Interview mit Spec Lead Ed Burns (Oracle) über JSF 2.2

Spielregeln vs. Spielräume

Ed Burns


Ed Burns: Ich habe versucht, das Projektmanagement dieses Mal disziplinierter anzugehen. Die aktuelle Roadmap steht auf der folgenden Webseite zur Verfügung [1]. Wegen der Transparenzregeln des JCP, denen JSF schon seit Jahren folgt, sind das öffentliche Informationen. Nach unserem aktuellen Zeitplan werden wir nach der ersten Jahreshälfte 2012 fertig sein. (Stand: Anfang April, Anm. d. Red.) JM: Ein wichtiger Aspekt für Applikationen in der Cloud ist die Multitenancy-Fähigkeit von Anwendungen. In JPA 2.1 soll es eine Unterstützung hierfür geben. Wie sieht es damit in JSF 2.2 aus? Wird es z. B. so etwas wie einen Tenant Scope für Managed Beans geben, um mandantenspezifische Daten separat zu speichern?Burns: JSF war 2004 die erste JCP-Spezifikation, die Inversion of Control basierend auf Plain Old Java Objects (POJO) in Enterprise Java eingeführt hat – inklusive der Scopes, wie wir sie heute kennen. Seit dieser Zeit hat Java EE einiges an dringend notwendigem Refactoring erfahren, und das Konzept der Scopes fällt jetzt in den Bereich der CDI-(Contexts-and-Dependency-Injection-)Spezifikation. Wir werden uns weiterhin eng an die CDI-Spezifikation halten, die auch Bestandteil von Java EE 7 ist, und somit auch jene Features unterstützen, die Multitenancy ermöglichen.JM: Multi-Templating ist ein wirklich interessantes Feature. Ein Template besteht in der Regel aus mehreren Dateien. Müssen die Templates auf dem Applikationsserver selbst zur Verfügung stehen oder ist eine Referenz auf eine Webadresse möglich?Burns: Multi-Templating, so wie es auf JSF angewandt wird, wurde erstmalig von Mamadou Lamine Ba vorgestellt und ist in der Expert Group bereits einige Iterationen weiter. Im Moment können Templates als jars verpackt und in einem Maven Repository gehostet werden, um zur Build-Zeit als Dependencies deklariert zu werden. Ein Feature, das sich „Remote Components“ nennt, wurde von der Portlet-Community vorgeschlagen. Für 2.2 haben wir es allerdings noch nicht auf dem Radar.JM: Welche Restriktionen muss ein JSF-Entwickler hinnehmen, wenn er Templates verwenden will?Burns: Was ein Template im Kern ausmacht, sind die Konventionen, die es für die zu ersetzenden Bereiche spezifiziert. Hier besteht kein großer Unterschied zur Verwendung eines regulären Facelet-Templates. Das Multi-Templating-Feature ist eine Formalisierung dessen, die dazu da ist, eine exaktere Spezifikation der Metadaten einzubinden. Das eigentlich Restriktive sind die Spielregeln, die der Template-...

Interview mit Spec Lead Ed Burns (Oracle) über JSF 2.2

Spielregeln vs. Spielräume

Ed Burns


Ed Burns: Ich habe versucht, das Projektmanagement dieses Mal disziplinierter anzugehen. Die aktuelle Roadmap steht auf der folgenden Webseite zur Verfügung [1]. Wegen der Transparenzregeln des JCP, denen JSF schon seit Jahren folgt, sind das öffentliche Informationen. Nach unserem aktuellen Zeitplan werden wir nach der ersten Jahreshälfte 2012 fertig sein. (Stand: Anfang April, Anm. d. Red.) JM: Ein wichtiger Aspekt für Applikationen in der Cloud ist die Multitenancy-Fähigkeit von Anwendungen. In JPA 2.1 soll es eine Unterstützung hierfür geben. Wie sieht es damit in JSF 2.2 aus? Wird es z. B. so etwas wie einen Tenant Scope für Managed Beans geben, um mandantenspezifische Daten separat zu speichern?Burns: JSF war 2004 die erste JCP-Spezifikation, die Inversion of Control basierend auf Plain Old Java Objects (POJO) in Enterprise Java eingeführt hat – inklusive der Scopes, wie wir sie heute kennen. Seit dieser Zeit hat Java EE einiges an dringend notwendigem Refactoring erfahren, und das Konzept der Scopes fällt jetzt in den Bereich der CDI-(Contexts-and-Dependency-Injection-)Spezifikation. Wir werden uns weiterhin eng an die CDI-Spezifikation halten, die auch Bestandteil von Java EE 7 ist, und somit auch jene Features unterstützen, die Multitenancy ermöglichen.JM: Multi-Templating ist ein wirklich interessantes Feature. Ein Template besteht in der Regel aus mehreren Dateien. Müssen die Templates auf dem Applikationsserver selbst zur Verfügung stehen oder ist eine Referenz auf eine Webadresse möglich?Burns: Multi-Templating, so wie es auf JSF angewandt wird, wurde erstmalig von Mamadou Lamine Ba vorgestellt und ist in der Expert Group bereits einige Iterationen weiter. Im Moment können Templates als jars verpackt und in einem Maven Repository gehostet werden, um zur Build-Zeit als Dependencies deklariert zu werden. Ein Feature, das sich „Remote Components“ nennt, wurde von der Portlet-Community vorgeschlagen. Für 2.2 haben wir es allerdings noch nicht auf dem Radar.JM: Welche Restriktionen muss ein JSF-Entwickler hinnehmen, wenn er Templates verwenden will?Burns: Was ein Template im Kern ausmacht, sind die Konventionen, die es für die zu ersetzenden Bereiche spezifiziert. Hier besteht kein großer Unterschied zur Verwendung eines regulären Facelet-Templates. Das Multi-Templating-Feature ist eine Formalisierung dessen, die dazu da ist, eine exaktere Spezifikation der Metadaten einzubinden. Das eigentlich Restriktive sind die Spielregeln, die der Template-...

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