Wie Data Science unsere Sicht auf die Welt verändert

Wie Data Science unsere Sicht auf die Welt verändert

Thomas Leitner, Matthias Nagel


Die deutsche Sprache hat kein Äquivalent für den Begriff Game Changer. „Die Spielregeln verändernd“ ist inhaltlich falsch, denn das Spiel bleibt unverändert. Die Art, wie es gespielt wird, ist hinterher allerdings eine ganz andere. Game Changer ist ein Begriff mit starken Konnotationen von Unvermeidbarkeit und Unwiderstehlichkeit.

Im Hochsprung war der Flop ein solcher Game Changer. Für den Umgang mit Daten und Informationen ist es Data Science. Dabei ist Data Science wie der Flop kein Element, das unabhängig von äußeren Ereignissen sein Potenzial entwickelt. Beim Hochsprung war es die Einführung weicher Hochsprungmatten an Stelle der zuvor verwendeten Sandgruben. Für Data Science sind es zwei Elemente. Zum einen der Siegeszug von Big Data, Cloud Computing und Breitbandinternet, zum anderen die Möglichkeiten der modernen Datenvisualisierung.

Eine weitere Parallele zwischen diesen beiden Game Changern ist, dass es den richtigen Moment brauchte, damit sie ihre volle Wirkung entfalten konnten. So wie Fritz Pingle zehn Jahre vor Dick Fosbury die Technik nutzte, die schlussendlich unter dessen Namen in die Sportgeschichte einging, gab es Datenwissenschaftler, bevor es Data Scientists gab.

Der Hype um Data Science

Die Google-Suche nach „Data Science“ findet aktuell knapp zwei Millionen Referenzen im Web und die Harvard Business Review bezeichnete Data Science als „sexiest Job des 21. Jahrhunderts“. Erstmals von Peter Naur um 1960 [1] geprägt, wurde der Begriff erst in den letzten zwölf Jahren, dank des Goldrauschs rund um Daten, wirklich populär.

Wer immer auch der Erste war, der die Aussage: „data is the new gold“ formulierte, sie oder er hat damit den Zeitgeist perfekt auf den Punkt gebracht [2]. Im Dezember 2011 griff Neelie Kroes, Vizepräsidentin der EU-Kommission und EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, sie auf und formulierte: „So wie Öl als schwarzes Gold bezeichnet wird, gewinnen Daten eine neue Relevanz und eine neue Werthaltigkeit im digitalen Zeitalter. ... Um es kurz zu sagen, meine Damen und Herren, meine Botschaft heute ist, dass Daten Gold wert sind.“

Das deckt sich mit dem Versprechen der IT-Industrie, das da lautet, mittels Big Data und Daten aus sozialen Netzen und dem Internet der Dinge Umsatzwachstum und Wettbewerbsvorteile zu generieren. Analytics soll insbesondere im Geschäft mit privaten Endkunden maßgeschneiderte, individuelle Angebote wirtschaftlich machen. Die Zielgruppe ist tot, es lebe die Zielperson. Wenn einem bei dieser Wortwahl ...

Wie Data Science unsere Sicht auf die Welt verändert

Wie Data Science unsere Sicht auf die Welt verändert

Thomas Leitner, Matthias Nagel


Die deutsche Sprache hat kein Äquivalent für den Begriff Game Changer. „Die Spielregeln verändernd“ ist inhaltlich falsch, denn das Spiel bleibt unverändert. Die Art, wie es gespielt wird, ist hinterher allerdings eine ganz andere. Game Changer ist ein Begriff mit starken Konnotationen von Unvermeidbarkeit und Unwiderstehlichkeit.

Im Hochsprung war der Flop ein solcher Game Changer. Für den Umgang mit Daten und Informationen ist es Data Science. Dabei ist Data Science wie der Flop kein Element, das unabhängig von äußeren Ereignissen sein Potenzial entwickelt. Beim Hochsprung war es die Einführung weicher Hochsprungmatten an Stelle der zuvor verwendeten Sandgruben. Für Data Science sind es zwei Elemente. Zum einen der Siegeszug von Big Data, Cloud Computing und Breitbandinternet, zum anderen die Möglichkeiten der modernen Datenvisualisierung.

Eine weitere Parallele zwischen diesen beiden Game Changern ist, dass es den richtigen Moment brauchte, damit sie ihre volle Wirkung entfalten konnten. So wie Fritz Pingle zehn Jahre vor Dick Fosbury die Technik nutzte, die schlussendlich unter dessen Namen in die Sportgeschichte einging, gab es Datenwissenschaftler, bevor es Data Scientists gab.

Der Hype um Data Science

Die Google-Suche nach „Data Science“ findet aktuell knapp zwei Millionen Referenzen im Web und die Harvard Business Review bezeichnete Data Science als „sexiest Job des 21. Jahrhunderts“. Erstmals von Peter Naur um 1960 [1] geprägt, wurde der Begriff erst in den letzten zwölf Jahren, dank des Goldrauschs rund um Daten, wirklich populär.

Wer immer auch der Erste war, der die Aussage: „data is the new gold“ formulierte, sie oder er hat damit den Zeitgeist perfekt auf den Punkt gebracht [2]. Im Dezember 2011 griff Neelie Kroes, Vizepräsidentin der EU-Kommission und EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, sie auf und formulierte: „So wie Öl als schwarzes Gold bezeichnet wird, gewinnen Daten eine neue Relevanz und eine neue Werthaltigkeit im digitalen Zeitalter. ... Um es kurz zu sagen, meine Damen und Herren, meine Botschaft heute ist, dass Daten Gold wert sind.“

Das deckt sich mit dem Versprechen der IT-Industrie, das da lautet, mittels Big Data und Daten aus sozialen Netzen und dem Internet der Dinge Umsatzwachstum und Wettbewerbsvorteile zu generieren. Analytics soll insbesondere im Geschäft mit privaten Endkunden maßgeschneiderte, individuelle Angebote wirtschaftlich machen. Die Zielgruppe ist tot, es lebe die Zielperson. Wenn einem bei dieser Wortwahl ...

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