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Java Magazin
Corda, die Open-Source-Blockchain für Unternehmen

Wo zum Geier sind die Blöcke?

Corda wurde vom Konsortium R3 [1] in Zusammenarbeit mit mehr als 200 Technologie- und Industriepartnern entwickelt. Laut Hersteller handelt es sich bei Corda um eine Open Source Blockchain, die speziell für die Anwendung in Unternehmen gedacht ist. Im Gegensatz zu anderen Blockchain-Lösungen werden Informationen nur zwischen den Parteien ausgetauscht, die sie auch tatsächlich benötigen. Diese Informationen nennt man bei Corda „Shared Facts“. In diesem Artikel wird gezeigt, wie solche geteilten Fakten entstehen, verteilt und historisiert werden.

Christian Koller


Corda ist ein flexibles Framework, das es ermöglicht, Verträge elektronisch abzubilden. Dabei wurde Wert darauf gelegt, den Entwickler bestmöglich zu unterstützen. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Privatsphäre. Nur ein bestimmter Teilnehmerkreis kann Transaktionen validieren und somit ist Corda eine „Permissioned Blockchain“. Der Kern von Corda wurde in der Programmiersprache Kotlin geschrieben. Fachliche Lösungen können dadurch in einer JVM-kompatiblen Technologie erstellt werden. In diesem Artikel wird dafür Java verwendet.

Parteien

Damit geteilte Fakten entstehen können, braucht es mindestens zwei Parteien. Parteien in Corda sind mit einem offiziellen Namen identifizierbar, d. h., der öffentliche Schlüssel (Public Key) jeder Partei ist an eine juristische Person gebunden. Corda hält sich dabei an den X.509-Standard [2]. Auch geht man bei Corda davon aus, dass man seinen Vertragspartnern grundsätzlich vertrauen kann. Bei einer Streitigkeit muss aber auch hier ein Gericht entscheiden. Eine Partei wird in Corda oft auch als Node bezeichnet.

Geteilte Fakten

Wünscht man sich in einem B2B-Umfeld, dass die Verträge eines Unternehmens von jedem eingesehen werden können? Nein, bestimmt nicht. Bei einem Netzwerk wie beispielsweise Bitcoin ist aber genau das der Fall. Die Regeln sind einsehbar, und jede Transaktion kann von allen Beteiligten des Netzwerkes angeschaut werden. Die Transaktionen bei Bitcoin sind nicht verschlüsselt und z. B. mit dem Blockchain Explorer einsehbar [3]. Bei Corda werden die geteilten Fakten nicht über die ganze Welt verteilt, sondern nur an einen vordefinierten Kreis von Teilnehmern. Das geschieht mit privaten Transaktionen. Am besten lässt sich das an einem Venn-Diagramm veranschaulichen (Abb. 1).

Abb. 1: Geteilte Fakten

Die kleinen weißen Kreise stellen geteilte Fakten dar. Von Fakt A wissen nur Roger und Jürg, von Fakt B nur Jürg und André und von Fakt C nur André und Roger. Von Fakt D wissen Roger, Jürg und André. Die Fakten werden also nur mit denjenigen geteilt, die daran wirklich ein Interesse haben. In der Terminologie von Corda implementiert ein Fakt das Interface „ContractState“, weil es einen bestimmten Zustand eines Vertrags widerspiegelt.

Evolution eines Fakts

Ein geteilter Fakt kann im Lauf der Zeit ungültig werden. Hat sich Roger beispielsweise 100 Euro von Jürg geliehen, mag das heute ein gültiger geteilter Fakt A sein. Zum Beispiel könnte Fakt A einen Zustand eines Schuldscheins repräsentieren (Abb. 2). Morgen aber kön...

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Corda, die Open-Source-Blockchain für Unternehmen

Wo zum Geier sind die Blöcke?

Corda wurde vom Konsortium R3 [1] in Zusammenarbeit mit mehr als 200 Technologie- und Industriepartnern entwickelt. Laut Hersteller handelt es sich bei Corda um eine Open Source Blockchain, die speziell für die Anwendung in Unternehmen gedacht ist. Im Gegensatz zu anderen Blockchain-Lösungen werden Informationen nur zwischen den Parteien ausgetauscht, die sie auch tatsächlich benötigen. Diese Informationen nennt man bei Corda „Shared Facts“. In diesem Artikel wird gezeigt, wie solche geteilten Fakten entstehen, verteilt und historisiert werden.

Christian Koller


Corda ist ein flexibles Framework, das es ermöglicht, Verträge elektronisch abzubilden. Dabei wurde Wert darauf gelegt, den Entwickler bestmöglich zu unterstützen. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Privatsphäre. Nur ein bestimmter Teilnehmerkreis kann Transaktionen validieren und somit ist Corda eine „Permissioned Blockchain“. Der Kern von Corda wurde in der Programmiersprache Kotlin geschrieben. Fachliche Lösungen können dadurch in einer JVM-kompatiblen Technologie erstellt werden. In diesem Artikel wird dafür Java verwendet.

Parteien

Damit geteilte Fakten entstehen können, braucht es mindestens zwei Parteien. Parteien in Corda sind mit einem offiziellen Namen identifizierbar, d. h., der öffentliche Schlüssel (Public Key) jeder Partei ist an eine juristische Person gebunden. Corda hält sich dabei an den X.509-Standard [2]. Auch geht man bei Corda davon aus, dass man seinen Vertragspartnern grundsätzlich vertrauen kann. Bei einer Streitigkeit muss aber auch hier ein Gericht entscheiden. Eine Partei wird in Corda oft auch als Node bezeichnet.

Geteilte Fakten

Wünscht man sich in einem B2B-Umfeld, dass die Verträge eines Unternehmens von jedem eingesehen werden können? Nein, bestimmt nicht. Bei einem Netzwerk wie beispielsweise Bitcoin ist aber genau das der Fall. Die Regeln sind einsehbar, und jede Transaktion kann von allen Beteiligten des Netzwerkes angeschaut werden. Die Transaktionen bei Bitcoin sind nicht verschlüsselt und z. B. mit dem Blockchain Explorer einsehbar [3]. Bei Corda werden die geteilten Fakten nicht über die ganze Welt verteilt, sondern nur an einen vordefinierten Kreis von Teilnehmern. Das geschieht mit privaten Transaktionen. Am besten lässt sich das an einem Venn-Diagramm veranschaulichen (Abb. 1).

Abb. 1: Geteilte Fakten

Die kleinen weißen Kreise stellen geteilte Fakten dar. Von Fakt A wissen nur Roger und Jürg, von Fakt B nur Jürg und André und von Fakt C nur André und Roger. Von Fakt D wissen Roger, Jürg und André. Die Fakten werden also nur mit denjenigen geteilt, die daran wirklich ein Interesse haben. In der Terminologie von Corda implementiert ein Fakt das Interface „ContractState“, weil es einen bestimmten Zustand eines Vertrags widerspiegelt.

Evolution eines Fakts

Ein geteilter Fakt kann im Lauf der Zeit ungültig werden. Hat sich Roger beispielsweise 100 Euro von Jürg geliehen, mag das heute ein gültiger geteilter Fakt A sein. Zum Beispiel könnte Fakt A einen Zustand eines Schuldscheins repräsentieren (Abb. 2). Morgen aber kön...

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