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Kolumne: EnterpriseTales

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Webanwendungen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Während früher ein Wegfall der Netzwerk-Connectivity automatisch auch zu einem Ausfall der aufgerufenen Seite führte, werden heute, im Falle eines Falles, die darzustellenden Inhalte aus den Tiefen des Browsers hervorgezaubert und gaukeln so dem Nutzer eine permanente Verfügbarkeit vor. Offline First, so das Zauberwort der Stunde.

Die Zeiten, in denen die Requests des Browsers direkt an den Server gingen und von dort synchron passende Responses zurückgeliefert haben, scheinen gezählt. Mehr und mehr macht sich auch im Webumfeld das asynchrone Kommunikationsmuster breit. Immer mit dem Ziel eines „non blocking“ UI und einer damit einhergehenden bestmöglichen User Experience. Inhalte werden im Browser reaktiv aktualisiert, sobald sie vom Server geliefert werden. Kann dieser nicht liefern, werden sie aus dem Cache gezogen. Was so einfach klingt, ist ein völlig neues Paradigma in der Webentwicklung. Das Ganze ist Fluch und Segen zugleich. Denn dem Vorteil einer scheinbar permanent zur Verfügung stehenden Webseite steht eine ganze Menge neuer Herausforderungen gegenüber. Gut gemacht, ergibt sich für den Benutzer eine stark verbesserte Usability gegenüber dem klassischen Webmodell. Schlecht gemacht, siegt dagegen am Ende der Frust. Ach ja, und dann ist da ja auch noch das kleine Problem der Browserkompatibilität. Aber dazu später mehr.

Die Frage nach dem Warum

„Offline First? So ein Kokolores! Das haben wir früher doch auch nicht gebraucht.“, würde mein Großvater sagen. Die Skepsis ist durchaus berechtigt. Warum sollten wir heute Zeit und Geld investieren, um eine Webanwendung offlinefähig zu machen, wenn es bisher doch auch ganz gut ohne ging? Nur weil es technologisch möglich ist? Hier könnte man ketzerisch die Frage anschließen, warum es heute technologisch möglich ist. Ohne Nachfrage kein Angebot. Oder anders formuliert: Es scheint durchaus einen Bedarf für die Offlinefähigkeit von Webanwendungen zu geben.

Aber warum ist das so? Während wir noch vor einigen Jahren unsere Webanwendungen fast ausschließlich in den eigenen vier Wänden oder am Arbeitsplatz genutzt haben, leben wir heute in einer Ära des „Mobile Mind­shift“. Wir erwarten, dass wir zu jeder Zeit an jedem Ort beliebige Dinge und Aufgaben via (Web) App erledigen können. Etwas blauäugig könnte man annehmen, dass das im Jahr 2017 und einer nahezu flächendeckenden Netzabdeckung kein Problem darstellen sollte. Dabei gibt es auch heute noch mehr als genug Situationen, in denen wir offline sind oder die Netzabdeckung nicht ausreichend erscheint. Egal ob beim täglichen Pendeln mit Bus und Bahn, auf einem ausverkauften Festival, in weitläufigen Waldgebieten oder aber in Ländern mit unerschwinglichen Roaminggebühren: Offline ist auch 2017 nach wie vor allgegenwärtig! Wer also die Erwartung seiner Nutzer nicht enttäuschen möchte, der muss über kurz oder lang die Usability seiner Webanwendung auch für den Fall fehlender Netzwerkverbindung optimieren. Die Frage ist nur wie. Eine Frage, die sich sowohl aus ergonomischer als auch technologischer Sichtweise beantworten lässt.

Die Frage nach dem Wie

Würde man tausend Nutzer von interaktiven Webseiten nach dem größten Frustpotenzial und damit einhergehend nach ihren Verbesserungswünschen bezüglich der Ergonomie befragen, dann würden die Antworten mit Sicherheit in etwa wie folgt aussehen:

  • „Ich erwarte ununterbrochenen Zugang zu meinem wichtigsten Content.“

  • „Was ich einmal angefangen habe, möchte ich auch beenden können.“

  • „Content ist änderbar. Daran sollte auch der Online-/Offlinestatus nichts ändern.“

  • „Ich möchte keine Fehlermeldungen bekommen, sondern sinnvolle Hinweise.“

  • „Ich möchte mir meine letzte Aktion nicht merken müssen. Das soll die Web-App für mich tun.“

Es gilt also, eine Situation zu schaffen, in der der Nutzer einer Webseite diese auch dann sinnvoll nutzen kann, wenn einmal – temporär – keine oder nur eine unzureichende Netzwerkverbindung zur Verfügung steht. Der Offlinestatus darf dabei kein Fehler sein, sondern lediglich einer von mehreren gültigen Zuständen. Nimmt man den Begriff Offline First wörtlich, dann ist der Offlinestatus sogar die Basis der Anwendung und der Onlinestatus lediglich ein nettes, wenn sicherlich auch essen...

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