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Java Magazin
Miracast: Mehrere Bildschirme mit Jelly Bean

Miracast: Mehrere Bildschirme mit Jelly Bean

Obwohl auf der Google I/O 2013 wohl wieder ein Nachfolger zu Android 4.2 vorgestellt wurde, stecken selbst aktuelle Features teilweise noch in den Kinderschuhen. Jelly Bean (4.2) erlaubt etwa den Betrieb von Android-Geräten mit mehreren Bildschirmen und insbesondere mit Miracast-tauglichen Empfangsgeräten, aber welche Funktionalität ist mit den neuen Schnittstellen möglich? Was ist Miracast und warum ist es für Android-Entwickler interessant? Welche Geräte sind überhaupt verfügbar und wie sind die ersten Erfahrungen mit Miracast? Dieser Artikel möchte einen ersten Überblick über die durchaus spannenden Möglichkeiten von Android 4.2 in diesem Umfeld geben.

Daniel Bälz, Christian Meder


Man darf das Verhältnis von Hardware und Software im Android-Umfeld durchaus als emotionales Wechselbad der Gefühle bezeichnen. Eine riesige Auswahl an hochgradig unterschiedlichen Geräten in allen erdenklichen Farben, Formfaktoren und Ausstattungen zusammengeführt in einer einheitlichen App-Plattform, für jeden Geschmack etwas (one ring to rule them all, wie böse Zungen behaupten). Auf der anderen Seite eine Zersplitterung und Verästelung, die es immer schwieriger macht, neue Funktionalitäten zur Android-Plattform hinzuzufügen und annähernd zeitnah auch mit einer breiten Hardwareunterstützung aufwarten zu können. Bestes Beispiel dieses Konflikts ist das Presentation-API von Android 4.2 und der damit eng verbundene Miracast-Standard.

Was ist Miracast?

Die englischsprachige Wikipedia-Seite beschreibt Miracast in einem schönen Vergleich als ein drahtloses HDMI-Kabel (High Definition Multimedia Interface) zur Übertragung des Bildschirminhalts eines Geräts auf einen anderen Bildschirm inklusive Implementierung der Kopierschutzmaßnahmen durch die Emulation von HDCP (High-Bandwidth Digital Content Protection): ein einfach verwendbarer kabelloser Ersatz für den Anschluss eines Geräts an einen Bildschirm also, vereinfacht dargestellt [1], [2]. Ein Gerät muss als Bildquelle dienen (source), deren Bildschirminhalt mitgeschnitten wird und ein anderes Gerät, der Empfänger (sink), zeigt die empfangene Aufzeichnung dann an.

Abb. 1: Prinzipieller Aufbau des Miracast-Ablaufplans

In Abbildung 1 ist das Verfahren schematisch dargestellt und man sieht, dass bekannte Codecs zur Kodierung der Inhalte verwendet werden. Grafische Inhalte werden in H.264 verpackt, Audiodaten als LPCM oder auch AAC bzw. AC3 (Dolby Digital) kodiert. Alle Daten werden in einem MPEG-2 TS (transport stream) gemischt, ein Format, das auch in der digitalen Ausstrahlung von Inhalten per Satellit und Kabel (DVB-S/C/T) oder auch als Bestandteil des Blu-ray-Formats verwendet wird.

Für den Transport der Daten baut Miracast auf bereits durch die Wi-Fi Alliance zertifizierte Technologien auf, um die Implementierung zu erleichtern und somit eine möglichst schnelle Verbreitung sicherzustellen. Durch die Zertifizierung soll die Interoperabilität zwischen den Geräten sichergestellt und damit ein fehlerloser Betrieb gewährleistet werden:

Als Standard für drahtlose Netzwerke zwischen Sender und Empfänger wurde IEEE 802.11n gewählt. Für den Einsatz mit Miracast muss die Implementierung durch die Wi-Fi Alliance als „Wi-F...

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Miracast: Mehrere Bildschirme mit Jelly Bean

Miracast: Mehrere Bildschirme mit Jelly Bean

Obwohl auf der Google I/O 2013 wohl wieder ein Nachfolger zu Android 4.2 vorgestellt wurde, stecken selbst aktuelle Features teilweise noch in den Kinderschuhen. Jelly Bean (4.2) erlaubt etwa den Betrieb von Android-Geräten mit mehreren Bildschirmen und insbesondere mit Miracast-tauglichen Empfangsgeräten, aber welche Funktionalität ist mit den neuen Schnittstellen möglich? Was ist Miracast und warum ist es für Android-Entwickler interessant? Welche Geräte sind überhaupt verfügbar und wie sind die ersten Erfahrungen mit Miracast? Dieser Artikel möchte einen ersten Überblick über die durchaus spannenden Möglichkeiten von Android 4.2 in diesem Umfeld geben.

Daniel Bälz, Christian Meder


Man darf das Verhältnis von Hardware und Software im Android-Umfeld durchaus als emotionales Wechselbad der Gefühle bezeichnen. Eine riesige Auswahl an hochgradig unterschiedlichen Geräten in allen erdenklichen Farben, Formfaktoren und Ausstattungen zusammengeführt in einer einheitlichen App-Plattform, für jeden Geschmack etwas (one ring to rule them all, wie böse Zungen behaupten). Auf der anderen Seite eine Zersplitterung und Verästelung, die es immer schwieriger macht, neue Funktionalitäten zur Android-Plattform hinzuzufügen und annähernd zeitnah auch mit einer breiten Hardwareunterstützung aufwarten zu können. Bestes Beispiel dieses Konflikts ist das Presentation-API von Android 4.2 und der damit eng verbundene Miracast-Standard.

Was ist Miracast?

Die englischsprachige Wikipedia-Seite beschreibt Miracast in einem schönen Vergleich als ein drahtloses HDMI-Kabel (High Definition Multimedia Interface) zur Übertragung des Bildschirminhalts eines Geräts auf einen anderen Bildschirm inklusive Implementierung der Kopierschutzmaßnahmen durch die Emulation von HDCP (High-Bandwidth Digital Content Protection): ein einfach verwendbarer kabelloser Ersatz für den Anschluss eines Geräts an einen Bildschirm also, vereinfacht dargestellt [1], [2]. Ein Gerät muss als Bildquelle dienen (source), deren Bildschirminhalt mitgeschnitten wird und ein anderes Gerät, der Empfänger (sink), zeigt die empfangene Aufzeichnung dann an.

Abb. 1: Prinzipieller Aufbau des Miracast-Ablaufplans

In Abbildung 1 ist das Verfahren schematisch dargestellt und man sieht, dass bekannte Codecs zur Kodierung der Inhalte verwendet werden. Grafische Inhalte werden in H.264 verpackt, Audiodaten als LPCM oder auch AAC bzw. AC3 (Dolby Digital) kodiert. Alle Daten werden in einem MPEG-2 TS (transport stream) gemischt, ein Format, das auch in der digitalen Ausstrahlung von Inhalten per Satellit und Kabel (DVB-S/C/T) oder auch als Bestandteil des Blu-ray-Formats verwendet wird.

Für den Transport der Daten baut Miracast auf bereits durch die Wi-Fi Alliance zertifizierte Technologien auf, um die Implementierung zu erleichtern und somit eine möglichst schnelle Verbreitung sicherzustellen. Durch die Zertifizierung soll die Interoperabilität zwischen den Geräten sichergestellt und damit ein fehlerloser Betrieb gewährleistet werden:

Als Standard für drahtlose Netzwerke zwischen Sender und Empfänger wurde IEEE 802.11n gewählt. Für den Einsatz mit Miracast muss die Implementierung durch die Wi-Fi Alliance als „Wi-F...

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