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Android-Entwicklung für Einsteiger

2 Leinen los!


Wir haben unsere Vorbereitungen abgeschlossen. Wir haben Java installiert und notwendige oder zumindest hilfreiche Eintragungen in den Systemeinstellungen gemacht. Wir haben das ADT-Bundle mit Eclipse samt (vermutlich deutschem) Sprachpaket installiert, Android 2.1 heruntergeladen und unser erstes virtuelles Android-Gerät zum Laufen gebracht.

2.1 Welchen Kurs sollen wir setzen?

Um einen Einstieg in die App-Entwicklung zu finden, gibt es verschiedene Wege. Man kann sich Grundlagen und die notwendigen Schritte nacheinander erarbeiten und danach beginnen, eine App von Grund auf selbst zu entwickeln. Das ist eine gute Methode, um sich Wissen in einem fortschreitenden Lernprozess anzueignen, dauert aber etwas länger und verlangt naturgemäß auch etwas mehr Geduld, bis die ersten Ergebnisse zu sehen sind.

Wir wollen es anders machen. Wir starten die Motoren und geben an den Maschinenraum die Order „Volle Kraft voraus”: Wir werden uns den mitgelieferten Programmcode ansehen, damit arbeiten und uns so einen ersten Zugang zur App-Entwicklung verschaffen. Sie machen einen ersten Tauchgang, bei dem Sie mehr oder weniger einfach ins Wasser geworfen werden. Aber keine Angst, an dieser Stelle ist es noch nicht allzu tief und (bisher) wurden hier weder Haie noch Meeresungeheuer gesichtet. Und schließlich werden Sie ja jemanden an Ihrer Seite haben, der Ihnen sagt, was zu tun ist.

Dabei geht es an dieser Stelle gar nicht darum, alles sofort zu verstehen oder selbst machen zu können. Wir wollen mit den mitgelieferten Beispielen ein neues Projekt in Eclipse anlegen, es auf einem virtuellen Android-Gerät zum Laufen bringen und uns kurz mit der Bedienung der App vertraut machen. Danach sehen wir uns das Projekt und seine Struktur genauer an. Und sie werden überrascht sein, wie viel Sie ohne Probleme wiedererkennen und bereits in kurzer Zeit für sich selbst korrekt einordnen können. Und schließlich werden Sie das Steuer etwas fester in die Hand nehmen und den Kurs vorsichtig an der einen oder anderen Stelle selbst beeinflussen.

Ach, und zur Stärkung wird zwischendurch noch frischer Toast auf der Brücke serviert.

2.2 Maschinen volle Kraft voraus – unser erstes Projekt

Im Folgenden wollen wir also unsere erste App auf dem Emulator zum Laufen bringen. Keine Kleinigkeit, aber dank der mitgelieferten Beispiele erst recht kein Kampf gegen gefährliche Seeungeheuer – die kommen erst später.

Als Erstes starten wir Eclipse. Nach dem durchaus etwas langsamen Start sehen wir die „Workbench” vor uns, unsere Kommandobrücke.

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Abbildung 2.1: Der erste Start, noch ist alles leer und aufgeräumt

Die Workbench lässt sich fast beliebig anpassen. Aber fast alles, was wir im Moment benötigen, steht uns schon in der Standardansicht zur Verfügung.

Wer schon etwas herumgespielt haben sollte und nicht mehr alles in der Workbench vorfindet, der kann beruhigt sein: Über die Menüleiste Fenster | Sicht Anzeigen... kann jede „Sicht”, also jeder Bereich, wieder eingeblendet werden. Wir benötigen im Moment auf jeden Fall die Sicht „Paket-Explorer” und „Konsole”. Im Paket-Explorer werden wir die Struktur und alle Elemente unserer Projekte in einer speziellen Java-Sicht sehen. Die Konsole benötigen wir, um Fehlermeldungen oder Warnungen angezeigt zu bekommen, die uns möglicherweise sonst entgehen würden. Die Konsole öffnet sich aber im Normalfall automatisch, wenn wir eine App starten.

Das erste Projekt – wir setzen Kurs

Wir wollen unsere erste App erzeugen. Eclipse arbeitet als Entwicklungsumgebung dabei grundsätzlich in Projekten. Projekte beinhalten die Struktur und alle Dateien, die ein Programm ausmachen: den Quellcode, alle kompilierten Klassen, Grafiken und alle Konfigurationsdateien. Und tatsächlich finden wir unsere Projekte in dieser Form auch physikalisch in dem Workspace von Eclipse.

Hinweis: Der „Workspace“ ist eigentlich nichts anderes als der Arbeitsordner von Eclipse und „Projekte“ sind alle gesammelten Dateien eines Programms, die genau dort abgespeichert werden. Nur bitte nicht mit dem ähnlich klingenden Begriff „Workbench“ verwechseln, welches unsere „Kommandobrücke“ in Eclipse selbst darstellt – Sie wären nicht der Erste, der anfangs darüber stolpert.

Über die Menüleiste erzeugen wir unser erstes Projekt unter Datei | Neu | Projekt. Dort haben wir in einem neuen Fenster Zugriff auf alle verfügbaren Assistenten, die uns helfen, neue Projekte mit den jeweils notwendigen Strukturen und Dateien anzulegen. Natürlich ist für uns alles unter „Android” von Interesse. Wir klicken „Android Sample Project” an.

Hinweis: Wer etwas neugieriger ist, kann sogar etwas schneller mit STRG + N ein fast gleiches Fenster aufrufen, in dem nicht nur Projekt-, sondern alle verfügbaren Assistenten angezeigt werden. Dabei sind unter dem Punkt „Android“ auch so interessante Elemente wie „Android Icon Set“, „Android Activity“ oder „Android XML Layout File“ zu finden. Man sieht, es gibt viel zu entdecken. So oder so, wir lassen uns nicht beirren und halten in beiden Fällen unseren Kurs auf das „Android Sample Project“.

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Abbildung 2.2: Für die Neugierigen und Abenteuerlustigen gibt es mit „STRG + N“ mehr zu sehen

Im nächsten Fenster wählen wir das API aus, das Basis unseres aktuellen Projekts sein wird. Hier werden uns alle APIs zur Auswahl angeboten, die über den SDK Manager installiert worden sind. Wir wählen bitte „Android 2.1“. Auch die zu 2.1 gehörende Version „Google APIs” lassen wir unberücksichtigt. Diese Version bietet zwar mehr, nämlich die Möglichkeit, auch auf die Google APIs zuzugreifen, stellt aber andere, eigene Beispiele zur Verfügung.

Wir klicken wieder auf Weiter und bekommen in dem neuen, letzten Fenster eine lange Liste möglicher Beispiele, die wir als Basis verwenden können. Wir wählen die „SkeletonApp“, lassen den unter „Project Name“ vorgeschlagenen (gleichen) Namen unverändert und klicken auf Fertigstellen. Nach einem kurzen Moment haben wir in unserer Sicht „Paket-Explorer“ einen neuen Ordner „SkeletonApp“, den wir mit einem Mausklick weiter aufklappen lassen können.

Nun werfen wir als Erstes einen kurzen Blick in den Ordner src. Dort finden wir in einem kleinen geschnürten Paket com.example.android.skeletonapp den Quelltext unserer App in der Datei SkeletonActivity.java. Die darunter dargestellten Elemente präsentieren aus Java-Sicht wichtige Elemente unseres Programms.

Mit einem Doppelklick öffnen wir den Quelltext in einem Editorfenster. Im Kopf unseres Quelltexts finden wir auch tatsächlich eine entsprechende package-Anweisung, die wir links als Paket gesehen hatten: für Java-Entwickler bekanntes Fahrwasser. Für alle anderen stellen solche Packages oder Pakete immer einen eigenen, in sich geschlossenen Namensraum dar.

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Abbildung 2.3: Ein erster Blick auf den Quellcode, sicher nicht der letzte

Dieser erste Blick auf unser Projekt mag uns im Moment tatsächlich genügen. Es wird Zeit, die erste „selbst“ erzeugte App zu kompilieren und im Emulator zu testen. Wir klicken dazu entweder in der Mitte der Symbolleiste auf das Symbol für „Ausführen“ oder nutzen die Tastenkombination STRG + F11. Auf eine Nachfrage in dem sich öffnenden Fenster „Ausführen als“, wie unser Programm ausgeführt werden soll, wählen wir natürlich „Android Application“.

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Abbildung 2.4: Wer Tastenkombinationen nicht mag, hier vergrößert das Symbol für „Ausführen“

Die Skeleton App – Gruseliges auf dem Meeresgrund

Wer im ersten Kapitel alles richtig gemacht hat, der darf sich jetzt einen neuen Kaffee holen, während er darauf wartet, dass unser Android Virtual Device unser bereits eingerichtetes virtuelles Smartphone startet. Beim ersten Mal kann dies durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen. Auch nachdem wir unser Smartphone sehen, dauert es noch einen Moment, bis unsere App im Hintergrund installiert und dann gestartet wird.

Hinweis: Bitte nicht nervös werden, falls die App nicht sofort verfügbar sein sollte oder auch bei einem wiederholten Start erst mit einer gewissen Verzögerung aktualisiert wird. Es kann auch sein, dass bei Änderungen noch für einen kurzen Moment eine alte, bereits vorher gestartete Version der App sichtbar ist. Also nicht Bange machen lassen, es dauert eben manchmal einen kleinen Moment, bis eine Kursänderung anschlägt. Ein Blick auf die Fortschrittsmeldungen in der Konsole kann da sehr aufschlussreich sein.

Ob unsere App nun wirklich gruselig ist, sei einmal dahingestellt. Auf jeden Fall funktioniert sie und erfüllt ihren Zweck für unsere ersten Schritte, nur schön ist sie nicht wirklich. Aber wenn alte Schätze aus dem M...

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