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Visual Java für Einsteiger

Visual Java für Einsteiger


Java hat sich in vielen Bereichen der Informatik unverzichtbar gemacht – was auch gut so ist. Im Fokus dieser neuen Serie steht allerdings nicht Java, sondern eine andere, auf Java basierende Open-Source-Programmiersprache samt Entwicklungsumgebung: Processing. In deren Umfeld ist es ein Kinderspiel, MS Kinect oder Playstation-Controller anzuschließen, Computerbilderkennung zu betreiben, ästhetische – auch ungewöhnliche – Visualisierungen zu erstellen oder einfach nur unterhaltsame und interaktive Anwendungen zu bauen. Im ersten Artikel der Serie möchten wir die Basics abdecken, bevor wir im zweiten auf die einzigartigen Möglichkeiten eingehen.

Processing ist eine Programmiersprache samt Entwicklungsumgebung, die seit ihrer Erfindung am MIT 2001 kontinuierlich weiterentwickelt wird. Ursprünglich wurde die Sprache erschaffen, um Programmieranfängern eine visuelle Lernumgebung zu bieten. Mittlerweile kann man aber auch professionelle und abgeschlossene Anwendungen erstellen. Aufgrund der knappen Syntax und der visualisierungslastigen APIs bietet Processing sich bei der Erstellung von Grafiken, Animationen und natürlich interaktiven Anwendungen an.

Artikelserie

Teil 1: Einführung in Processing, Nutzen der 2D Renderingengine

Teil 2: Nutzen der 3D Renderingengine mit Kamerafahrten

Teil 3: Computer Vision und Augmented Reality mit Processing

Teil 4: Professionelle Datenvisualisierung mit Java

siprell_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Processing IDE im JavaScript-Modus

Da Processing auf Java aufbaut, ist die Sprache selbst sowohl objektorientiert als auch stark typisiert. Durch eine vereinfachte Syntax und reichhaltige Kontextobjekte ist der Quelltext sehr lesbar und knapp gehalten im Vergleich zu regulären Java-Anwendungen. Schauen wir uns das erste Programm – in Processing auch Sketch genannt – an (Listing 1).

Listing 1

void setup() { frameRate(24); smooth(); size(600, 600); } void draw() { //Alpha Box fill(255, 20); noStroke(); rect(0,0,600,600); //Dreieck fill(255); stroke(0); translate(300, 300); rotate(radians(frameCount*2)); triangle(-150, -86, 0, 174, 150, -86); }

Als Java-Entwickler erkennt man die Syntax wieder, und man kann sofort zwei Methodenimplementierungen erkennen, vermisst allerdings die Klassendefinition. Dies geschieht implizit und leitet sich von der Basisklasse PApplet ab. Diese Basisklasse sieht nicht nur die Hauptmethoden setup() und draw() vor, sondern stellt eine ganze Reihe von Methoden zur grafischen Ausgabe, für verschiedene Eingabemechanismen, Farbberechnung, mat...

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