© Excellent backgrounds/Shutterstock.com
Es ging heiß her

Das war die JAX 2017


Brandaktuell ging es dieses Jahr auf der JAX in Mainz zu. Kurz nach den Tumulten rund um Java 9 und Jigsaw konnten die Teilnehmer die Experten aus den Java-Gremien mit Fragen löchern. Dauerbrenner waren Themen wie Microservices und Cloud. Einen neuen Funken entfachen wollten wir mit dem Thema Diversität, das mit einer Keynote und einem BoF-Panel vertreten war.

Kevin Goldsmith, CTO bei Avvo, gab mit seiner Keynote den offiziellen Startschuss für die JAX. Unter dem Titel „Fail Safe, Fail Smart, Succeed!“ gab er dem Auditorium mit in die Konferenzwoche, dass Innovationen Fehlschläge brauchen. Denn wer sich nicht traut, zu scheitern, traut sich auch nicht, Neues auszuprobieren. Deswegen ist für den Softwareentwickler, in dessen Lebenslauf so klangvolle Namen wie Adobe, Microsoft und Spotify stehen, eine Arbeitsumgebung wichtig, die „fail-safe“ ist. Für ihn bedeutet fail-safe aber nicht, dass Fehler nicht vorkommen, sondern, dass es sicher ist, zu scheitern. Es darf nicht darum gehen, Fehler unter den Teppich zu kehren oder einen Sündenbock zu finden. „Nehmt den schnellsten und günstigsten Weg zum Lernen“, war ein weiterer seiner Tipps. Dann bleiben das Risiko und die Kosten von Fehlschlägen überschaubar. Als Gegenbeispiel nannte er den grandios gescheiterten Assistenten von Microsoft, Karl Klammer. Er entstand im stillen Kämmerlein ohne jegliches Nutzerfeedback, und auch wenn die Idee dahinter gut war, fanden die Anwender den Assistenten einfach nur nervtötend.

remi_forax.tif_fmt1.jpgJava-9-Panel: (von links nach rechts) Dalibor Topic (Oracle), Rémi Forax (Mitglied der Jigsaw-Expertengruppe), Uwe Schindler (Apache Lucene), Robert Scholte (Apache Maven)

Sein oder Nichtsein: Java 9 und die Debatte um Jigsaw

Punktgenau zur Eröffnung der JAX 2017 ließ das Exekutivkomitee des Java Community Process (JCP) die Bombe platzen: Das Java-Kerngremium hatte sich in einer Abstimmung gegen den Entwurf des Java-9-Modulsystems (aka Jigsaw) entschieden. Lange Gesichter bei Oracle. Ergebnis dieses negativen Votums: Die Jigsaw-Spezifikation muss nochmals überarbeitet werden. Und, wie sich dann herausstellte, wurde dadurch auch eine erneute Verschiebung des gesamten Java-9-Release notwendig.

Das Thema wurde auf der JAX natürlich ausführlich diskutiert. Da prominente Vertreter aus dem Java-Kernteam vor Ort waren, haben wir die Gelegenheit für Interviews genutzt. Rémi Forax aus der Jigsaw-Expertengruppe machte deutlich, dass an dem Modulsystem an sich kein Weg mehr vorbei führt.

Die Weichen für Jigsaw sind längst gestellt: Bereits seit Java 8 ist ein Modulkonzept Teil des JDK, viele der geplanten Features für Java 10 bauen auf Jigsaw auf. Nicht zuletzt hängt die Strategie, neue Java-Versionen zukünftig häufiger und agiler zu veröffentlichen, von Jigsaw ab. Fazit: Das Modulsystem wird kommen – daran führt kein Weg vorbei!

adam_bien_interview.tif_fmt1.jpgAdam Bien (Freelancer) im Interview

Modularisierung – aber bitte mit Fokus auf die Fachlichkeit!

Entspannt sieht übrigens Java-Champion Adam Bien die Jigsaw-Debatte: „Ich warte schon seit 2007 auf Jigsaw“, hat er uns im Interview verraten. Kommt es da also wirklich auf weitere acht Wochen Verschiebung an? Aber Adam äußerte auch Bedenken: Mit Jigsaw sollte man nicht in die Falle tappen, sich mehr mit der Modularisierung als mit der eigentlichen Fachlichkeit auseinanderzusetzen! Denn um genau diese Fachlichkeit ging es Adam in seiner Session „Bare Metal Design“. Ausgangspunkt war hier die Idee der Microservices, die Adam auf das Prinzip der Shared-Nothing-Architekturen zurückführt. Wenn wir es mit voneinander unabhängigen Komponenten zu tun haben,...

Neugierig geworden? Wir haben diese Angebote für dich:

Angebote für Teams

Für Firmen haben wir individuelle Teamlizenzen. Wir erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang