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Editorial

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Und plötzlich war sie da, die neue Programmiersprache Swift. Obwohl Apples Geheimniskrämerei eine schallende Ohrfeige für alle ist, die an einen offenen Entwicklungsprozess glauben, fasziniert die neue Sprache, und zwar über alle technischen Lager hinweg.

Swift, das seit Jahren hinter verschlossenen Türen entwickelt wurde, vereint Elemente aus den meisten Sprachen, die heute den Ton angeben – dort ein wenig Java, hier ein paar Elemente aus Scala, nebst ein paar Zutaten von Groovy, dort noch etwas Ruby, C# und Go und schließlich noch je eine Prise Kotlin und Rust. So in etwa könnte das Kochrezept lauten, das Chris Lattner, Urheber der Sprache bei Apple, seit 2010 entwickelte.

Welchen Zweck also hat die neue Sprache mit dem Mauersegler („Swift“) im Wappen? Zunächst galt es für Apple, für das in die Jahre gekommene Objective-C eine moderne Alternative anzubieten.

Zweitens wäre Apple nicht (mehr) Apple, wenn es auf eine der existierenden Sprachen gesetzt und etwa Offenheit gegenüber der „Außenwelt“ demonstriert hätte. Das Gegenteil ist weiterhin der Fall: Die Sprache, der von vielen Experten ein ausgereiftes Design bescheinigt wird, ist rein für die Apple-Welt gemacht und wird für andere Communitys keine Relevanz haben.

Drittens macht Apple üblicherweise kein großes Federlesen, wenn es um das Abstellen „veralteter“ Technologien geht. Genau so, wie ab Herbst die softwareseitige Unterstützung für das iPhone 4 beendet wird, wird auch Objective-C in vermutlich zwei bis drei Jahren ganz lautlos von der Bildfläche verschwinden. Die langwierige Pflege von Altlasten ist Apples Sache noch nie gewesen.

Sprachen im Mittelpunkt

Welche Bedeutung hat Swift also für den Rest der Welt? Die Beschäftigung mit (alternativen) Programmiersprachen und allgemeiner Sprachinnovation ist keine akademische Spielerei, sondern essenziell in einer Industrie, in der die technische Beschreibung von Problemen praktisch im Mittelpunkt steht. Trotz immer reifer werdender Tools, Plattformen und Automatisierungsmechanismen ist die Sprache für den Entwickler zentral. Das hat immerhin auch Apple erkannt und einen Sprung in die Gegenwart vollführt.

Übrigens stand nur wenige Tage nach dem Swift-Release eine neue Betaversion von Groovy bereit – das erste Groovy, das sich auch für die Android-Entwicklung verwenden lässt! Somit hat auch Android demnächst seine neue Sprache, wenn es auch gewiss nicht um die Abschaffung der „alten“ Sprache Java geht.

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