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Java Magazin
Editorial

Editorial: Der große Wurf?

Kurz vor Redaktionsschluss wurde sie offiziell freigegeben: die Spezifikation für Java EE 7. Nach drei Jahren kann die Java-Community wieder auf einen neuen Enterprise-Standard zurückgreifen. Zwar wurde bekanntlich das große Thema „Cloud“ ausgeklammert - zu unreif seien die Technologien für Provisioning, Multi-Tenancy und Elastizität in der Cloud derzeit noch, hatte Oracles Linda DeMichiel im September 2012 erklärt. Nichtsdestotrotz sind zahlreiche, teils seit langem überfällige Aktualisierungen vorgenommen und vier neue Komponenten integriert worden: Java-API for WebSocket 1.0 (JSR-356), Java-API for JSON Processing 1.0 (JSR-353), Concurrency Utilities for Java EE 1.0 (JSR-236) und Batch Applications for the Java Platform 1.0 (JSR-352).

Hartmut Schlosser


Im Gespräch mit JAXenter nennt Oracles Anil Gaur (Vice President Software Development) drei Hauptthemen für das Java-EE-7-Release: HTML5-Support (beispielsweise im so genannten „HTML5-friendly JSF Markup“), die Steigerung der Entwicklerproduktivität (etwa durch den generalüberholten Java Messaging Service und die Verallgemeinerung des Annotationskonzepts) und die Umsetzung wichtiger Enterprise-Anforderungen (wie der von Spring Batch inspirierte und maßgeblich von IBM beigesteuerte JSR-352 für Batch-Anwendungen).

Fast zeitgleich mit der Freigabe der Java-EE-7-Spezifikationen wurden auch zwei reale Codeartefakte mit Java-EE-7-Support released: Zum einen die Java-EE-7-Referenzimplementierung GlassFish 4.0, die ab sofort auf einer neu aufgemachten Homepage zur Verfügung steht. Zum anderen wurde die NetBeans-Entwicklungsumgebung in ihrer Version 7.3.1 auf Java EE 7 eingestellt.

Apropos IDEs – wo NetBeans steht, ist meist auch Eclipse nicht fern. Und so kommt in Oracles offizieller Pressemitteilung Eclipse-Foundation-Direktor Mike Milinkovich zu Wort, der den vollen Java-EE-7-Support im kommenden Eclipse Kepler verspricht: „Eclipse Kepler will ship with Java EE 7 support, thanks to the hard work of the Eclipse Web Tools Project (WTP) team. Early builds are available today, with a final build expected by the end of June, making this the quickest we have ever supported a new Java EE platform release.“

Der große Wurf?

Ist Java EE 7 nun der große Wurf, auf den wir gewartet haben? Nun, sicherlich hätte sich der eine oder andere ein „mutigeres“ Release gewünscht. Beispielsweise kommentierte die London Java Community die JMS-2.0-Spezifikation mit den Worten, JMS 2.0 hätte durchaus einen ambitionierteren Scope haben können: „The LJC views the messaging space as one in which further standardisation is possible and desirable, and urges interested JCP members to explore possibilities in this space“.

Doch immerhin kommt JMS 2.0 nach über neun Jahren der Stagnation zustande – so manch einer hätte das nicht mehr für möglich gehalten.

Wollten wir also eine abschließende Bewertung von Java EE 7 vornehmen, dann kommt mir das Prädikat „pragmatisch“ als Erstes in den Sinn. Statt sich in kontroversen Diskussionen über einen Cloud-Standard zu verlieren, der ohnehin nur für die wenigsten relevant wäre, hat man die realistischen und von einem breiten Konsens getragenen Baustellen abgeschlossen und dafür gesorgt, dass die Java-Community nicht (ganz) den Anschluss an die aktuell so dynami...

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Editorial

Editorial: Der große Wurf?

Kurz vor Redaktionsschluss wurde sie offiziell freigegeben: die Spezifikation für Java EE 7. Nach drei Jahren kann die Java-Community wieder auf einen neuen Enterprise-Standard zurückgreifen. Zwar wurde bekanntlich das große Thema „Cloud“ ausgeklammert - zu unreif seien die Technologien für Provisioning, Multi-Tenancy und Elastizität in der Cloud derzeit noch, hatte Oracles Linda DeMichiel im September 2012 erklärt. Nichtsdestotrotz sind zahlreiche, teils seit langem überfällige Aktualisierungen vorgenommen und vier neue Komponenten integriert worden: Java-API for WebSocket 1.0 (JSR-356), Java-API for JSON Processing 1.0 (JSR-353), Concurrency Utilities for Java EE 1.0 (JSR-236) und Batch Applications for the Java Platform 1.0 (JSR-352).

Hartmut Schlosser


Im Gespräch mit JAXenter nennt Oracles Anil Gaur (Vice President Software Development) drei Hauptthemen für das Java-EE-7-Release: HTML5-Support (beispielsweise im so genannten „HTML5-friendly JSF Markup“), die Steigerung der Entwicklerproduktivität (etwa durch den generalüberholten Java Messaging Service und die Verallgemeinerung des Annotationskonzepts) und die Umsetzung wichtiger Enterprise-Anforderungen (wie der von Spring Batch inspirierte und maßgeblich von IBM beigesteuerte JSR-352 für Batch-Anwendungen).

Fast zeitgleich mit der Freigabe der Java-EE-7-Spezifikationen wurden auch zwei reale Codeartefakte mit Java-EE-7-Support released: Zum einen die Java-EE-7-Referenzimplementierung GlassFish 4.0, die ab sofort auf einer neu aufgemachten Homepage zur Verfügung steht. Zum anderen wurde die NetBeans-Entwicklungsumgebung in ihrer Version 7.3.1 auf Java EE 7 eingestellt.

Apropos IDEs – wo NetBeans steht, ist meist auch Eclipse nicht fern. Und so kommt in Oracles offizieller Pressemitteilung Eclipse-Foundation-Direktor Mike Milinkovich zu Wort, der den vollen Java-EE-7-Support im kommenden Eclipse Kepler verspricht: „Eclipse Kepler will ship with Java EE 7 support, thanks to the hard work of the Eclipse Web Tools Project (WTP) team. Early builds are available today, with a final build expected by the end of June, making this the quickest we have ever supported a new Java EE platform release.“

Der große Wurf?

Ist Java EE 7 nun der große Wurf, auf den wir gewartet haben? Nun, sicherlich hätte sich der eine oder andere ein „mutigeres“ Release gewünscht. Beispielsweise kommentierte die London Java Community die JMS-2.0-Spezifikation mit den Worten, JMS 2.0 hätte durchaus einen ambitionierteren Scope haben können: „The LJC views the messaging space as one in which further standardisation is possible and desirable, and urges interested JCP members to explore possibilities in this space“.

Doch immerhin kommt JMS 2.0 nach über neun Jahren der Stagnation zustande – so manch einer hätte das nicht mehr für möglich gehalten.

Wollten wir also eine abschließende Bewertung von Java EE 7 vornehmen, dann kommt mir das Prädikat „pragmatisch“ als Erstes in den Sinn. Statt sich in kontroversen Diskussionen über einen Cloud-Standard zu verlieren, der ohnehin nur für die wenigsten relevant wäre, hat man die realistischen und von einem breiten Konsens getragenen Baustellen abgeschlossen und dafür gesorgt, dass die Java-Community nicht (ganz) den Anschluss an die aktuell so dynami...

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