Wo steht Scala heute, und wohin wird die Reise gehen?

State of Scala

Heiko Seeberger


Alles begann damit, dass Martin Odersky, der spätere Erfinder von Scala, intensiv daran arbeitete, Java besser zu machen. Eine der größten Änderungen, die an Java bisher vorgenommen wurden, und zwar die Generics – also parametrisierte Typen – haben wir letztendlich ihm zu verdanken. Er hat auch die Grundlagen für den javac-Compiler geschaffen, der seit Java 1.3 zum Einsatz kommt [1]. Aber nicht alle seine Ideen wurden damals von Sun Microsystems aufgegriffen. So wurden zum Beispiel Pattern Matching und Funktionen, oft auch Closures oder Lambdas genannt, verworfen; interessanterweise werden Lambdas nun in Java 8 Einzug halten. Daher entschloss sich Martin Odersky, wenn er Java schon nicht besser machen durfte, stattdessen ein besseres Java zu schaffen. So erblickte 2003 Scala das Licht der Welt. Dabei standen die volle Kompatibilität mit Java sowie die Praxistauglichkeit im Vordergrund. Scala ist Open Source unter der Scala License [2] und steht unter dem Copyright der EPFL [3], also der Universität, an der Martin Odersky als Professor tätig ist.

In den folgenden zehn Jahren gab es zahlreiche Releases mit zum Teil signifikanten Verbesserungen. Heute stehen wir bei Scala 2.10, und 2.11 ist in der Mache. Es bildete sich eine stark wachsende Community, und die industrielle Verbreitung wuchs von ersten zarten Pflänzchen bis zum Einsatz in zahlreichen großen und kleinen Unternehmen und schließlich zur Empfehlung „Adopt“ im ThoughtWorks Technology Radar im Oktober 2012 [4]. Natürlich entstand auch ein lebendiges Ökosystem mit Firmen, die kommerziellen Support verschiedenster Art rund um Scala anbieten.

Warum Scala?

Diese durchaus erfolgreiche Historie führt für viele zunächst zur Frage nach dem „Warum“: Warum sollte ich Scala statt Java oder einer anderen JVM-Sprache in Betracht ziehen? Die Antworten auf diese Fragen sind vielschichtig und zum Teil sehr subjektiv motiviert. Wir wollen dennoch versuchen, einen Ausschnitt aus diesem Spektrum zu präsentieren, der hoffentlich von den allermeisten als kleinster gemeinsamer Nenner akzeptiert werden kann.

Zunächst liegt der Erfolg von Scala, wie auch der anderer JVM-Sprachen, an der Situation von Java. Java ist als Plattform seit vielen Jahren überaus erfolgreich, und der JVM wird von allen Seiten eine rosige Zukunft beschieden. Allerdings gibt es bei nicht wenigen seit geraumer Zeit Unzufriedenheit mit Java. Denn seit Java 5 gab es keinen signifikanten Fortschritt mehr, der Sprache fehlen einfach verschiedene moderne un...

Wo steht Scala heute, und wohin wird die Reise gehen?

State of Scala

Heiko Seeberger


Alles begann damit, dass Martin Odersky, der spätere Erfinder von Scala, intensiv daran arbeitete, Java besser zu machen. Eine der größten Änderungen, die an Java bisher vorgenommen wurden, und zwar die Generics – also parametrisierte Typen – haben wir letztendlich ihm zu verdanken. Er hat auch die Grundlagen für den javac-Compiler geschaffen, der seit Java 1.3 zum Einsatz kommt [1]. Aber nicht alle seine Ideen wurden damals von Sun Microsystems aufgegriffen. So wurden zum Beispiel Pattern Matching und Funktionen, oft auch Closures oder Lambdas genannt, verworfen; interessanterweise werden Lambdas nun in Java 8 Einzug halten. Daher entschloss sich Martin Odersky, wenn er Java schon nicht besser machen durfte, stattdessen ein besseres Java zu schaffen. So erblickte 2003 Scala das Licht der Welt. Dabei standen die volle Kompatibilität mit Java sowie die Praxistauglichkeit im Vordergrund. Scala ist Open Source unter der Scala License [2] und steht unter dem Copyright der EPFL [3], also der Universität, an der Martin Odersky als Professor tätig ist.

In den folgenden zehn Jahren gab es zahlreiche Releases mit zum Teil signifikanten Verbesserungen. Heute stehen wir bei Scala 2.10, und 2.11 ist in der Mache. Es bildete sich eine stark wachsende Community, und die industrielle Verbreitung wuchs von ersten zarten Pflänzchen bis zum Einsatz in zahlreichen großen und kleinen Unternehmen und schließlich zur Empfehlung „Adopt“ im ThoughtWorks Technology Radar im Oktober 2012 [4]. Natürlich entstand auch ein lebendiges Ökosystem mit Firmen, die kommerziellen Support verschiedenster Art rund um Scala anbieten.

Warum Scala?

Diese durchaus erfolgreiche Historie führt für viele zunächst zur Frage nach dem „Warum“: Warum sollte ich Scala statt Java oder einer anderen JVM-Sprache in Betracht ziehen? Die Antworten auf diese Fragen sind vielschichtig und zum Teil sehr subjektiv motiviert. Wir wollen dennoch versuchen, einen Ausschnitt aus diesem Spektrum zu präsentieren, der hoffentlich von den allermeisten als kleinster gemeinsamer Nenner akzeptiert werden kann.

Zunächst liegt der Erfolg von Scala, wie auch der anderer JVM-Sprachen, an der Situation von Java. Java ist als Plattform seit vielen Jahren überaus erfolgreich, und der JVM wird von allen Seiten eine rosige Zukunft beschieden. Allerdings gibt es bei nicht wenigen seit geraumer Zeit Unzufriedenheit mit Java. Denn seit Java 5 gab es keinen signifikanten Fortschritt mehr, der Sprache fehlen einfach verschiedene moderne un...

Neugierig geworden?


    
Loading...

Angebote für Teams

Für Firmen haben wir individuelle Teamlizenzen. Wir erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang