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Java Magazin
Editorial

Cloud: Was wird übrig bleiben?

In dieser Ausgabe des Java Magazins beschäftigen wir uns mit den Wolken. Das hat jetzt weniger mit dem verregneten Juli zu tun als vielmehr mit der Tatsache, dass nun ernsthafte Cloud-Technologien in großer Zahl am Java-Markt zu finden sind.

Sebastian Meyen


Offen gestanden, ich mag den Ausdruck Cloud Computing gar nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich immer an den SOA-Hype vor einigen Jahren erinnert fühle. Ein Hype, der uns versprochen hatte, dass sich alles verändern würde, der aber für Entwickler nur sehr vage Aussagen bereithielt.Und wer redet heute noch von SOA? Gewiss gibt es einige Prinzipien, wie die konsequente Ausrichtung auf das Web als Plattform, auf das Bereitstellen von Diensten und Ressourcen, die geblieben sind und uns alles in allem weiter gebracht haben. Aber wer baut heute schon universale Registries für seine Services? Und braucht wirklich jedes Projekt einen ESB?Wie wäre es also, wenn wir uns vorstellten, wir befänden uns bereits in der Zeit nach dem Cloud-Hype? Mit anderen Worten: Was wird eigentlich übrig bleiben, wenn die große Cloud-Party abgefeiert ist?Zunächst einmal sollten wir klären, was wir überhaupt meinen, wenn wir Cloud sagen. Es werden nämlich in der populären Presse, aber auch in Diskussionen unter Fachleuten, immer wieder ziemlich viele Dinge durcheinander geworfen. Die Cloud, die wir von Dropbox, Apple iCloud oder Microsofts SkyDrive her kennen, hat überhaupt nichts mit der Cloud zu tun, wie sie z. B. von Amazon im Sinne der Elastic Cloud betrieben wird. Und Dienste wie salesforce.com, Google Mail oder Evernote sind wiederum etwas ganz anderes, werden aber landläufig ebenso als Cloud bezeichnet (ich habe mir erzählen lassen, dass eine britische Bank sogar Werbung damit macht, sie biete ihren Kunden echtes „Cloud-Banking“).Die für Entwickler wichtigste Inkarnation des Konzepts „Cloud“ stellt gewiss PaaS – Platform as a Service – dar. Bei PaaS denken viele zuerst an die Google App Engine (GAE) – die PaaS für Java-Webanwendungen, die mit einem rigiden Architekturdiktat einhergeht. Während GAE in manchen Fällen gewiss ein sinnvolles Konzept ist, unterscheiden sich die meisten übrigen PaaS-Angebote für Java doch beträchtlich. Sie sind weit weniger restriktiv und stellen vielmehr eine Art zusätzlicher Service-Layer für die klassischen Java Server dar.In unserem Titelthema (ab Seite 20), das übrigens eine ganze Artikelserie zu den unterschiedlichen PaaS-Angeboten für Java einleitet, stellt Eberhard Wolff die Prinzipien von PaaS dar und arbeitet die große Bedeutung heraus, die dieses Konzept in den nächsten Jahren für die Softwareentwicklung haben wird.Wie auch immer Sie, Ihr Unternehmen oder Ihre Kunden über die Cloud urteilen – denken Sie darüber nach, was am Ende ...

Java Magazin
Editorial

Cloud: Was wird übrig bleiben?

In dieser Ausgabe des Java Magazins beschäftigen wir uns mit den Wolken. Das hat jetzt weniger mit dem verregneten Juli zu tun als vielmehr mit der Tatsache, dass nun ernsthafte Cloud-Technologien in großer Zahl am Java-Markt zu finden sind.

Sebastian Meyen


Offen gestanden, ich mag den Ausdruck Cloud Computing gar nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich immer an den SOA-Hype vor einigen Jahren erinnert fühle. Ein Hype, der uns versprochen hatte, dass sich alles verändern würde, der aber für Entwickler nur sehr vage Aussagen bereithielt.Und wer redet heute noch von SOA? Gewiss gibt es einige Prinzipien, wie die konsequente Ausrichtung auf das Web als Plattform, auf das Bereitstellen von Diensten und Ressourcen, die geblieben sind und uns alles in allem weiter gebracht haben. Aber wer baut heute schon universale Registries für seine Services? Und braucht wirklich jedes Projekt einen ESB?Wie wäre es also, wenn wir uns vorstellten, wir befänden uns bereits in der Zeit nach dem Cloud-Hype? Mit anderen Worten: Was wird eigentlich übrig bleiben, wenn die große Cloud-Party abgefeiert ist?Zunächst einmal sollten wir klären, was wir überhaupt meinen, wenn wir Cloud sagen. Es werden nämlich in der populären Presse, aber auch in Diskussionen unter Fachleuten, immer wieder ziemlich viele Dinge durcheinander geworfen. Die Cloud, die wir von Dropbox, Apple iCloud oder Microsofts SkyDrive her kennen, hat überhaupt nichts mit der Cloud zu tun, wie sie z. B. von Amazon im Sinne der Elastic Cloud betrieben wird. Und Dienste wie salesforce.com, Google Mail oder Evernote sind wiederum etwas ganz anderes, werden aber landläufig ebenso als Cloud bezeichnet (ich habe mir erzählen lassen, dass eine britische Bank sogar Werbung damit macht, sie biete ihren Kunden echtes „Cloud-Banking“).Die für Entwickler wichtigste Inkarnation des Konzepts „Cloud“ stellt gewiss PaaS – Platform as a Service – dar. Bei PaaS denken viele zuerst an die Google App Engine (GAE) – die PaaS für Java-Webanwendungen, die mit einem rigiden Architekturdiktat einhergeht. Während GAE in manchen Fällen gewiss ein sinnvolles Konzept ist, unterscheiden sich die meisten übrigen PaaS-Angebote für Java doch beträchtlich. Sie sind weit weniger restriktiv und stellen vielmehr eine Art zusätzlicher Service-Layer für die klassischen Java Server dar.In unserem Titelthema (ab Seite 20), das übrigens eine ganze Artikelserie zu den unterschiedlichen PaaS-Angeboten für Java einleitet, stellt Eberhard Wolff die Prinzipien von PaaS dar und arbeitet die große Bedeutung heraus, die dieses Konzept in den nächsten Jahren für die Softwareentwicklung haben wird.Wie auch immer Sie, Ihr Unternehmen oder Ihre Kunden über die Cloud urteilen – denken Sie darüber nach, was am Ende ...

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