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Kolumne: EnterpriseTales

Kolumne: EnterpriseTales


Sind Enterprise Application Server, so wie wir sie in den letzten zehn Jahren kennen und lieben gelernt haben, heute noch zeitgemäß? Oder ist das Modell der Rundum-sorglos-Ablaufumgebung inklusive Management- und Monitoringfunktionalität mittlerweile überholt? Eine gute Frage, auf die EnterpriseTales versucht, eine Antwort zu geben.

Neulich auf einer Konferenz habe ich einen Vortrag zum Thema „Microservices: Size doesn’t matter – oder etwa doch?“ [1] gehalten. Im Rahmen des Talks wurde unter anderem auch über „Ablaufumgebungen“ für Microservices diskutiert, wie Spring Boot oder Dropwizard. Im Anschluss kam einer der Teilnehmer mit einer interessanten Frage auf mich zu, die ich den Lesern der EnterpriseTales-Kolumne nicht vorenthalten möchte: „Haben klassische Application Server überhaupt noch eine Zukunft?“

Das Ende einer Ära

Zugegeben, die von mir im Talk geschilderten Szenarien legen einen fetten Application Server als Ablaufumgebung nicht wirklich nahe. Denn der Vorteil eines klassischen Application Servers liegt ja vor allem darin, dass mehrere Anwendungen parallel und gleichzeitig sauber voneinander getrennt auf bzw. in ihm laufen können. Wieso also dann einen Application Server nutzen, wenn man nur eine Anwendung bzw. einen Service auf ihm laufen lassen möchte?

Natürlich bietet ein Application Server noch ein wenig mehr an Mehrwert als nur die reine Ablaufumgebung. Er stellt zum Beispiel die für die Anwendung notwendige Infrastruktur – wie die Anbindung an eine Datenbank oder JMS Queues – sowie Unterstützung für Deployment, Management und Monitoring der Anwendung zur Verfügung. Darüber hinaus bündelt der Server in der Regel eine Reihe von in den Versionen aufeinander abgestimmten – also kompatiblen – Libraries, die der Anwendung nützliche Dienste erweisen und das manuelle Zusammensuchen eben dieser obsolet werden lassen. Die Libraries können entweder einem Standard genügen, wie bei Java EE Application Servern, oder eben einfach nur eine für bestimmte Einsatzzwecke sinnvolle Kombination sein, wie wir es zum Beispiel aus der einen oder anderen Tomcat-Distribution kennen. Jeder, der einmal versucht hat, seine eigene Anwendung um das gewünschte Set von Libraries zu erweitern und dabei versehentlich in die Class-Loader- und Versionshölle geraten ist, weiß, wovon ich rede.

Optimal wäre also ein Server, der die eben genannten Vorteile mit sich bringt, dabei aber gleichzeitig – aus Sicht der jeweils zur Verfügung zu stellenden Anwendung – auf unnötigen Bal...

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