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Vorgehensmodell und Projektszenarien zur Einführung eines DevOps-Technologiestacks

DevOps@Work


„DevOps“ ist die meistfavorisierte Antwort auf die Frage nach einer Technologie zur Umsetzung von Agilität innerhalb der IT-Organisation. Was in der Regel geschieht, ist der Start eines Infrastrukturprojekts zur Einführung notwendiger Technologien eines zukünftigen DevOps-Technologiestacks. Diese Projekte benötigen jedoch andere Rahmenbedingungen als andere Projekte, wenn sie erfolgreich abgewickelt werden sollen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Potenziale nur bedingt oder gegebenenfalls gar nicht genutzt werden.

Digitalisierung wird immer mehr zum Schlagwort für die zukünftige Ausrichtung von großen IT-Organisationen der führenden Branchen wie zum Beispiel Banken, Versicherungen und Gesundheit. Die Aufnahme des Schlagworts „Digitalisierung“ in die IT-Strategie eines Unternehmens sagt nur etwas über dessen zukünftige geänderte Ausrichtung aus. Allerdings muss die Fokussierung konkreter definiert und festgelegt werden. Oft wird im gleichen Atemzug der Begriff „Agilität“ genannt – wie „alles agil“. Unter der Annahme, dass Agilität eines der Kernelemente für Digitalisierung ist, beginnt nun die Suche nach unterstützenden Technologien. Genau zu diesem Zeitpunkt wird immer öfter die Einführung von DevOps gefordert.

Neben der Technologie benötigen erfolgreiche Projekte in diesem Kontext auch geänderte Aufbau- und Ablauforganisationen, da die meisten IT-Organisationen nicht für diese Philosophie ausgerichtet wurden. Damit ein Fundament gelegt werden kann, muss erst einmal ein entsprechender DevOps-Technologiestack ausgewählt und implementiert werden, bevor Prozesse und Organisationsaspekte in den Fokus genommen werden.

In diesem Artikel stehen drei Bereiche im Fokus, die erfahrungsgemäß ein notwendiger Bestandteil einer erfolgreichen Einführung von DevOps-Technologie in ein Unternehmen sind:

  • Vorgehensmodell zur Einführung von DevOps-Technologie

  • Notwendige Projektorganisation zur Umsetzung

  • Realistische Projektszenarien

DevOps-Definition aus der Praxis

In der Praxis wird unter DevOps aus unserer Sicht Folgendes verstanden: DevOps hat das Ziel, die Veränderung einer Software schnellstmöglich in Umgebungen zu überführen, nämlich in

  • produktionsferne Systeme (Entwicklung, Test)

  • produktionsnahe Systeme (Referenz, Produktion)

Die Art und Weise, wie das geschieht, ist individuell zwischen Betrieb und Entwicklung für das jeweilige Unternehmen zu definieren:

  • organisatorisch

  • prozessual

  • technisch

Spannungsverhältnis zwischen Entwicklung (Dev) und Betrieb (Ops)

Die Tatsache, dass Dev und Ops so schwierig zu vereinen sind, hängt im Kern mit den unterschiedlichen Zielen dieser Funktionsbereiche zusammen (Abb. 1). Es existiert ein Zielkonflikt im Verantwortungsübergang zwischen Dev („innovativ und agil“) und Ops („standardisiert und stabil“).

herbertz_roth_devops_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Spannungsverhältnis zwischen Dev und Ops

DevOps-Technologiestack

Inzwischen gibt es auf dem Markt viele ausgereifte Lösungen zum Aufbau eines adäquaten DevOps-Technologiestacks. Die Bandbreite der angebotenen Tools reicht von Open Source bis hin zu kommerziellen Lösungen und Mischformen.

Ein wesentliches Ziel ist es, im Vorfeld ein Set-up zu ermitteln, das sich am Support der Unternehmensanforderungen orientiert, damit Unternehmensanwendungen für Kerngeschäfts-, Management- und Unterstützungsprozesse zukünftig erstellt und betrieben werden können. Die Fokussierung auf die Unternehmensprozesse und zugehörige Anwendungen ist dabei notwendiger Bestandteil einer Analyse. In Abbildung 2 ist beispielhaft ein möglicher DevOps-Technologiestack über alle Phasen des IT-Lifecycle zu sehen.

herbertz_roth_devops_2.tif_fmt1.jpgAbb. 2: Beispiel DevOps-Technologiestack

Der Kosmos an potenziellen Werkzeugen über alle Technologieebenen und Funktionsbereiche ist dabei sehr umfangreich geworden (Abb. 3). Die Auswahl der richtigen Werkzeuge hängt wesentlich von folgenden Kriterien ab:

  • Anforderungen an das Unternehmen auf Basis der abgeleiteten IT-Strategie wie Markt, Wettbewerb etc.

  • Abgeleitete Anforderungen für Dev und Ops im Unternehmen

  • Vorgaben aus Governance, Risc und Compliance (GRC)

  • Vorhandener Technologiestack im Unternehmen

  • Skillset der Mitarbeiter (intern und extern)

  • Projektbudget

herbertz_roth_devops_3.tif_fmt1.jpgAbb. 3: DevOps-Tool-Kosmos [1]

Warum scheitern DevOps-Projekte?

Bevor das eigentliche Projektvorgehen und die Projektszenarien beleuchtet werden, sollten die elementaren Gründe beschrieben werden, warum Projekte scheitern beziehungsweise ihr Potenzial nicht entfalten können, was auch eine Form des Scheiterns ist.

Unternehmenskultur: Die Unternehmenskultur beschreibt letztlich ein Ordnungsmuster für die Art und Weise der Zusammenarbeit. Sofern neu eingeführte Technologien und Kooperationsmodelle nicht auf Akzeptanz oder zumindest Toleranz stoßen, führt dies zur Verlangsamung oder schlimmstenfalls zur völligen Blockierung der notwendigen Veränderungen.

Integration von Altanwendungen: Durch die Auswahl von Anwendungen, die unzureichend dokumentiert oder zu komplex sind, entstehen oft kost...

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