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Java Magazin
SAP S/4HANA und Java-Individualentwicklungen nahtlos integrieren

Auf zu mehr Hybridität!

„Individuell“ und „standardisiert“ zugleich - das scheint ein Widerspruch zu sein. Doch mit dem richtigen Ansatz lassen sich Standard- mit individuellen Lösungen fast nahtlos zu einer gemeinsamen Lösung zusammenführen. Wir zeigen hier aus technischer Sicht, wie sich mit Java auf der SAP-Plattform eine hybride Architektur umsetzen lässt, die ohne zusätzliche Abhängigkeiten von der Standardsoftware auskommt.

Jakob Boos, Manjinder Singh


Fast jeder IT-Verantwortliche kennt den folgenden Balanceakt: mit der Einführung einer ERP-Standardsoftware eine weitgehende Abdeckung von allen notwendigen Funktionen zu erzielen und gleichzeitig auch individuelle Anforderungen optimal zu berücksichtigen. Häufig stößt dieses Vorgehen an Grenzen. Schließlich gilt es, eine wirtschaftliche Pflege und Wartung sicherzustellen und die volle Releasefähigkeit der Standardsoftware beizubehalten. Daher sind Abstriche bei der Individualität oft nicht zu vermeiden, führt die Erfüllung spezieller Anforderungen in der Regel doch zu mehr Aufwand bei der Umstellung auf neue Releases. Das gilt insbesondere, wenn ein tiefer Eingriff in die Standardsoftware notwendig ist. Muss also stets eine Entscheidung zu Lasten entweder der Handhabbarkeit oder der Individualität getroffen werden? Nicht unbedingt, denn eine hybride Architektur bietet die Möglichkeit, beide – scheinbar widersprüchlichen – Anforderungen zu erfüllen.

Handlungsbedarf: SAP-R3-Support endet

Es ist bekannt, dass SAP den Support für bestehende R3-Lösungen ab 2025 einstellen wird. SAP-R3-Nutzer stehen damit aktuell vor der Notwendigkeit, ihre bestehenden Investitionen auf die neuen SAP-Lösungen wie SAP S/4HANA und weitere zu überführen. Das bietet aber auch eine Chance: Individuelle Erweiterungen, die sich nicht eins zu eins auf die neuen, in der Regel Cloud-basierten Lösungen überführen lassen, könnten nämlich zukünftig auch unabhängiger von SAP-Lösungen implementiert werden. Trotzdem ist es hierbei möglich, ein homogenes Look-and-feel auf der Benutzeroberfläche beizubehalten und gleichzeitig eine ausufernde Plattformvielfalt zu vermeiden.

So kombiniert die für eine hybride Architektur ausgelegte Capgemini-Architekturblaupause „MPSA – Multi Pillar S/4HANA Architecture“ SAP-S/4HANA-Standardkomponenten mit individuell mit Java entwickelten Lösungsbausteinen. Diese werden unter der homogenen Oberfläche von SAP UI5 oder Open UI5 integriert und auf der bestehenden SAP-Plattform betrieben. Der Ansatz baut auf State-of-the-Art-Entwicklungsparadigmen wie Java, Serviceorientierung/Microservices, loser Kopplung und Integrationsmustern auf. Das Vorgehen und die Architektur setzen auf der frei zugänglichen Open-Application-Standard-Plattform (OASP/DevonFw [1]) auf, bei der es sich um Architekturmuster, Bausteine und Werkzeuge zur Entwicklung von Java-basierten IT-Lösungen handelt.

Zu Demonstrationszwecken wurde eine konkrete Aufgabenstellung aus der öffentlichen Verwaltung a...

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SAP S/4HANA und Java-Individualentwicklungen nahtlos integrieren

Auf zu mehr Hybridität!

„Individuell“ und „standardisiert“ zugleich - das scheint ein Widerspruch zu sein. Doch mit dem richtigen Ansatz lassen sich Standard- mit individuellen Lösungen fast nahtlos zu einer gemeinsamen Lösung zusammenführen. Wir zeigen hier aus technischer Sicht, wie sich mit Java auf der SAP-Plattform eine hybride Architektur umsetzen lässt, die ohne zusätzliche Abhängigkeiten von der Standardsoftware auskommt.

Jakob Boos, Manjinder Singh


Fast jeder IT-Verantwortliche kennt den folgenden Balanceakt: mit der Einführung einer ERP-Standardsoftware eine weitgehende Abdeckung von allen notwendigen Funktionen zu erzielen und gleichzeitig auch individuelle Anforderungen optimal zu berücksichtigen. Häufig stößt dieses Vorgehen an Grenzen. Schließlich gilt es, eine wirtschaftliche Pflege und Wartung sicherzustellen und die volle Releasefähigkeit der Standardsoftware beizubehalten. Daher sind Abstriche bei der Individualität oft nicht zu vermeiden, führt die Erfüllung spezieller Anforderungen in der Regel doch zu mehr Aufwand bei der Umstellung auf neue Releases. Das gilt insbesondere, wenn ein tiefer Eingriff in die Standardsoftware notwendig ist. Muss also stets eine Entscheidung zu Lasten entweder der Handhabbarkeit oder der Individualität getroffen werden? Nicht unbedingt, denn eine hybride Architektur bietet die Möglichkeit, beide – scheinbar widersprüchlichen – Anforderungen zu erfüllen.

Handlungsbedarf: SAP-R3-Support endet

Es ist bekannt, dass SAP den Support für bestehende R3-Lösungen ab 2025 einstellen wird. SAP-R3-Nutzer stehen damit aktuell vor der Notwendigkeit, ihre bestehenden Investitionen auf die neuen SAP-Lösungen wie SAP S/4HANA und weitere zu überführen. Das bietet aber auch eine Chance: Individuelle Erweiterungen, die sich nicht eins zu eins auf die neuen, in der Regel Cloud-basierten Lösungen überführen lassen, könnten nämlich zukünftig auch unabhängiger von SAP-Lösungen implementiert werden. Trotzdem ist es hierbei möglich, ein homogenes Look-and-feel auf der Benutzeroberfläche beizubehalten und gleichzeitig eine ausufernde Plattformvielfalt zu vermeiden.

So kombiniert die für eine hybride Architektur ausgelegte Capgemini-Architekturblaupause „MPSA – Multi Pillar S/4HANA Architecture“ SAP-S/4HANA-Standardkomponenten mit individuell mit Java entwickelten Lösungsbausteinen. Diese werden unter der homogenen Oberfläche von SAP UI5 oder Open UI5 integriert und auf der bestehenden SAP-Plattform betrieben. Der Ansatz baut auf State-of-the-Art-Entwicklungsparadigmen wie Java, Serviceorientierung/Microservices, loser Kopplung und Integrationsmustern auf. Das Vorgehen und die Architektur setzen auf der frei zugänglichen Open-Application-Standard-Plattform (OASP/DevonFw [1]) auf, bei der es sich um Architekturmuster, Bausteine und Werkzeuge zur Entwicklung von Java-basierten IT-Lösungen handelt.

Zu Demonstrationszwecken wurde eine konkrete Aufgabenstellung aus der öffentlichen Verwaltung a...

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