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Java Magazin
Editorial

Von Aristoteles zur Softwarequalität

Wir befinden uns im antiken Griechenland, ungefähr 350 vor Christi Geburt. Lange bevor überhaupt jemand auf die Idee hätte kommen können, sich Gedanken um Dinge wie Computer oder Softwareentwicklung zu machen. Der Wissenschaftler, Biologe, Physiker und Philosoph Aristoteles soll damals gesagt haben: „Uns macht aus, was wir beständig tun. Vortrefflichkeit ist keine Handlung, sondern eine Angewohnheit.“ (www.systemisches-institut.de/zitate.html).

Carina Schipper


Was bedeutet Angewohnheit statt Handlung konkret? Ein Beispiel aus der Psychologie hilft uns dabei, die Frage zu beantworten. Der Lerntherapeut Dr. Armin Born (www.armin-born.de) hat mir einmal erklärt, was bei der Informationsverarbeitung beziehungsweise beim Lernen in unserem Gehirn eigentlich passiert. Dazu stellen wir uns unser Denkorgan als eine Landkarte vor. Verschiedene Wege, die Synapsen, verbinden einzelne Regionen und Orte auf dieser Karte. Informationen, die in unserem Hirn ankommen, benutzen diese Wege. Möchte ich eine Information in meinen Langzeitspeicher transportieren, beispielsweise ein Gedicht auswendig lernen, muss ich es immer und immer wieder wiederholen. Lese ich das Gedicht einmal, entspricht das einem Trampelpfad. Nach ein paar Mal Lesen wird aus ihm ein gepflasterter Weg. Durch die Wiederholungen befestige ich meinen Weg immer weiter, bis er schließlich eine topmoderne, gut ausgebaute Autobahn ist. Das Ergebnis: Ich kann das Gedicht auswendig. Wer sich etwas angewöhnt, es kontinuierlich trainiert, sich immer wieder damit auseinandersetzt, wird automatisch vortrefflich darin werden. Um was es sich dabei handelt, ist erst einmal egal. Aristoteles‘ Spruch lässt sich prima auf viele Bereiche übertragen. Im Java Magazin schauen wir uns dieses Mal an, wie sich die Theorie auf das Softwareentwicklungsuniversum anwenden lässt. Um qualitativ hochwertige Software zu entwickeln, braucht es mehr als bloßes Fachwissen. Faktoren wie Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenz spielen auf dem Weg zu Vortrefflichkeit, oder Exzellenz, wie es unsere Titelautoren Frank Düsterbeck und Rico Saßen ausdrücken, ebenfalls eine wichtige Rolle. Die beiden erklären uns ab S. 25, was alles dazugehört, um vom Kenner zum Könner zu werden und am Ende schließlich die höchste Stufe, die Exzellenz, zu erklimmen. Ich wünsche viel Freude beim Lesen! Carina Schipper | Redakteurin

Wer sich etwas angewöhnt, es kontinuierlich trainiert, sich immer wieder damit auseinandersetzt, wird automatisch vortrefflich darin werden. Um was es sich dabei handelt, ist erst einmal egal. Aristoteles‘ Spruch lässt sich prima auf viele Bereiche übertragen. Im Java Magazin schauen wir uns dieses Mal an, wie sich die Theorie auf das Softwareentwicklungsuniversum anwenden lässt. Um qualitativ hochwertige Software zu entwickeln, braucht es mehr als bloßes Fachwissen. Faktoren wie Kommunikat...

Java Magazin
Editorial

Von Aristoteles zur Softwarequalität

Wir befinden uns im antiken Griechenland, ungefähr 350 vor Christi Geburt. Lange bevor überhaupt jemand auf die Idee hätte kommen können, sich Gedanken um Dinge wie Computer oder Softwareentwicklung zu machen. Der Wissenschaftler, Biologe, Physiker und Philosoph Aristoteles soll damals gesagt haben: „Uns macht aus, was wir beständig tun. Vortrefflichkeit ist keine Handlung, sondern eine Angewohnheit.“ (www.systemisches-institut.de/zitate.html).

Carina Schipper


Was bedeutet Angewohnheit statt Handlung konkret? Ein Beispiel aus der Psychologie hilft uns dabei, die Frage zu beantworten. Der Lerntherapeut Dr. Armin Born (www.armin-born.de) hat mir einmal erklärt, was bei der Informationsverarbeitung beziehungsweise beim Lernen in unserem Gehirn eigentlich passiert. Dazu stellen wir uns unser Denkorgan als eine Landkarte vor. Verschiedene Wege, die Synapsen, verbinden einzelne Regionen und Orte auf dieser Karte. Informationen, die in unserem Hirn ankommen, benutzen diese Wege. Möchte ich eine Information in meinen Langzeitspeicher transportieren, beispielsweise ein Gedicht auswendig lernen, muss ich es immer und immer wieder wiederholen. Lese ich das Gedicht einmal, entspricht das einem Trampelpfad. Nach ein paar Mal Lesen wird aus ihm ein gepflasterter Weg. Durch die Wiederholungen befestige ich meinen Weg immer weiter, bis er schließlich eine topmoderne, gut ausgebaute Autobahn ist. Das Ergebnis: Ich kann das Gedicht auswendig. Wer sich etwas angewöhnt, es kontinuierlich trainiert, sich immer wieder damit auseinandersetzt, wird automatisch vortrefflich darin werden. Um was es sich dabei handelt, ist erst einmal egal. Aristoteles‘ Spruch lässt sich prima auf viele Bereiche übertragen. Im Java Magazin schauen wir uns dieses Mal an, wie sich die Theorie auf das Softwareentwicklungsuniversum anwenden lässt. Um qualitativ hochwertige Software zu entwickeln, braucht es mehr als bloßes Fachwissen. Faktoren wie Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenz spielen auf dem Weg zu Vortrefflichkeit, oder Exzellenz, wie es unsere Titelautoren Frank Düsterbeck und Rico Saßen ausdrücken, ebenfalls eine wichtige Rolle. Die beiden erklären uns ab S. 25, was alles dazugehört, um vom Kenner zum Könner zu werden und am Ende schließlich die höchste Stufe, die Exzellenz, zu erklimmen. Ich wünsche viel Freude beim Lesen! Carina Schipper | Redakteurin

Wer sich etwas angewöhnt, es kontinuierlich trainiert, sich immer wieder damit auseinandersetzt, wird automatisch vortrefflich darin werden. Um was es sich dabei handelt, ist erst einmal egal. Aristoteles‘ Spruch lässt sich prima auf viele Bereiche übertragen. Im Java Magazin schauen wir uns dieses Mal an, wie sich die Theorie auf das Softwareentwicklungsuniversum anwenden lässt. Um qualitativ hochwertige Software zu entwickeln, braucht es mehr als bloßes Fachwissen. Faktoren wie Kommunikat...

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