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Java Magazin
Bücher

Bücher: Bad Programming Practices 101

Wer ein Lehrbuch sucht, das Designpatterns und andere „positive“ Aspekte der Informatik erklärt, findet schnell diverse Kandidaten. Apress - der Verlag lieferte einst Klassiker wie Ted Faisons Ausführungen zur eventorientierten Programmierung - legt mit „Bad Programming Practices 101“ nun ein Werk vor, das „das Böse im Coder“ zu wecken sucht.

Tam Hanna


Beechers ironisch gehaltenes Werk setzt sich die Erzeugung des Horror-Coders zum Ziel: Eine Person, die in kleinen und großen Projekten gleichermaßen Chaos verursacht. Der sehr humoristische englischsprachige Text ist auch für Nichtmuttersprachler gut verständlich, stellenweise lachte sogar der humorbefreite Rezensent beim Lesen auf. Der Exkurs durch die Bösartigkeiten beginnt mit allgemeinen Dummheiten: Dass der werdende unfähigste Programmierer der Welt nicht übt und auf seine Werkzeuge besteht, folgt aus der Logik. Im darauffolgenden zweiten Kapitel wendet sich Beecher der Frage zu, wie man Code vernünftig layoutet. Neben dem dekadenalten Kampf zwischen der Space- und der Tab-Fraktion finden sich hier Hinweise zur erfolgreichen Verwendung von Kommentaren. Dieser Trend setzt sich auch im Kapitel zu Variablen fort, wo beispielsweise die Nutzung von Enum empfohlen wird.Anstatt sich fix auf eine bestimmte Vorgehensweise festzulegen, zeigt Beecher so gut wie immer mehrere Alternativen und gibt auch Hintergrundinformationen zu den vorliegenden Themen. Der Autor sieht Code als Mittel zur Kommunikation zwischen Menschen – ein Trend, der sich im vierten Kapitel besonders stark manifestiert. Der Vorschlag, Schleifenbedingungen mit den Prozessen von DeMorgan in eine kognitiv günstigere Form zu bringen, erfreut sowohl Informatiker als auch Elektroniker.Im Abschnitt zu Schleifen zitiert der Autor den legendären Fehler in Microsofts Zune-Familie – die unter bestimmten Bedingungen auftretende Endlosschleife sorgte damals für schlechte Presse und motiviert zu eigenen tiefergehenden Überlegungen. Die immer lästigen Exceptions dienen danach als Einstieg in die Thematik der Unterteilung – wer sein Programm intelligent unterteilt, gewinnt in Sachen Wartbarkeit.Bei der Unterteilung der Programmlogik in Klassen bieten sich Fallstricke, die das Lehrbuch anhand praktischer Beispiele illustriert. Der Autor zeigt neben Anfängerfehlern auch Designpatterns, die anfangs sinnvoll erscheinen und erst ab einer gewissen Projektkomplexität für Ärger sorgen.Testing und Debugging sind zwei Bereiche, die die Produktqualität positiv beeinflussen. Leider findet sich auch an dieser Stelle wieder Spielraum für Bösartigkeit, die auch im Buch Erwähnung findet. Die Ausführungen zu systemspezifischen Tests sind in diesem Zusammenhang besonders gelungen, neben dem Aufzeigen von Problemen schlägt der Text so gut wie immer auch sinnvolle Alternativen vor.Zu guter Letzt spendiert Beecher einen Inde...

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Bücher: Bad Programming Practices 101

Wer ein Lehrbuch sucht, das Designpatterns und andere „positive“ Aspekte der Informatik erklärt, findet schnell diverse Kandidaten. Apress - der Verlag lieferte einst Klassiker wie Ted Faisons Ausführungen zur eventorientierten Programmierung - legt mit „Bad Programming Practices 101“ nun ein Werk vor, das „das Böse im Coder“ zu wecken sucht.

Tam Hanna


Beechers ironisch gehaltenes Werk setzt sich die Erzeugung des Horror-Coders zum Ziel: Eine Person, die in kleinen und großen Projekten gleichermaßen Chaos verursacht. Der sehr humoristische englischsprachige Text ist auch für Nichtmuttersprachler gut verständlich, stellenweise lachte sogar der humorbefreite Rezensent beim Lesen auf. Der Exkurs durch die Bösartigkeiten beginnt mit allgemeinen Dummheiten: Dass der werdende unfähigste Programmierer der Welt nicht übt und auf seine Werkzeuge besteht, folgt aus der Logik. Im darauffolgenden zweiten Kapitel wendet sich Beecher der Frage zu, wie man Code vernünftig layoutet. Neben dem dekadenalten Kampf zwischen der Space- und der Tab-Fraktion finden sich hier Hinweise zur erfolgreichen Verwendung von Kommentaren. Dieser Trend setzt sich auch im Kapitel zu Variablen fort, wo beispielsweise die Nutzung von Enum empfohlen wird.Anstatt sich fix auf eine bestimmte Vorgehensweise festzulegen, zeigt Beecher so gut wie immer mehrere Alternativen und gibt auch Hintergrundinformationen zu den vorliegenden Themen. Der Autor sieht Code als Mittel zur Kommunikation zwischen Menschen – ein Trend, der sich im vierten Kapitel besonders stark manifestiert. Der Vorschlag, Schleifenbedingungen mit den Prozessen von DeMorgan in eine kognitiv günstigere Form zu bringen, erfreut sowohl Informatiker als auch Elektroniker.Im Abschnitt zu Schleifen zitiert der Autor den legendären Fehler in Microsofts Zune-Familie – die unter bestimmten Bedingungen auftretende Endlosschleife sorgte damals für schlechte Presse und motiviert zu eigenen tiefergehenden Überlegungen. Die immer lästigen Exceptions dienen danach als Einstieg in die Thematik der Unterteilung – wer sein Programm intelligent unterteilt, gewinnt in Sachen Wartbarkeit.Bei der Unterteilung der Programmlogik in Klassen bieten sich Fallstricke, die das Lehrbuch anhand praktischer Beispiele illustriert. Der Autor zeigt neben Anfängerfehlern auch Designpatterns, die anfangs sinnvoll erscheinen und erst ab einer gewissen Projektkomplexität für Ärger sorgen.Testing und Debugging sind zwei Bereiche, die die Produktqualität positiv beeinflussen. Leider findet sich auch an dieser Stelle wieder Spielraum für Bösartigkeit, die auch im Buch Erwähnung findet. Die Ausführungen zu systemspezifischen Tests sind in diesem Zusammenhang besonders gelungen, neben dem Aufzeigen von Problemen schlägt der Text so gut wie immer auch sinnvolle Alternativen vor.Zu guter Letzt spendiert Beecher einen Inde...

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