines Tages in die Natur entlassen wird, um sich sein Futter zu besorgen. Schützenfische verfügen über die erstaunliche Fähigkeit, Insekten, die auf Sträuchern, Grashalmen oder Ästen sitzen, über Distanzen von bis zu zwei Metern mit einem gezielten Wasserstrahl herunterzustoßen und so zu erbeuten. Daran angelehnt, ist es die Aufgabe des Spielers, Ameisen, Bienen und Glühwürmchen per Wasserschuss in den See zu befördern.

Das Spieldesign ist auf das kreative Lösen kniffeliger Rätsel, aber auch auf Geschick und Timing ausgelegt. Die Spielwelt wird physikalisch korrekt simuliert und bietet so die Möglichkeit, Gegenstände abprallen zu lassen oder Kettenreaktionen in Gang zu setzen.

In den folgenden Abschnitten gehen wir zunächst auf die technologische Basis des Spiels ein, indem wir das verwendete Game-Framework vorstellen sowie die Spielphysik näher betrachten. Im Anschluss daran befassen wir uns mit Performanceproblemen und -Lösungen und berichten von unseren Erfahrungen mit der Android-Fragmentierung.

Insgesamt hoffen wir, den Lesern dieses Artikels die besonderen Aspekte der Entwicklung mobiler Spiele näherbringen zu können.

Eine Frage der Technik – Libgdx

Als Basisframework zur Entwicklung von Hungry Archie kam Libgdx [2] zum Einsatz. Libgdx ist ein nicht kommerzielles, quelloffenes Game-Framework. Zahlreiche Features wie die Physik-Engine Box2D [3] sind bereits integriert und konnten im Kontext des Spiels kreativ eingesetzt werden. Eine aktive Community rundet den guten Eindruck des Frameworks ab. Der Clou an Libgdx ist jedoch die Möglichkeit, mobile Spiele nicht nur auf dem Desktop-PC zu entwickeln, sondern sie auch direkt dort auszuführen. Der Umweg über das Smartphone oder den trägen Emulator muss während der Entwicklung nur selten gegangen werden, wovon vor allem das Rapid Prototyping profitiert.

Libgdx-basierte Projekte können auf Wunsch sowohl für Android und iOS als auch für Windows, OS X, Linux und WebGL-fähige HTML5-Browser ausgeliefert werden. Die diversen Zielplattformen werden durch Wrapper-Schichten gekapselt, die die jeweiligen Implementierungsdetails abstrahieren. Dadurch wird es möglich, sich für die Entwicklung eines Spiels auf eine einzige Codebasis zu konzentrieren. Zwar unterstützt zurzeit nicht jede Wrapper-Schicht alle Features des Frameworks z...

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