Editorial

Apache Rising

Claudia Fröhling


Die GPL (GNU General Public License) 2.0 ist die meistgenutzte OS-Lizenz, glaubt man den Statistiken im Internet. Sie ist eine eher restriktive Lizenz, das heißt: wer den Code nimmt, modifiziert und einsetzt, muss seine Änderungen auch an die Community wieder zurückgeben. Gift und GegengiftApache RisingGlaubt man den Statistiken, zum Beispiel von Black Duck Software, einer Firma, die die Nutzung von Open-Source-Lizenzen verfolgt, dann wird die GPL 2.0 derzeit von gut 42 Prozent der Open-Source-Projekte genutzt (http://bit.ly/sJRyel), die Apache-Lizenz 2.0 von gut fünf Prozent. Das klingt erstmal nicht spektakulär. Die Zahlen sehen aber schon anders aus, wenn man sich vor Augen führt, dass die GPL 2008 noch in 70 Prozent der Projekte zum Einsatz kam.Fakt ist: viele große Open-Source-Projekte haben die Apache-Lizenz gewählt, nicht nur das Java-powered Hadoop. Cassandra, CloudFoundry, Android – nur ein paar Namen, die man hier nennen muss.Apropos Android: Viele Projekte, die heute unter der Apache-Lizenz stehen, entstanden im Umfeld großer Webunternehmen: Twitter, Facebook, Google, Yahoo. Diese Firmen haben eine andere Einstellung zu Open-Source-Software als traditionelle Software­schmieden. Sie machen ihr Geld nicht mit dem Verkauf von Software. Sie bauen ihr operatives Geschäft auf Open-Source-Software auf. Und dieses Modell scheint hervorragend zu funktionieren.Java war VorreiterAus Java-Perspektive spielt die APL eine wesentlich größere Rolle, als die globalen Zahlen von Black Duck Software und anderen erahnen lassen. Man muss diese Zahlen der Realität im Java-Ökosystem gegenüberstellen. Folgt man also dem Argument von Wired, dass die Apache-Lizenz jetzt einen Siegeszug antritt, dann ist die Java-Welt schon seit über zehn Jahren fortschrittlicher als der Rest.Was ist Ihr Blick auf die Open-Source-Lizenzen? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen an redaktion@java­magazin.de! Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe, voll gepackt mit vielen Open-Source-Projekten. Claudia Fröhling, RedakteurinTwitter: @javamagazin

Gift und GegengiftDas GPL-Lizenzmodell hat seine besten Tage gesehen, glaubt man beispielweise Cloudera-Gründer Mike Olsen. Cloudera gehört zu den Contributern des Apache-Hadoop-Projekts (siehe auch das Titelthema im Java Magazin 11.2011). Der Open-Source-Pionier Olsen war in den Neunzigern noch großer GPL-Verfechter, als er an der Berkeley DB arbeitete – heute propagiert er das Apache-Modell: eine tolerantere...

Editorial

Apache Rising

Claudia Fröhling


Die GPL (GNU General Public License) 2.0 ist die meistgenutzte OS-Lizenz, glaubt man den Statistiken im Internet. Sie ist eine eher restriktive Lizenz, das heißt: wer den Code nimmt, modifiziert und einsetzt, muss seine Änderungen auch an die Community wieder zurückgeben. Gift und GegengiftApache RisingGlaubt man den Statistiken, zum Beispiel von Black Duck Software, einer Firma, die die Nutzung von Open-Source-Lizenzen verfolgt, dann wird die GPL 2.0 derzeit von gut 42 Prozent der Open-Source-Projekte genutzt (http://bit.ly/sJRyel), die Apache-Lizenz 2.0 von gut fünf Prozent. Das klingt erstmal nicht spektakulär. Die Zahlen sehen aber schon anders aus, wenn man sich vor Augen führt, dass die GPL 2008 noch in 70 Prozent der Projekte zum Einsatz kam.Fakt ist: viele große Open-Source-Projekte haben die Apache-Lizenz gewählt, nicht nur das Java-powered Hadoop. Cassandra, CloudFoundry, Android – nur ein paar Namen, die man hier nennen muss.Apropos Android: Viele Projekte, die heute unter der Apache-Lizenz stehen, entstanden im Umfeld großer Webunternehmen: Twitter, Facebook, Google, Yahoo. Diese Firmen haben eine andere Einstellung zu Open-Source-Software als traditionelle Software­schmieden. Sie machen ihr Geld nicht mit dem Verkauf von Software. Sie bauen ihr operatives Geschäft auf Open-Source-Software auf. Und dieses Modell scheint hervorragend zu funktionieren.Java war VorreiterAus Java-Perspektive spielt die APL eine wesentlich größere Rolle, als die globalen Zahlen von Black Duck Software und anderen erahnen lassen. Man muss diese Zahlen der Realität im Java-Ökosystem gegenüberstellen. Folgt man also dem Argument von Wired, dass die Apache-Lizenz jetzt einen Siegeszug antritt, dann ist die Java-Welt schon seit über zehn Jahren fortschrittlicher als der Rest.Was ist Ihr Blick auf die Open-Source-Lizenzen? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen an redaktion@java­magazin.de! Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe, voll gepackt mit vielen Open-Source-Projekten. Claudia Fröhling, RedakteurinTwitter: @javamagazin

Gift und GegengiftDas GPL-Lizenzmodell hat seine besten Tage gesehen, glaubt man beispielweise Cloudera-Gründer Mike Olsen. Cloudera gehört zu den Contributern des Apache-Hadoop-Projekts (siehe auch das Titelthema im Java Magazin 11.2011). Der Open-Source-Pionier Olsen war in den Neunzigern noch großer GPL-Verfechter, als er an der Berkeley DB arbeitete – heute propagiert er das Apache-Modell: eine tolerantere...

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