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Qualitätsanforderungen konkret formulieren

Kolumne: Req4Arcs


In der letzten Folge hatten wir das Thema „Qualität“ top-down erklärt und Ihnen dazu das generische Qualitätsmodell von ISO 25010 [1] vorgestellt – zur Erinnerung finden Sie in Abbildung 1 nochmal die obere Ebene der Qualitätseigenschaften zusammengefasst – das komplette Modell geht noch eine Stufe tiefer und umfasst insgesamt gut 45 solcher Eigenschaften. Das ergibt eine ziemlich breite Themenvielfalt rund um „Qualität“, ist aber als Grundlage für konkrete Architektur- oder Implementierungsentscheidungen viel zu abstrakt: Wir benötigen mehr Details, wir müssen genauer wissen und beschreiben, was Stakeholder denn nun wirklich von unseren Systemen erwarten oder benötigen. Abstrakte Begriffe wie „Performance“ genügen dazu nämlich nicht.

hruschka_starke_folge8_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: ISO 25010 im Überblick

Wichtig: Entscheidbarkeit

In der letzten Folge hatten wir eine Anforderung an Anforderungen formuliert (also sozusagen eine Meta-Anforderung): Wie für funktionale Anforderungen fordern wir, dass auch Qualitätsanforderungen ganz explizit Abnahme- oder Erfüllungskriterien haben sollten. Sie sollten also zu Ihren Qualitätsanforderungen möglichst objektiv entscheiden können, ob und wann diese Anforderung erfüllt ist oder nicht. Bitte verwechseln Sie diese klaren Kriterien nicht mit automatisierten Tests: Es geht uns bei den Kriterien erstmal um die klare Entscheidbarkeit! Als Architekten sollten Sie genau wissen, wann und ob Ihr System die wichtigen Qualitätseigenschaften gut genug erfüllt, ob Sie im betroffenen Bereich Ihrer Arbeit fertig sind.

Eine Möglichkeit, dieses Level an Konkretheit oder Entscheidbarkeit zu erreichen, sind die so genannten Qualitätsszenarien, die das Software Engineering Institute [2] in vielen Publikationen ausführlich beschrieben hat.

Szenarien konkretisieren

Szenarien sind eine einfache Technik (Abb. 2): Sie beschreiben, wie ein System auf bestimmte Einflüsse (genannt Events oder Stimuli) reagiert, was beim Eintreffen eines Stimulus auf ein System in bestimmten Situationen geschieht. Dabei müssen wir zwei wesentliche Kategorien differenzieren, nämlich die Anwendungs- oder Nutzungsszenarien (beschreiben das Verhalten des Systems bei seiner Nutzung) und die Änderungsszenarien (beschreiben, wie das System auf irgendwelche Änderungen reagiert, beispielsweise geänderte Anforderungen oder auch Änderungen in Betriebs- oder Ablaufumgebung). Ein paar kleine Beispiele für Anwendungsszenarien:

  • Die Antwort auf eine Angebotsanfrage muss Endbenutzern im Regelbetrieb in weniger als ...

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