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Java Magazin
Entkopplung großer Anwendungssysteme über eine Integrationsarchitektur - ein Praxisbericht

Mulis als Briefträger

Wir wollen zeigen, wie es einem kleinen Team von „Integratoren“ gelingen konnte, ein großes Standardbestandsführungssystem für die Verwaltung von Versicherungsverträgen in weniger als einem Jahr zuverlässig in eine heterogene Systemlandschaft eines großen Versicherers zu integrieren. Als unterstützendes Werkzeug diente Mule, das führende, auf Java basierende Open-Source-Integrationsframework.

Peter Boxberg


Zunächst möchten wir den Weg aufzeigen, der zur Entscheidung für den Aufbau einer Integrationsschicht mit Mule geführt hat. In der Folge werden Muster zu ihrer Umsetzung vorgestellt. Zuletzt gehen wir der Frage nach, ob die frei verfügbare Community Edition (CE) zur Erreichung der Integrationsziele genügt oder eine kostenpflichtige Enterprise Edition (EE) erforderlich ist.

Ausgangslage

Der Termin steht. Wie so häufig ist er von äußeren Faktoren bestimmt und damit unumstößlicher Pfeiler im Projekt, nach dem sich alle und alles richten müssen. Daraus leitet sich dann auch die Projektlaufzeit ab, um das frisch erworbene Standardbestandsführungssystem (BF) für den produktiven Einsatz im Unternehmen bereitzustellen. Von der Planung bis zur Umsetzung bleibt weniger als ein Jahr.

Ein wesentliches Ziel der Unternehmensführung besteht darin, den mit der Kaufsoftware ausgelieferten technischen und fachlichen Standard so wenig wie möglich zu verändern. Der kundenspezifische Änderungsaufwand („Customizing“) der Software soll minimal gehalten werden. Das spart Kosten und reduziert eigene Testaufwände, insbesondere bei zukünftigen Releasewechseln.

Auslieferungstermine mit Anpassungen der Software an die Kundenerfordernisse können nur zu wenigen festzulegenden Terminen erfolgen, da der Anbieter schließlich Zeit für die Anpassungen und den Test benötigt. Somit bleibt nur wenig zeitlicher Spielraum, die Anbindung der Software an die heterogene Landschaft (Host-System, SAP-Systeme, C/S-Systeme) des Unternehmens zu realisieren und zu testen. Ein wiederholtes Anpassen durch den Softwarehersteller, erneute Auslieferung und Testen sind wegen des Zeitdrucks nahezu ausgeschlossen.

Mule-GattungMule, deutsch = Maultier oder „Muli“ genannt, ist das Kreuzungsprodukt einer Pferdestute (Mutter) und eines Eselhengstes (Vater). WIKIPEDIA [1]: „Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Maultiere die Besonnenheit, die Ausdauer und die Trittsicherheit eines Esels in Kombination mit der Geradlinigkeit, der Kraft und dem Mut eines Pferdes besitzen.“

Analyse

In gemeinsamen Workshops werden die synchronen und asynchronen Schnittstellen identifiziert, die für das erste produktive Release zwingend erforderlich sind. Die Datenstrukturen, meist auch die Datenprotokolle zwischen Anbieter und Versicherungsunternehmen (VU) unterscheiden sich, was niemanden überrascht. Das BF-System bietet Business-Delegate-Mechanismen zur synchronen Kommunikation mit den Umsystemen an. Die asynchrone Belieferung erfolgt üb...

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Entkopplung großer Anwendungssysteme über eine Integrationsarchitektur - ein Praxisbericht

Mulis als Briefträger

Wir wollen zeigen, wie es einem kleinen Team von „Integratoren“ gelingen konnte, ein großes Standardbestandsführungssystem für die Verwaltung von Versicherungsverträgen in weniger als einem Jahr zuverlässig in eine heterogene Systemlandschaft eines großen Versicherers zu integrieren. Als unterstützendes Werkzeug diente Mule, das führende, auf Java basierende Open-Source-Integrationsframework.

Peter Boxberg


Zunächst möchten wir den Weg aufzeigen, der zur Entscheidung für den Aufbau einer Integrationsschicht mit Mule geführt hat. In der Folge werden Muster zu ihrer Umsetzung vorgestellt. Zuletzt gehen wir der Frage nach, ob die frei verfügbare Community Edition (CE) zur Erreichung der Integrationsziele genügt oder eine kostenpflichtige Enterprise Edition (EE) erforderlich ist.

Ausgangslage

Der Termin steht. Wie so häufig ist er von äußeren Faktoren bestimmt und damit unumstößlicher Pfeiler im Projekt, nach dem sich alle und alles richten müssen. Daraus leitet sich dann auch die Projektlaufzeit ab, um das frisch erworbene Standardbestandsführungssystem (BF) für den produktiven Einsatz im Unternehmen bereitzustellen. Von der Planung bis zur Umsetzung bleibt weniger als ein Jahr.

Ein wesentliches Ziel der Unternehmensführung besteht darin, den mit der Kaufsoftware ausgelieferten technischen und fachlichen Standard so wenig wie möglich zu verändern. Der kundenspezifische Änderungsaufwand („Customizing“) der Software soll minimal gehalten werden. Das spart Kosten und reduziert eigene Testaufwände, insbesondere bei zukünftigen Releasewechseln.

Auslieferungstermine mit Anpassungen der Software an die Kundenerfordernisse können nur zu wenigen festzulegenden Terminen erfolgen, da der Anbieter schließlich Zeit für die Anpassungen und den Test benötigt. Somit bleibt nur wenig zeitlicher Spielraum, die Anbindung der Software an die heterogene Landschaft (Host-System, SAP-Systeme, C/S-Systeme) des Unternehmens zu realisieren und zu testen. Ein wiederholtes Anpassen durch den Softwarehersteller, erneute Auslieferung und Testen sind wegen des Zeitdrucks nahezu ausgeschlossen.

Mule-GattungMule, deutsch = Maultier oder „Muli“ genannt, ist das Kreuzungsprodukt einer Pferdestute (Mutter) und eines Eselhengstes (Vater). WIKIPEDIA [1]: „Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Maultiere die Besonnenheit, die Ausdauer und die Trittsicherheit eines Esels in Kombination mit der Geradlinigkeit, der Kraft und dem Mut eines Pferdes besitzen.“

Analyse

In gemeinsamen Workshops werden die synchronen und asynchronen Schnittstellen identifiziert, die für das erste produktive Release zwingend erforderlich sind. Die Datenstrukturen, meist auch die Datenprotokolle zwischen Anbieter und Versicherungsunternehmen (VU) unterscheiden sich, was niemanden überrascht. Das BF-System bietet Business-Delegate-Mechanismen zur synchronen Kommunikation mit den Umsystemen an. Die asynchrone Belieferung erfolgt üb...

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