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Eine Replik auf Wolfgang Pleus’ Artikelserie „Sustainable Service Design“

Nachhaltig - oder nur langlebig?


Wolfgang Pleus kritisiert in seiner Artikelserie „Sustainable Service Design“ (Java Magazin 2.2015 und 3.2015), dass Nachhaltigkeit in der Softwarebranche bisher zu wenig Beachtung geschenkt werde. Ich möchte dem einen grundlegend anderen Ansatz entgegenstellen: Statt der Servicekontrakte könnte auf universelle Schnittstellen gesetzt werden, um Wiederverwendbarkeit zu erreichen. Lange etablierte Designprinzipien können dabei helfen, Software schon in der Konzeption besser auf den Nutzen für Auftraggeber und Endanwender zuzuschneiden. Statt sich auf Langlebigkeit und strikte Vorgaben zu fixieren, schlage ich vor, den Austausch zwischen Entwicklern und Stakeholdern in den Mittelpunkt zu stellen und eine Umgebung zu schaffen, in der alle Beteiligten ihr kreatives Potenzial ausschöpfen können. Denn Langlebigkeit alleine bringt keine Nachhaltigkeit, wenn der Nutzen fehlt.

Pleus bemängelt, dass wir das Rad ständig neu erfinden, indem wir Software nach einigen Jahren wegwerfen und neu implementieren. Da beispielsweise Banken und Versicherungen seinen Beobachtungen zufolge ohnehin über lange Zeiträume gleichbleibende Datenstrukturen und Geschäftslogik verwenden, schlägt er einen Ansatz vor, den er „nachhaltiges Servicedesign“ nennt: Services sollen abstrakt und technologieneutral beschrieben werden, um kurzlebige Technologietrends zu überdauern. Konkrete Implementierungen werden dann durch technologiespezifische Bindings umgesetzt.

Doch würden nicht auch Banken und Versicherungen von mehr Flexibilität in der Softwareentwicklung profitieren? Mit Wolfgang Pleus’ „nachhaltigem Servicedesign“ zumindest nicht. Wie im Folgenden anhand eines kurzen Praxisbeispiels gezeigt wird, suggeriert der Name zwar Leichtgewichtigkeit und Effizienz, in der Praxis bewirkt der Ansatz aber letztendlich das Gegenteil. Services müssen zunächst abstrakt beschrieben und dann durch konkrete Bindings implementiert werden. Um sich „zukünftig in möglichst vielen fachlichen und technischen Kontexten verwenden“ zu lassen, erfordern sie für jeden neuen technischen Kontext ein neues Binding. Auch hier wird also häufiger mal das Rad neu erfunden, allerdings mit noch mehr Aufwand.

Aus unveränderter Geschäftslogik und gleichbleibenden Datenstrukturen folgert Pleus, Unternehmen würden davon profitieren, ihre Services in Form von langlebigen und technologieunabhängigen Servicebeschreibungen zu definieren. Was aber, wenn die Langlebigkeit von Geschäftslogik und Datenstrukturen eher auf schwergewichtige...

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