Java Magazin - 04.2017 - APIs


Preis: 9,80 €

Erhältlich ab:  März 2017

Umfang:  100

Autoren / Autorinnen: Jan Stamer, Hylke van der Schaaf, Michael Jacoby, Peter Hruschka, Eberhard Wolff, Patrick Steiner, Sebastian Meyen, Tam Hanna, Rodion Alukhanov, Vadym Kazulkin, Marco Schulz, Lars Röwekamp, Hans-Peter Grahsl, Manfred Steyer, Niko Köbler, Adam Bien, Thilo Frotscher, Simon Kölsch

Kühner Gedanke: Wir könnten Anwendungsteile großer Software­systeme voneinander entkoppeln und das Internet für den Datentransfer nutzen. Damit bei der losen Koppelung von Services kein Chaos entsteht, sollten wir das Ganze richtig verwalten: Services müssen sich zentral registrieren und eine zentrale Instanz steuert Routing, Berechtigungen, Datenkonvertierung usw. Nennen wir diese Instanz den Enterprise Service Bus (ESB) und die Registrierungsstelle UDDI (Universal Description, Discovery and Integration). Für Protokolle und Servicebeschreibung wählen wir ein sehr mitteilsames Format, weil Komplexität ja besonders ausschweifende Erläuterungen erfordert: XML. Nennen wir das Ganze schließlich SOA: Service-oriented Architecture!

Dieser Gedanke ist aus heutiger Sicht natürlich keineswegs kühn. Aber er repräsentierte damals – vor 1,5 Jahrzehnten, als er in Mode war – den ersten validen Ansatz, das Internet als intrinsischen Bestandteil der Systemarchitektur mitzudenken. Warum wurde SOA dann aber durch Konzepte wie API-Management und Microservices abgelöst? Weil SOA zwar das Internet als Potenzial erkannt, das klassische OO-Denken dabei aber noch nicht überwunden hat: Alle Maßnahmen zur Konsistenzsicherung eines Systems basierten auf der Annahme, dass sich letztlich auch im Netz der gleiche Zustand herstellen lässt wie innerhalb eines geschlossenen Systems.

Kleiner Exkurs: Als der Ottomotor erfunden war und sich rasch verbreitete, verstanden die großen Hersteller von Pferdekutschen schnell, welche Bedeutung dieser ab sofort für die Mobilität der Menschen haben würde. Sie entfernten die Pferdedeichseln und bauten Verbrennungsmotoren in ihre Kutschen ein. Aber wer hat letztlich die automobile Revolution angeführt? Die Newcomer, die erstens Autos und nicht motorgetriebene Kutschen bauten, und die zweitens lernten, in neuen Maßstäben zu skalieren und auch das erfanden. Die Kutschenhersteller hatten aus ihrer Sicht indes nichts falsch gemacht und dennoch die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

SOA war im Kern ebenso richtig gedacht, berücksichtigte aber die vielen Details zu wenig, die in offenen, internetbasierten Umgebungen einfach anders sind. Heutige Ansätze, bei denen stets das Web-API im Zentrum steht, sind daher nicht alter Wein in neuen Schläuchen, sondern eine wichtige Neuinterpretation des Themas im Sinne einer SOA 2.0.

Thilo Frotscher gibt ab Seite 46 einen guten Überblick über die Herausforderungen beim Einsatz API-basierter Systeme, Niko Köbler analysiert die Aufgaben eines API Gateway (Seite 54) und Michael Jacoby und Dr. Hylke van der Schaaf zeigen anhand eines spannenden Beispiels, wie ein generisches API im Internet der Dinge beschaffen sein sollte (Seite 60).

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht

meyen_sebastian_sw.tif_fmt1.jpgSebastian Meyen, Chefredakteur

Website Twitter Google Xing Mail

Neugierig geworden?


   
Loading...

Angebote für Teams

Für Firmen haben wir individuelle Teamlizenzen. Wir erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang