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Java Magazin
IBM Liberty im Schnellcheck

Doch nicht tot

Wollen Sie jetzt wirklich einen Artikel über einen Java EE Application Server lesen? Wenn Sie zustimmen, dass der Java-EE-Stack noch lange eine Säule moderner IT ist und meinen, dass Application Server gut, zuverlässig, standardkonform, aber gleichzeitig auch innovativ und cool sein sollten, dann hat - für manche unerwartet - IBM etwas zu bieten. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über IBM Liberty, was diesen Application Server besonders macht und warum man sich damit beschäftigen sollte.

Reinhard Hohberger, Joachim Gucker


IBM WebSphere Liberty – mancher muss da seine Antipathie dem Namen gegenüber wohl überwinden – ist ein vollwertiger und für das Java EE 7 Full Profile zertifizierter Server, der voll für den Produktionseinsatz tauglich ist und auch durch den Hersteller Support erhält. Der Einstieg sieht so aus: Nach einem Download von 50 bis 100 MB, je nach Variante, wird Liberty mit einem Unzip installiert, nach einem Kommando kann der Server gestartet werden. Die Konfiguration verläuft auch in wenigen Schritten: Wenn gewünscht, genügt ein XML-File. Wer Tomcat nutzt, kennt es nicht anders. Wer die Konfiguration bei IBM gewohnt war, dem war bis dato derartige Schlichtheit fremd. Die Konfiguration folgt dem Configuration-by-Exception-Konzept und erlaubt eine Strukturierung sowie Standardisierung durch Includes. Auch wenn Liberty weit weniger bekannt ist als Tomcat oder JBoss/WildFly, halten sich doch einige Mythen dazu hartnäckig. Einige davon wollen wir erörtern.

Ein Mythos zur Konfiguration ist, dass es kein grafisches Konfigurationswerkzeug gäbe. Wer ein solches möchte, darf sich des WebSphere Liberty Server Configuration Tools [1] bedienen. Die Konfiguration per XML-File oder UI dient aber noch einem weiteren Zweck, den man von anderen Java EE Application Servern weniger oder gar nicht kennt: der Definition der durch den Application Server bereitzustellenden Features. Der Server ist vollkommen modular aufgebaut. Durch die Wahl der Module in der Konfiguration schneidert der Entwickler oder der Administrator sich seinen Server passgenau.

Modulare aufgebaut

IBM hat das Liberty Profile als von Grund auf modularen Server mit feiner Granularität entwickelt. Zur Modularisierung wird standardisierte und erprobte OSGi-Technik verwendet, die bekanntlich auch die Themen Versionierung und Abhängigkeiten zwischen Komponenten sauber abbildet. Ein Kernel des Servers lädt die vorgegebenen Module beim Start und gegebenenfalls automatisch auch weitere Module, die benötigt werden. Mit der internen Modularisierung mittels OSGi hatte IBM bereits im traditionellen WebSphere Application Server V6.1 im Jahr 2006 begonnen, aber hier konnte man den nicht verwendeten Portlet-Container oder JCA-Container aus dem Hauptspeicher verbannen. Die Granularität der Modularisierung von Liberty ist wesentlich feiner und so unserer Ansicht nach einmalig bei Java-EE-Servern. Um ein nahe liegendes Missverständnis gleich auszuräumen: Für den eignen Java-EE-Code lässt sich OSGi natürlich auch verwenden – wie be...

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IBM Liberty im Schnellcheck

Doch nicht tot

Wollen Sie jetzt wirklich einen Artikel über einen Java EE Application Server lesen? Wenn Sie zustimmen, dass der Java-EE-Stack noch lange eine Säule moderner IT ist und meinen, dass Application Server gut, zuverlässig, standardkonform, aber gleichzeitig auch innovativ und cool sein sollten, dann hat - für manche unerwartet - IBM etwas zu bieten. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über IBM Liberty, was diesen Application Server besonders macht und warum man sich damit beschäftigen sollte.

Reinhard Hohberger, Joachim Gucker


IBM WebSphere Liberty – mancher muss da seine Antipathie dem Namen gegenüber wohl überwinden – ist ein vollwertiger und für das Java EE 7 Full Profile zertifizierter Server, der voll für den Produktionseinsatz tauglich ist und auch durch den Hersteller Support erhält. Der Einstieg sieht so aus: Nach einem Download von 50 bis 100 MB, je nach Variante, wird Liberty mit einem Unzip installiert, nach einem Kommando kann der Server gestartet werden. Die Konfiguration verläuft auch in wenigen Schritten: Wenn gewünscht, genügt ein XML-File. Wer Tomcat nutzt, kennt es nicht anders. Wer die Konfiguration bei IBM gewohnt war, dem war bis dato derartige Schlichtheit fremd. Die Konfiguration folgt dem Configuration-by-Exception-Konzept und erlaubt eine Strukturierung sowie Standardisierung durch Includes. Auch wenn Liberty weit weniger bekannt ist als Tomcat oder JBoss/WildFly, halten sich doch einige Mythen dazu hartnäckig. Einige davon wollen wir erörtern.

Ein Mythos zur Konfiguration ist, dass es kein grafisches Konfigurationswerkzeug gäbe. Wer ein solches möchte, darf sich des WebSphere Liberty Server Configuration Tools [1] bedienen. Die Konfiguration per XML-File oder UI dient aber noch einem weiteren Zweck, den man von anderen Java EE Application Servern weniger oder gar nicht kennt: der Definition der durch den Application Server bereitzustellenden Features. Der Server ist vollkommen modular aufgebaut. Durch die Wahl der Module in der Konfiguration schneidert der Entwickler oder der Administrator sich seinen Server passgenau.

Modulare aufgebaut

IBM hat das Liberty Profile als von Grund auf modularen Server mit feiner Granularität entwickelt. Zur Modularisierung wird standardisierte und erprobte OSGi-Technik verwendet, die bekanntlich auch die Themen Versionierung und Abhängigkeiten zwischen Komponenten sauber abbildet. Ein Kernel des Servers lädt die vorgegebenen Module beim Start und gegebenenfalls automatisch auch weitere Module, die benötigt werden. Mit der internen Modularisierung mittels OSGi hatte IBM bereits im traditionellen WebSphere Application Server V6.1 im Jahr 2006 begonnen, aber hier konnte man den nicht verwendeten Portlet-Container oder JCA-Container aus dem Hauptspeicher verbannen. Die Granularität der Modularisierung von Liberty ist wesentlich feiner und so unserer Ansicht nach einmalig bei Java-EE-Servern. Um ein nahe liegendes Missverständnis gleich auszuräumen: Für den eignen Java-EE-Code lässt sich OSGi natürlich auch verwenden – wie be...

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