Java Magazin - 06.2014 - JavaFX 8


Preis: 9,80 €

Erhältlich ab:  Mai 2014

Umfang:  100

Autoren / Autorinnen: Andreas Liebelt, Peter Hruschka, Gernot Starke, Hendrik Ebbers, Stephen Colebourne, Achim Nierbeck, Florian Müller, Arno Haase, Martin Faust, Angelika Langer, Klaus Kreft, Florian Hopf, Anton Epple, Arne Limburg, Lars Röwekamp, Christian Robert, Diana Kupfer, Mike Werner, Gerrit Grunwald, Manuel Mauky, Alexander Casall, Sven Ruppert, Stefan Siprell, Carsten Röttgers, Daniel Pieper, Stefan Toth

Der Heartbleed-Bug in OpenSSL, einer Software, die das Open-Source-Modell in ihrem Namen trägt, ist für Verfechter quelloffener Software ein Stich ins Herz. Ob sich die gesamte Open-Source-Welt deswegen in der „prekären Lage“ befindet, die etwa Patrick Beuth von ZEIT ONLINE (http://bit.ly/1esuGEp) wahrnimmt, darf allerdings bezweifelt werden. Open Source hat Konjunktur. Weshalb sonst würden Unternehmen wie SAP auf quelloffene Technologien wie Eclipse Virgo oder Eclipse Orion setzen? Und weshalb sonst würden Hazelcast oder Hortonworks, die sich ganz auf Open-Source-Technologien spezialisiert haben, großzügige Finanzspritzen erhalten? Allerdings zeigen Venture-Kapital-Summen von 100 Millionen US-Dollar, wie im Fall von Hortonworks: Open-Soure-Software entsteht keineswegs aus dem Nichts. Und Autoren offener Quelltexte leben nicht nur von Luft und Liebe zum Beruf.

Steve Marquess, einer der Gründer der OpenSSL Software Foundation (OSF) legte in einem Blogpost den finanziellen Status quo der Stiftung dar – und der ist in der Tat „prekär“: 2 000 US-Dollar Spenden erhalte sie durchschnittlich pro Jahr. Seit Heartbleed bekannt wurde, seien zusätzlich etwa 9 000 Dollar auf das Konto der OSF eingegangen. Marquess kommentiert die gut gemeinten Zuwendungen nüchtern: Selbst wenn die Spenden weiterhin in derselben Häufigkeit einträfen, würde der finanzielle Aufwand, der nötig ist, um eine so wichtige und komplexe Software wie OpenSSL instand zu halten, bei Weitem nicht erreicht. Gerade einmal elf Entwickler, ein Team der Größe einer Fußballmannschaft, sind an der Entwicklung von OpenSSL beteiligt – genauso viele bzw. genauso wenige wie an der Eclipse-Plattform. Hier wie dort schlägt sich der finanzielle Engpass in personeller Knappheit nieder. Doch von nichts kommt nichts. „There ain’t no such thing as free software“, könnte man das Bonmot „There ain’t no such thing as a free lunch“ des Science-Fiction-Autors Robert A. Heinlein umformulieren.

Zu leicht vergessen Unternehmen, dass sie auch Stakeholder der quelloffenen Software sind, die sie verwenden – und somit niemand außer ihnen die Verantwortung für den Code trägt. Wer ein Geschäftsmodell allein auf dem Altruismus Unbekannter begründet, dem ist nicht zu helfen.

Open-Source-Ökosysteme werden immer größer, anonymer und verflochtener. Und wo es keine eindeutige Zugehörigkeit gibt, ist es umso schwieriger, Zuständigkeiten zu definieren. Die Tragik der Allmende (Tragedy of Commons) lässt grüßen. Blind wird auf Committer-Idealisten vertraut, die aus purer Leidenschaft am Handwerk den Brunnen graben, aus dem alle anderen schöpfen. Ein verfehlter Glaube an eine abstrakte Instanz, die, einem übermenschlichen Produktmanager gleich, das große Ganze im Blick hat.

Findet allerdings ein Umdenken statt, ist die Tragedy of Commons zwar ein ernstes, aber kein existenzgefährdendes Problem für das Open-Source-Modell, sondern eher wie Heartbleed selbst eine kritische Schwachstelle, die sich beheben lässt. An den Grundfesten der Open-Source-Kultur wird der Bug nicht rütteln. Allerdings ist zu hoffen, dass viele Betroffene ihn als Weckruf verstehen und sich personell und finanziell stärker in die Open-Source-Communitys einbringen, von denen ihre Produkte abhängen. Eine neue Maxime von Unternehmen, die die Vorteile von Open-Source-Software nutzen, sollte lauten: Ask not what your software can do for you. Ask what you can do for your software.

Vom blutenden Herzen zur Community mit Herzblut

Ob sich die Investition in JavaFX mittlerweile lohnt, wollen wir derweil im großen Heftschwerpunkt dieser Ausgabe ermitteln: Mit der Integration in Java 8 hat die UI-Technologie einen großen Schritt nach vorne gemacht. Laut ist indes immer noch die Kritik an der Enterprise-Fähigkeit von JavaFX. Das wird in dieser Ausgabe ebenfalls thematisiert. Verschaffen Sie sich einen Überblick, viel Spaß bei der Lektüre!

kupfer_diana_sw.tif_fmt1.pngDiana Kupfer, Redakteurin

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