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Editorial

20 Jahre immer an Javas Seite


Java war langsam, die Tools waren unzureichend. Alles war ziemlich rudimentär – und doch so cool! Java gehört die Zukunft, lautete unsere Wette. Und wir gründeten das Java Magazin. Genau vor zwanzig Jahren erschien dann die erste Ausgabe, mit CD-Rom auf dem Cover und allerlei Grundlagenartikeln. Das Redaktionsteam und die Autoren der ersten Ausgaben schrieben sich erst mal warm.

Goldgräberstimmung

Reden wir über die späten 1990er-Jahre, reden wir über eine Zeit, in der das Internet sich gerade zum Massenmedium transformierte und erste massiv skalierte Geschäftsmodelle das Licht der Welt erblickten. Amazon und eBay standen damals schon Pate. Die New Economy war voller Optimismus und verbreitete eine erste digitale Goldgräberstimmung. Java war in vorderster Reihe mit dabei.

Wie kam es dazu? Wie immer handelt es sich um eine Mischung verschiedener Faktoren, ergänzt durch eine Prise geschicktes Timing. Zum Timing gehört, dass sich zu dieser Zeit die IT-Branche Sorgen über den kometenhaften Aufstieg Microsofts machte. Der PC, das Symbol der Durchdringung der Gesellschaft mit Computertechnik, war praktisch zum Microsoft-Monopol geworden. Im nächsten Schritt wollten die Redmonder die Unternehmens-IT mit Windows NT 4 aufrollen. Das sorgte für Panikstimmung bei allen anderen IT-Firmen. Man schloss sich zusammen und bildete eine Art Anti-Microsoft-Koalition – basierend auf der Java-Plattform.

„Offene Standards“ wurden zum Mantra der Java-Industrie, lange bevor Open Source als Geschäftsmodell akzeptiert war – Zusammenarbeit bei den Spezifikationen, Wettbewerb bei der Implementierung. Wer nur die Open-Source-Welt kennt, kann sich gar nicht vorstellen, dass die Szenerie damals von klassischen Closed-Source-Produktanbietern dominiert wurde. Tomcat, Cocoon, Struts und Co. existierten noch in einer Art Open-Source-Parallelwelt.

Doch dann passierte etwas Erstaunliches: Während der „Persistence Wars“, in denen sich Verfechter der Entity Beans mit den Fans des alternativen Standards JDO über Spezifikationen stritten, eroberte das Open-Source-Framework Hibernate die Java-Welt im Sturm.Hibernate funktionierte einfach und bewies, dass man realen Problemen in der Softwareentwicklung besser mit Code denn mit Spezifikationen beikommt. Das Resultat war das übrigens noch heute gültige JPA, das vor allem von Hibernate inspiriert war und nur zu geringen Teilen auf den strittigen Spezifikationen basierte.

Was war passiert? Es stellte sich heraus, dass lauffähiger Code aussagekräfti...

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