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Bücher: Komplexität von IT-Architekturen


Ein langjähriger Wegbegleiter des Autors postulierte einst, dass Mr. Simple sein Freund sei. Gelernte Österreicher lachen darüber schon wegen der gleichnamigen Kabarettgruppe – zumindest so lange, bis sie selbst an einem überkomplexen Projekt scheitern.

Nach dem akademischen Einführungstext befasst sich Kapitel 2 mit Systemtheorie. Der Autor geht hier auf eine Vielzahl von Denkern ein, die sich Gedanken zur Architektur von Systemen als Ganzes gemacht haben. Diese Ausführungen dienen als Einstieg in tiefergehende Überlegungen von digitalen Architekturen und einem Überblick der Rolle des Architekturmanagements. Kapitel 3 führt den Leser in die Methoden der wissenschaftlichen Literaturrecherche ein. Die Methode dient sodann zur Ermittlung von sechs „Schwerpunkten der aktuellen Forschung“, die je auf einer oder zwei Seiten Erwähnung finden. Zudem erklärt der Autor, welchen Fragen er im Rest des Werks detailliert nachgehen möchte. Strukturelle Komplexität und ihre Entstehung sind der Inhalt des vierten Kapitels. Der Fokus liegt hier in der Vorstellung von Komplexität als „mathematisches Konstrukt“. Wer Eric Sinks Klassiker zur Koppelungsmathematik kennt, findet Ähnliches. Nach seiner Abarbeitung ist jedenfalls klar, welche Faktoren für eine Steigerung der im Gesamtprodukt enthaltenen Komplexität sorgen. Kapitel 5 versucht den theoretischen Konzepten formelle Regeln einzuschreiben, um das Vergleichen bzw. Messen von Komplexitäten zu ermöglichen. Die hier besprochenen Messprozesse sind schon aus dem Grund interessant, weil sie die verschiedenen Bewertungsansätze demonstrieren und so zeigen, welche Problempunkte Berücksichtigung verdienen. Als Abschluss des Kapitels definiert der Autor ein eigenes Messverfahren, das sogleich an einigen Beispielsystemen getestet wird.

Finanzhandelshäuser gelten als Horrorbeispiel für Informatiksysteme: Ein Fehler kann hier immensen Schaden anrichten. Daraus folgt, dass Banksysteme im Allgemeinen extrem änderungsresistent sind. Kapitel 6 wendet sich der Analyse der in ihnen herrschenden Komplexität zu. Der Autor setzt hier auf die Methode der Design Science Research, die man in der Praxis nicht unbedingt verwenden möchte. Zu guter Letzt gibt es in Kapitel 7 noch eine sehr akademische Zusammenfassung der Resultate der Arbeit.

Das bei Springer/Gabler erschienene Buch ist an sich eine an der TU Darmstadt veröffentlichte Dissertationsarbeit. Dies wirkt sich unter anderem dadurch aus, dass die Kapitel stellenweise Abstracts aufweisen. D...

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