Java Magazin - 03.2018 - 20 Jahre Java Magazin


Preis: 9,80 €

Erhältlich ab:  Februar 2018

Umfang:  100

Autoren / Autorinnen: Tam Hanna, Ralf D. Müller, Gernot Starke, Lars Imke, Heinz Kabutz, Sebastian Meyen, Sven Ruppert, Carina Schipper, Sven Kölpin, Manfred Steyer, Manfred Geiler, Thomas Spiegl, Boris Fresow, Markus Günther, Konstantin Diener, Angelika Langer, Klaus Kreft, Arno Haase, Kay Glahn, Michael Johann, Michael Plöd, Eberhard Wolff, Stefan Zörner, Daniel Dietrich, Walid El Sayed Aly, Niko Köbler, Matthias Möser

Wir schreiben das Jahr 1998. Im Kino laufen „Titanic“ und „Armageddon“. Die letzte deutsche Rechtschreibreform tritt in Kraft und eine Ära nimmt ihren Anfang: die Ära des Java Magazins. Eine Truppe ambitionierter Redakteure aus der Frankfurter Gartenstraße hat sich in die Java-Welt aufgemacht. Im Editorial der Ausgabe 1.1998 heißt es noch eine Spur vorsichtig: „[...] warten wir’s ab, ob Java tatsächlich das neue Esperanto für die Sofware-Welt werden wird.“ Dem Zeitschriftenvertrieb hat man damals noch erklären müssen, dass das Magazin im Kiosk nicht in der Reiseabteilung ausgelegt wird, sondern bei den Computerzeitschriften.

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Auf ganze 74 Seiten Länge hat es das allererste Java Magazin gebracht. Eine CD-ROM ist natürlich auch dabei gewesen – darauf so tolle Softwarepakete wie der Internet Explorer und der Netscape Communicator, tolle neue Werkzeuge, die nicht nur Entwickler im damals noch jungen World Wide Web gut gebrauchen konnten. Und was gabs noch so auf der CD? InstallShield for Java, die älteren Java-Semester erinnern sich vielleicht noch: Damit konnten Entwickler ihre Java-Programme bequem für die Installation auf Windows- und Linux-PCs vorbereiten; Server-side Java? Fehlanzeige, dort war Java 1998 noch nicht.

Aber es befanden sich noch weitere Schätze auf der Heft-CD: Neben Borlands JBuilder (wer von den Java-Entwicklern der ersten Stunde hat nicht mit dieser Entwicklungsumgebung gearbeitet, bevor Eclipse und IntelliJ sie vom Markt gefegt haben?) befand sich auch Microsofts Visual J++ darauf. Microsofts Tool repräsentiert dabei ein interessantes historisches Detail: Wer erinnert sich noch daran, dass die Redmonder damals Java zwar fleißig unterstützten, insgeheim aber von den Standards abgewichen sind und eigene UI-Bibliotheken namens Windows Foundation Classes (WFC) eingeführt haben, die – Nomen est Omen – nur auf Windows liefen und so das heilige Prinzip der Plattformneutralität unterwandert haben.

Die Titelseite ziert schon damals der klassische rote, weltberühmte Schriftzug, allerdings mit einer, na ja, etwas unscharfen schräg gestellten Kaffeetasse im Hintergrund. Innen geht es um Java-Entwicklungstools. Wir haben uns also gleich am Anfang kopfüber tief in die Praxis gestürzt. Die sehr innovativ im Schwerpunkt getaufte erste Rubrik hat Headlines wie „Symantec Visual Café for Java 2.0 – Café de luxe“ oder „IBM Visual Age for Java – Frischer Kaffee von IBM“ im Gepäck. Unter java praxis haben wir erste Gehversuche mit dem JDK 1.1 gemacht, Java-Code mit dem JNI mit Native-Code verzahnt oder eine Beispielapplikation mit JavaBeans gebaut. Am Ende haben die Leser noch einen kurzen Blick auf java-datenbanken werfen dürfen. Schon alleine der Titel eines Artikels spricht Bände: „Datenbankanbindung an das WWW“; spannend, diese Option, eine Datenbank mit dem Internet zu verbinden! Auf den Seiten 6 bis 8 stehen ganze drei News und unglaubliche zwölf Produktmeldungen. Aber damals existierte ja noch praktisch kein Open Source in der Java-Welt.

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Ab in den schwerpunkt. Vor zwanzig Jahren hat noch jeder Artikel einen Steckbrief bekommen. Im Zusammenhang damit fällt eine Kleinigkeit besonders auf: Die verwendete Schriftart für Steckbrief umweht ein gewisser Hauch von wahlweise PlayStation-1-Spiel oder Spice-Girls-Logo. Vor zu viel Weißraum hat 1998 noch niemand Angst gehabt, und die Bilder kommen oft als Screenshots in gewohnter Windows-95-Manier daher – eckig, kantig, in Grau mit einem Schuss Blau. Listings sind übrigens auch blau gewesen und ganz ohne Kasten ausgekommen. Tabellen sind im Vergleich zu heute, obwohl Pastelltöne zum Einsatz gekommen sind, ziemlich bunt gewesen. Ein hauchzartes Tannengrün steht einem dezenten Pfirsich gegenüber. Beide krönt ein unaufdringliches Lachsrosa. Die Aufmacherbilder im ersten Java Magazin halten sich eher zurück. Hier ein paar Kaffeebohnen, da ein paar skizzierte VW Käfer, die über die Seite brausen.

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Ein paar Jahre später hatten wir unseren Hauszeichner Viktor Naimark, der über mehrere Jahre individuell fürs Java Magazin seine Zeichnungen anfertigte – sicherlich eine weltweite Besonderheit für eine IT-Fachzeitschrift!

Neben ganz viel Text ist unser Heft vor zwanzig Jahren natürlich auch voll von Eigen- und Fremdanzeigen gewesen. Prominent auf der zweiten Umschlagseite wirbt Microsoft für Microsoft Visual InterDev. Rückblickend betrachtet hat das schon einen leicht provokativen Beigeschmack. Ein echtes Highlight ist eine Anzeige von Amnesty International, in der die Menschenrechtler auf Frauenrechte aufmerksam gemacht haben. Amnesty hat damals eine ganze Anzeigenserie über mehrere Ausgaben hinweg geschaltet. Die Ausgabe 1.1998 zählt nur vier Eigenanzeigen, davon eine für die Entwickler Akademie, zwei fürs Entwickler Magazin und eine fürs Java Magazin selbst. Bestellcoupons, die als Postkarte eingesandt wurden, sind damals natürlich auch noch dabei gewesen. Ein Jahresabo mit sechs Ausgaben hat 85 DM gekostet.

schipper_carina_sw.tif_fmt1.jpgmeyen_sebastian_sw.tif_fmt1.jpgCarina Schipper und Sebastian Meyen

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