Java Magazin - 03.2012 - Continuous Delivery


Preis: 9,80 €

Erhältlich ab:  Februar 2012

Umfang:  108

Autoren / Autorinnen: Matthias Weßendorf, Lars Röwekamp, Tobias Kunze, Kai Spichale, Frank Pientka, Florian Schneble, Bernhard Löwenstein, Michael Müller, Sebastian Meyen, Carsten Ziegeler, Dierk König, Bernd Fondermann, Dr. Peter Hruschka, Dr. Gernot Starke, Kay Glahn, Wolf Schlegel, Erik Dörnenburg, Martin Fowler, Angelika Langer, Klaus Kreft, Martin Künkele, Konrad Pfeilsticker, Christian Schwörer, Tam Hanna, Karsten Krieg

Wir schreiben das Jahr 2004, die IT-Welt ist gerade dabei, sich von ihrem gewaltigen Kater zu erholen. Was war noch mal passiert? Ach richtig, die große Party gestern ... um die Jahrtausendwende hatten wir ja geglaubt, dass nicht viel dazu gehört, um mit ein paar windigen Ideen das große Geld zu machen ... verdammt, jetzt haben wir einsehen müssen, dass es doch harte Arbeit ist und echte Qualität, die den Kunden den wahren Mehrwert bieten.

Das Web? Es hatte alle unsere Hoffnungen zerstört. Schlimmer noch, es hat die IT-Branche in den Abgrund gezogen und die alten Industrien triumphierten. Aber halt, hatten wir das Web denn überhaupt begriffen?

Web 2.0

Es war wohl Scott Dietzen, damals CTO von BEA (und „Erfinder“ des Weblogic-Servers, bevor dieser zu BEA kam), der erstmalig vom „Web 2.0“ gesprochen hatte. Er wollte das Web nicht länger als Kommunikationsmedium verstanden wissen, sondern als universelle Plattform mit standardisierten Protokollen, die als globale geschäftliche Infrastruktur genutzt werden kann.

Später kam dann Tim O‘Reilly, der die Sache eher von der sozialen und medialen Seite anging. Das Web 2.0 als das Medium, in dem der Nutzer nicht nur als Konsument, sondern auch als Prosument auftritt, also als mündiger Bürger, der selber Content in Form eigener Blogs, Kommentare oder in den heute so populären sozialen Netzwerken beifügt. Aus soziologischer, aber auch geschäftlicher Sicht eine wahre tektonische Verschiebung.

Das Web wurde zum Betriebssystem für die meisten unserer IT-Systeme. Und damit setzte eine tiefgreifende Veränderung der Softwareentwicklung ein, die bis heute noch nicht abgeschlossen ist.

Softwareentwicklung ändert sich

Wir bauen Dienste für immer größere Nutzerzahlen; wir verstehen immer besser das Verhalten unserer Nutzer und können uns daran ausrichten; die Integration verteilter Dienste und Datenquellen wird immer komplexer und gleichzeitig erwarten unsere Nutzer in erhöhtem Maße, dass die Systeme „einfach nur funktionieren“. Und nicht zuletzt ändern sich in einem globalisierten Markt die Geschäftsanforderungen in abenteuerlichem Tempo – all dass muss IT zeitnah abbilden. All das bedeutet anpassen, dazulernen, nachbessern, und wieder anpassen ...

Sprach man zunächst von „Perpetual Beta“, um den stetigen Wandel anzudeuten (und um mit koketten Betalabels professionelle Bescheidenheit anzuzeigen), wandelt sich die Begrifflichkeit und wir kommen gerade bei Continuous Delivery (CD) an. Kerngedanke von CD ist, das agile Wertesystem auf den Bereich der Auslieferung von Software auszudehnen, wie Wolf Schlegel in unserem Titelthema ab Seite 20 erläutert. Wir haben gut zehn Jahre nach Erscheinen des Agilen Manifests gelernt, dass die Wertschöpfung für den Kunden nicht mit der „gebauten“ Software, sondern natürlich der ausgelieferten und in Produktion befindlichen Software beginnt.

Zur Gedankenwelt von Continuous Delivery gehören außerdem die Erkenntnisse aus der Continuous Integration (vor allem mit Werkzeugen wie Hudson/Jenkins) sowie der DevOps-Bewegung (siehe unser Titelthema im JM 1.12) und nicht zuletzt der Agilen Methodenwelt. Ein spannendes Thema, das die Art und Weise, wie Software gebaut und ausgeliefert wird, ganz gewiss nachhaltig verändern wird.

Was zählt, ist gutes Design

Das zeigte auch unser Gespräch, das wir mit Martin Fowler, Erik Dörnenburg und Wolf Schlegel (dem Autor unseres Titelthemas) Ende letzten Jahres führen konnten (Interview ab Seite 29). Auch hier kam die Rede immer wieder auf die „Letzte Meile“, wenn es um die Auslieferung von Software geht; eine andere Metapher für Continuous Delivery.

Natürlich interessierten wir uns auch über die Ansichten von Martin Fowler über den heutigen Zustand der Java-Plattform und mögliche Verbesserungsmöglichkeiten – wobei uns der Ingenieur, der sicherlich zu den einflussreichsten Vordenkern der Softwarebranche gehört, immer wieder mit seiner gelassenen philosophischen Haltung überraschte – „was zählt, ist gutes Design“.

Sehen wir uns auf der JAX?

Die Vorbereitungen für unsere JAX, die bereits Mitte April stattfindet, sind in vollem Gange und auch hier werden wir Sie ausführlich über wichtige Trends wie etwa Continuous Delivery informieren (wir haben dafür einen kompletten Tag eingerichtet). Was es noch alles gibt, erfahren Sie in unserem Beihefter in diesem Magazin oder online unter http://www.jax.de. Ich würde mich jedenfalls freuen, Sie wieder in Mainz begrüßen zu dürfen.

In diesem Sinne, viel Spaß bei der Lektüre!

Sebastian MeyenSebastian Meyen, Chefredakteur
Twitter: @smeyen

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