© S&S Media GmbH
Editorial

Himbeerkuchen im IoT


Himbeeren sind großartig. Seit dem 16. Jahrhundert werden sie bereits kultiviert und heute wissen wir, dass das eine gute Entscheidung war: Vitamin A, C und E, Folsäure und Omega-3-Fettsäuren, Kalzium, Magnesium ... die Liste geht weiter. Mal davon abgesehen, dass Himbeeren auch ganz hervorragend schmecken, sei es im Salat, im alkoholischen Drink oder als Kuchen. Der Himbeerkuchen, im Englischen Raspberry Pie, war schließlich auch – so der Gründungsmythos – der Namenspate für den so erfolgreichen Mini-PC, der im Fokus dieser Ausgabe des Java Magazins steht.

Natürlich werden jetzt einige aufschreien und behaupten, dass Raspberry Pi, wie das kleine Kraftpaket offiziell heißt, sich auf einen Python-Interpreter bezieht. Dieser sollte ursprünglich den Unterschied zu den herkömmlichen und mit BASIC-Interpretern ausgestatteten Heimcomputern darstellen. Ob nun Kuchen oder Python (ob die wohl auch Himbeeren mögen?) – der Erfolg war dem raffinierten Stück Hardware in die Wiege gelegt. Über 36 Millionen verkaufte Exemplare sind im Umlauf, was die Beliebtheit unterstreicht. Nimmt man alle Raspberry Pis zusammen, kommt man auf ein Gesamtgewicht von rund 1 500 Tonnen, was natürlich nicht annähernd so viel ist, wie die 825 000 Tonnen Himbeeren, die wir Menschen pro Jahr produzieren und verschlingen, aber beeindruckend ist diese Zahl trotzdem. Der wohl schärfste Konkurrent, Arduino, kam bis 2013 auf gerade einmal 700 000 verkaufte Exemplare.

Heute ist der Raspberry Pi selbstverständlich ein sprachagnostisches „Spielzeug“ und fühlt sich damit auch im Internet of Things zuhause. Eine Sprache, die sich im Internet of Things eigentlich eher nicht so ganz heimisch fühlt, ist hingegen Java. Auch wenn die Behauptung, die Sprache sei zu „verbose“, zu schwergewichtig für das IoT, mittlerweile – auch Dank des Raspberry Pis – nicht mehr haltbar ist, ist es immer noch eher eine Nische, in der sich dieses Konstrukt bewegt. Hilfe bei der Realisierung von IoT-Anwendungen und dem Zugriff auf Sensoren über den Raspberry Pi mit Java gibt es in Form der Bibliothek Pi4J, über die Frank Delporte berichtet.

Mit diesen Werkzeugen an der Hand könnte man sich ja nun einen Roboter bauen, mit einem Raspberry Pi als Gehirn und Java als Sprache, der einem die Himbeeren aus dem Kühlschrank ins Wohnzimmer bringt. Wir freuen uns auf Erfahrungsberichte an die Redaktionsadresse!

Guten Appetit und viel Spaß bei der Lektüre!

mohilo_dominik_sw.tif_fmt1.jpgDominik Mohilo | Redakteur

Mail Website Twitter Xing

Neugierig geworden? Wir haben diese Angebote für dich:

Angebote für Gewinner-Teams

Wir bieten Lizenz-Lösungen für Teams jeder Größe: Finden Sie heraus, welche Lösung am besten zu Ihnen passt.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang