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Java Magazin 1.1998

Eine kleine Heftkritik


Wir schreiben das Jahr 1998. Im Kino laufen „Titanic“ und „Armageddon“. Die letzte deutsche Rechtschreibreform tritt in Kraft und eine Ära nimmt ihren Anfang: die Ära des Java Magazins. Eine Truppe ambitionierter Redakteure aus der Frankfurter Gartenstraße hat sich in die Java-Welt aufgemacht. Im Editorial der Ausgabe 1.1998 heißt es noch eine Spur vorsichtig: „[...] warten wir’s ab, ob Java tatsächlich das neue Esperanto für die Sofware-Welt werden wird.“ Dem Zeitschriftenvertrieb hat man damals noch erklären müssen, dass das Magazin im Kiosk nicht in der Reiseabteilung ausgelegt wird, sondern bei den Computerzeitschriften.

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Auf ganze 74 Seiten Länge hat es das allererste Java Magazin gebracht. Eine CD-ROM ist natürlich auch dabei gewesen – darauf so tolle Softwarepakete wie der Internet Explorer und der Netscape Communicator, tolle neue Werkzeuge, die nicht nur Entwickler im damals noch jungen World Wide Web gut gebrauchen konnten. Und was gabs noch so auf der CD? InstallShield for Java, die älteren Java-Semester erinnern sich vielleicht noch: Damit konnten Entwickler ihre Java-Programme bequem für die Installation auf Windows- und Linux-PCs vorbereiten; Server-side Java? Fehlanzeige, dort war Java 1998 noch nicht.

Aber es befanden sich noch weitere Schätze auf der Heft-CD: Neben Borlands JBuilder (wer von den Java-Entwicklern der ersten Stunde hat nicht mit dieser Entwicklungsumgebung gearbeitet, bevor Eclipse und IntelliJ sie vom Markt gefegt haben?) befand sich auch Microsofts Visual J++ darauf. Microsofts Tool repräsentiert dabei ein interessantes historisches Detail: Wer erinnert sich noch daran, dass die Redmonder damals Java zwar fleißig unterstützten, insgeheim aber von den Standards abgewichen sind und eigene UI-Bibliotheken namens Windows Foundation Classes (WFC) eingeführt haben, die – Nomen est Omen – nur auf Windows liefen und so das heilige Prinzip der Plattformneutralität unterwandert haben.

Die Titelseite ziert schon damals der klassische rote, weltberühmte Schriftzug, allerdings mit einer, na ja, etwas unscharfen schräg gestellten Kaffeetasse im Hintergrund. Innen geht es um Java-Entwicklungstools. Wir haben uns also gleich am Anfang kopfüber tief in die Praxis gestürzt. Die sehr innovativ im Schwerpunkt getaufte erste Rubrik hat Headlines wie „Symantec Visual Café for Java 2.0 – Café de luxe“ oder „IBM Visual Age for Java – Frischer Kaffee von IBM“ im Gepäck. Unter java praxis haben wir erste Gehversuche mit dem JDK 1.1 gema...

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