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Kolumne: Req4Arcs

Kolumne: Req4Arcs


In der zweiten Folge unserer Kolumne stellen wir Ihnen drei Zutaten vor, die Sie als Architekt(in) auf jeden Fall von anderen einfordern sollten. Wir nennen das zusammenfassend einen „Clean Start“ für Ihr Projekt oder Ihre Produktentwicklung. Für den Fall, dass das nicht klappt, kennen Sie ja Ihr Schicksal: Dann müssen Sie diese Teile der Analysearbeit auch noch selbst in die Hand nehmen.

Jedes Unterfangen sollte eine klare Vision und/oder klare Ziele haben, und Sie sollten sowohl die beteiligten „Mitspieler“ (neudeutsch: Ihre Stakeholder) kennen, wie auch Ihre Spielwiese – d. h. diejenigen Gebiete, die Ihr Team beeinflussen kann (neudeutsch: Ihren Scope) (Abb. 1).

hruschka_starke_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Drei Zutaten für den erfolgreichen Start

Die drei Aspekte beeinflussen einander gegenseitig: Je ehrgeiziger Ihre Ziele, desto mehr Mitspieler; je größer der Scope, desto vielfältiger die Ziele. Es spielt daher keine Rolle, in welcher Reihenfolge Sie als Architekt(in) das angehen – Sie benötigen grundsätzlich alle drei.

Visionen und Ziele

Sie müssen damit leben, dass sich Anforderungen mit durchschnittlich 1 bis 3 Prozent pro Monat ändern. Wir definieren Visionen oder Ziele als denjenigen Teil der Requirements, die sich in dem geplanten Zeithorizont möglichst nicht ändern sollten; also als das, was wir in einer Iteration oder Entwicklungsphase wirklich anstreben.

Ein Projekt kann Ziele für unterschiedliche Zeithorizonte definieren, die aufeinander abgestimmt werden sollten. Für große Systeme haben wir drei unterschiedliche Zeithorizonte kennengelernt:

  • Strategische Ziele gelten teilweise für drei bis fünf Jahre.

  • Ziele für den Budgetzyklus von Firmen gelten üblicherweise ein Jahr.

  • Releaseziele gelten Wochen bis wenige Monate (unter der Voraussetzung, dass Sie innerhalb eines Jahres mehrere Releases liefern).

Innerhalb der Iterationen, die zu einem Release führen, sollten Sie dafür sorgen, dass die Anforderungen möglichst stabil bleiben. An den Übergängen zwischen Iterationen gibt es jedoch Zeitfenster, in denen Sie Ziele, Inhalte und Umfang den geänderten Wünschen oder Randbedingungen anpassen können. Tom de Marco & Co. nennen das in [1] „Zeit für Änderungen“. Die Toleranz gegenüber Änderungen sollte einen Verlauf ähnlich Abbildung 2 nehmen – je näher Sie einem Release kommen, desto stabiler sollten Anforderungen bleiben.

hruschka_starke_2.tif_fmt1.jpgAbb. 2: Änderungstoleranz bis zum Release

Wie man Visionen und Ziele kommuniziert

Die klassische Art ist, Ziele einfach umgangssprachlich festzuhalten. Dafür hat sich die Formel „PAM“ bewährt. Legen Sie pro Ziel Purpose, Advantage und Metrik fest:

  • Purpose beschreibt, was Sie erreichen wollen.

  • Advantage motiviert, warum man dieses Ziel anstrebt.

  • Die Metrik gibt vor, wie man Zielerreichung überprüfen möch...

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