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Java Magazin
Interview mit Doug Cutting

Interview mit Doug Cutting

Java Magazin: Wie bist du zur Softwareentwicklung und besonders zu Open Source gekommen?

Doug Cutting


Doug Cutting: In den frühen achtziger Jahren auf dem College an der Stanford University wurde mir klar, dass ich in die Softwareindustrie gehen wollte. Ich habe ein paar Ferienjobs gemacht, in denen ich mit Leuten von Xerox PARC gearbeitet habe. Gleich nach dem Abschluss bin ich für anderthalb Jahre nach Edinburgh gegangen und habe dort an einem wissenschaftlichen Projekt zum Thema Spracherkennung gearbeitet. Dann bin ich zurückgekommen, habe wieder bei PARC gearbeitet, fünf Jahre dort geforscht. Und dann habe ich mich in Richtung Suchmaschinen orientiert. Programmieren hat mir von Anfang an Spaß gemacht, aber auch schon immer der beruflichen Karriere gedient. Während der Internetjahre habe ich bei Xerox, Apple, Excite gearbeitet, hauptsächlich an Software, die nicht Open Source war. Um 2000 hatte ich ein Programm geschrieben, das Lucene hieß. Ursprünglich dachte ich, ich würde vielleicht eine Firma daraus machen. Aber ich merkte, dass ich nicht den Mut dazu hatte. Also habe ich es Open Source zur Verfügung gestellt, und das hat richtig gut funktioniert, Spaß gemacht und war obendrein eine sehr lohnende Arbeit. Interessant – seit etwa 2000 arbeite ich fast ausschließlich an Open-Source-Software, mit nur Ausnahmen hier und da. Aber ich habe auch jeden Monat etwas damit verdient. Fünf Jahre lang war ich sogar als unabhängiger Berater tätig und habe Leuten geholfen, Lucene zu benutzen, in der Zeit also für gar keine bestimmte Firma gearbeitet. JM: Du siehst dich also als eine Art Troubleshooter, der sich gleichzeitig in Open-Source-Projekte hineinkniet?Cutting: Ich sehe mich als Impulsgeber. Was Lucene angeht, dachte ich: Java ist eine neue Plattform, und ich hatte lange an Suchmaschinen gearbeitet. Also hielt ich eine Textsuchmaschine in Java für eine sinnvolle Sache. JM: Was hat dich an Java gereizt?Cutting: Zum einen die relativ gute Performance, zum anderen die Features und Verlässlichkeit höherer Programmierung. Das System ist stabil. Und dann kommt noch die Fähigkeit dazu, Sachen problemlos zwischen verschiedenen Plattformen, diversen UNIX-Arten sowie Windows und Mac hin- und herzuschieben. Das ist ein echter Sweetspot, zum einen sicherlich für Ingenieure, die Dinge schreiben können, die ziemlich gut laufen. Aber zum anderen muss man sich nicht endlos mit irgendwelchen nervigen Portierungsdetails herumschlagen, z. B. mit diesen seltsamen Memory Errors beim Debuggen, die es in C- und C++-Programmen gibt. Das schien sehr verheißungsvoll. JM: Wenn du zu...

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Java Magazin: Wie bist du zur Softwareentwicklung und besonders zu Open Source gekommen?

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Doug Cutting: In den frühen achtziger Jahren auf dem College an der Stanford University wurde mir klar, dass ich in die Softwareindustrie gehen wollte. Ich habe ein paar Ferienjobs gemacht, in denen ich mit Leuten von Xerox PARC gearbeitet habe. Gleich nach dem Abschluss bin ich für anderthalb Jahre nach Edinburgh gegangen und habe dort an einem wissenschaftlichen Projekt zum Thema Spracherkennung gearbeitet. Dann bin ich zurückgekommen, habe wieder bei PARC gearbeitet, fünf Jahre dort geforscht. Und dann habe ich mich in Richtung Suchmaschinen orientiert. Programmieren hat mir von Anfang an Spaß gemacht, aber auch schon immer der beruflichen Karriere gedient. Während der Internetjahre habe ich bei Xerox, Apple, Excite gearbeitet, hauptsächlich an Software, die nicht Open Source war. Um 2000 hatte ich ein Programm geschrieben, das Lucene hieß. Ursprünglich dachte ich, ich würde vielleicht eine Firma daraus machen. Aber ich merkte, dass ich nicht den Mut dazu hatte. Also habe ich es Open Source zur Verfügung gestellt, und das hat richtig gut funktioniert, Spaß gemacht und war obendrein eine sehr lohnende Arbeit. Interessant – seit etwa 2000 arbeite ich fast ausschließlich an Open-Source-Software, mit nur Ausnahmen hier und da. Aber ich habe auch jeden Monat etwas damit verdient. Fünf Jahre lang war ich sogar als unabhängiger Berater tätig und habe Leuten geholfen, Lucene zu benutzen, in der Zeit also für gar keine bestimmte Firma gearbeitet. JM: Du siehst dich also als eine Art Troubleshooter, der sich gleichzeitig in Open-Source-Projekte hineinkniet?Cutting: Ich sehe mich als Impulsgeber. Was Lucene angeht, dachte ich: Java ist eine neue Plattform, und ich hatte lange an Suchmaschinen gearbeitet. Also hielt ich eine Textsuchmaschine in Java für eine sinnvolle Sache. JM: Was hat dich an Java gereizt?Cutting: Zum einen die relativ gute Performance, zum anderen die Features und Verlässlichkeit höherer Programmierung. Das System ist stabil. Und dann kommt noch die Fähigkeit dazu, Sachen problemlos zwischen verschiedenen Plattformen, diversen UNIX-Arten sowie Windows und Mac hin- und herzuschieben. Das ist ein echter Sweetspot, zum einen sicherlich für Ingenieure, die Dinge schreiben können, die ziemlich gut laufen. Aber zum anderen muss man sich nicht endlos mit irgendwelchen nervigen Portierungsdetails herumschlagen, z. B. mit diesen seltsamen Memory Errors beim Debuggen, die es in C- und C++-Programmen gibt. Das schien sehr verheißungsvoll. JM: Wenn du zu...

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